AB: Air Berlin meldet Insolvenz an

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Julian

Erfahrenes Mitglied
28.06.2010
1.746
1
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Also seine Aussagen im Editorial seines Flugheftes waren immer meiner Meinung.

Trotzdem hat er mit seiner Unfähigkeit tausende von Mitarbeitern den Job gekostet.
Er ist absolut unfähig ein Unternehmen zu führen und nachhaltig weiterzuentwickeln.
 

daukind

Erfahrenes Mitglied
03.02.2012
2.219
905
Trotzdem hat er mit seiner Unfähigkeit tausende von Mitarbeitern den Job gekostet.
Er ist absolut unfähig ein Unternehmen zu führen und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Einen Job den sie ohne ihn nie gehabt hätten. Immerhin hat er dafür die Grundlagen geschaffen, dass mehrere hundert Millionen von den bösen Scheichs an deutsche Arbeitnehmer umverteilt wurden. Ist doch klasse.
 

Julian

Erfahrenes Mitglied
28.06.2010
1.746
1
Sehr schön aus dem theoretischen Lehrbuch rezitiert. Leider aber an der Realität vorbei.

Gerade weil wie in einer moderat kapitalistischen Wirtschaftsform leben, müssen neue Anbieter entsprechend kapitalisiert sein, wenn sie in einen bereits bestehenden Markt eintreten. Wohlgemerkt: "Bereits bestehen" heißt hier, dass es das Produkt "Innerdeutscher Flugverkehr" bereits gibt und auch die entsprechenden Konkurrenzprodukte (Bahn, Bus, Auto) bereits gibt.

Ein neuer Anbieter kann sich also nun überlegen, ob er auf bereits bestehende Strecken als Wettbewerber geht (siehe oben "entsprechende Kapitalsierung" vorausgesetzt) oder ob er lediglich die Nischen/Brotkrumen aufliest, die der Hauptanbieter aus irgend einem Grunde ignoriert oder nicht anbieten kann.

Da reden wir nun also entweder über eine ausländische Bestandsairline, die Head to Head mit Familie Hansen incl. Wingsdings, Sabena und die beiden Almöhis geht und Reserven hat, über Jahre hinweg Geld zuzuschießen, bis man seinen eigenen Marktanteil etabliert hat. Oder wir reden über mittelmäßig kapitalisierte Neugründungen, die versuchen, Strecken von Dresden nach Hamburg oder Düsseldorf nach Rostock für EUR 300 halbwegs kostendeckend zu bedienen.

Wer ist denn der große etablierte, der jetzt oder in einer paar Monaten mit Wucht auf den Hauptstrecken einsteigt?

Transavia mit Geld von Mama Marijke und Papa Jean-Paul? Anderes Geschäftsmodell, wie das Beispiel MUC gezeigt hat.

Easy? Zeigt selbst in Heimatmarkt UK, dass man streckentechnisch selektiv arbeitet und bestimmte Routen komplett links liegen lässt.

MOL, der sich wie in GR, IT, ES, GB und PT Hoffnungen macht, feste Marktanteile auf inländischen Strecken dauerhaft aufzubauen? Wohl noch am ehesten.

Wohlgemerkt: Ich rede immer von DOMESTIC. Nicht Berlin-Wien oder Hamburg-Zürich.

Nicht in ein paar Monaten.
Solche Prozesse dauern 3-5 Jahre. Sie werden aber definitiv kommen, insofern ein Bereich nicht staatlich geschützt ist.
 

hopstore

Erfahrenes Mitglied
22.04.2012
4.099
2
TXL
Danke für den Rat. Habe ich gerade beherzigt.
18.8.2017 auf EUR 20,73 gekauft, heute gerade eben auf EUR 27,275 verkauft.

Und "Hass" hat man nicht im Wirtschaftsleben. Auch wenn ich Anteile an Unternehmen halte, heißt dass nicht, dass ich alles gut und richtig finde, was ein solches Unternehmen macht. Bei AB hat man zu Gunsten der LH vieles vergessen, was "the Rule of Law" vorgibt. Die Aufarbeitung wird irgendwann kommen, im Moment ging es darum, schlimmeres zu vermeiden und die Scherben zusammenzukehren.

Bei AB hat man die Rule of Law auch jahrelang vergessen, aber zugunsten der AB. Sonst hätte man die Lizenz schon lange wegen faktischer Beherrschung durch einen Nicht-EU Anteilsnehmer entziehen müssen. Sein wir doch mal ganz ehrlich und schauen uns tief in die Augen ... 29,x % waren das doch nur auf dem geduldigen Papier. Die realen Machtverhältnisse waren andere, nicht rechtskonforme.
 
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Iarn

Erfahrenes Mitglied
07.12.2012
456
25
MUC
Wenn du gerade auch den Vorgänger Thread hierzu kennen würdest, wüsstest du das es in diesem Forum eine große Fraktion gab die schon vor Jahren gesagt hat bei AB ist nichts mehr zu retten.
Falsch, den kenne ich. Und der Schlussfolgerung kann ich auch nicht folgen.
 

Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
6.825
4.658
Bei AB hat man die Rule of Law auch jahrelang vergessen, aber zugunsten der AB. Sonst hätte man die Lizenz schon lange wegen faktischer Beherrschung durch einen Nicht-EU Anteilsnehmer entziehen müssen. Sein wir doch mal ganz ehrlich und schauen uns tief in die Augen ... 29,x % waren das doch nur auf dem geduldigen Papier. Die realen Machtverhältnisse waren andere, nicht rechtskonforme.

Nach dem Aktionärsverzeichnis waren mindestens 51% deutsch, insofern .... Dahinter guckt keiner. Es galt aber wohl wie üblich, dass derjenige, der das Geld hat auch das Sagen hat - unabhängig davon, wie die Anteilverhältnisse waren. Nebenbei: Auch bei der LH waren die 50% durchaus schon mal problematisch: 2007 waren es auf der HV nachgewiesen 45,75 keine EU Staatsbürger....
 
Zuletzt bearbeitet:

Flying Lawyer

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
6.825
4.658
Trotzdem hat er mit seiner Unfähigkeit tausende von Mitarbeitern den Job gekostet.
Er ist absolut unfähig ein Unternehmen zu führen und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Sorry, das ist Blödsinn. Ohne Hunold hätte es AB nie gegeben. AB war am Ende nicht "too big to fail", wohl aber auch weil viele vom Ende von AB profitiert haben.
 
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DaS

Erfahrenes Mitglied
19.08.2014
311
29
HND
Bei der Analyse der AB-Pleite sollte man vielleicht auch nicht ganz vergessen, in welchem Umfeld das damalige Wachstum, mit dem man sich offensichtlich übernommen hat, stattfand. Man befand sich vor der Bankenkrise und es sollte der internationale "Großflughafen" BER in Kürze eröffnet werden. Hunold wollte AB eigenständig halten und hatte (vielleicht berechtigt, das weiß ich nicht) die Sorge, dass AB gefressen wird, ob direkt von einem Konkurrenten oder durch Marktmechanismen, wie vom Wettbewerb quersubventionierte Konkurrenzstrecken. Daher hatte Hunold nach dem Geldregen des Börsengangs auf aggressives Wachstum um jeden Preis gesetzt, was letztlich das Aus für AB bedeutete.
 
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thorfdbg

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14.10.2010
3.428
696
Daher hatte Hunold nach dem Geldregen des Börsengangs auf aggressives Wachstum um jeden Preis gesetzt, was letztlich das Aus für AB bedeutete.

Nur, diese "Strategie" hat ja schon vorher bei der Swiss "nicht so toll" geklappt. Das Resultat ist ziemlich ähnlich. Die Lufti schluckt die Reste.
 

airhansa123

Erfahrenes Mitglied
03.11.2012
4.144
14
Darum hat Herr Flöther selbst gebeten.
Die Sache mit dem Sonderinsolvenzverwalter würde ich nicht überbewerten. Es sind ja mehrere AB Gesellschaften insolvent, und die haben untereinander Forderungen und Verbindlichkeiten. Und bei allen ist Flöther Insolvenzverwalter. Und genau für diesen möglichen Interessenkonflikt (und nur dafür) ist der Sonderinsolvenzverwalter bestellt, nicht aber als "Oberrichter", der alles unter die Lupe nehmen soll. Da es ja offenbar nichts zu holen gibt ist es am Ende ohnehin ziemlich egal, ob nun die Air Berlin Plc noch Forderungen gegen die Air Berlin Plc Luftverkehrs GmbH & Co. geltend machen kann oder nicht - wie heisst es in Köln: Drei mal Null ist Null ist null.........
 

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.468
54
Die Sache mit dem Sonderinsolvenzverwalter würde ich nicht überbewerten. Es sind ja mehrere AB Gesellschaften insolvent, und die haben untereinander Forderungen und Verbindlichkeiten. Und bei allen ist Flöther Insolvenzverwalter. Und genau für diesen möglichen Interessenkonflikt (und nur dafür) ist der Sonderinsolvenzverwalter bestellt, nicht aber als "Oberrichter", der alles unter die Lupe nehmen soll. Da es ja offenbar nichts zu holen gibt ist es am Ende ohnehin ziemlich egal, ob nun die Air Berlin Plc noch Forderungen gegen die Air Berlin Plc Luftverkehrs GmbH & Co. geltend machen kann oder nicht - wie heisst es in Köln: Drei mal Null ist Null ist null.........

Naja aber meinst du Flöther würde gerne Ansprüche gegenüber Niki, LGW oder Air Berlin Technik geltend machen?
 

Julian

Erfahrenes Mitglied
28.06.2010
1.746
1
Sorry, das ist Blödsinn. Ohne Hunold hätte es AB nie gegeben. AB war am Ende nicht "too big to fail", wohl aber auch weil viele vom Ende von AB profitiert haben.

Hunbold mag AB gegründet haben, mit seinem idiotischen Missmanagement dann aber sehr schnell auf dem Weg diese Firma zu zerstören.

Kein Scheich, keine Politiker, kein Mehdorn und keine böse LH sind schuld am Niedergang von AB, sondern einzig Hunbold! Nur er!!
 

airhansa123

Erfahrenes Mitglied
03.11.2012
4.144
14
Naja aber meinst du Flöther würde gerne Ansprüche gegenüber Niki, LGW oder Air Berlin Technik geltend machen?
Warum sollte er nicht, er muss es ja sogar machen. Nur: Air Berlin Technik hat im wesentlichen Wartungsarbeiten an AB Flugzeugen erbracht, da dürfte eher AB Technik eine Forderung haben, LGW hat Flugleistungen für AB erbracht, ergibt auch eher eine Forderung von LGW, bei NIKI ist das schwer einzuschätzen, gerade auch durch den Verkauf in 12/2016.
 

Ed Size

Erfahrenes Mitglied
16.03.2009
9.468
54
Warum sollte er nicht, er muss es ja sogar machen.

Nun ja er muss, und genau daher lieber noch einen zusätzlichen Verwalter - schliesslich hat Flöther gerade allen den Kauf schmackhaft gemacht und wahrscheinlich hart verhandelt - und jetzt soll er sagen"übrigens bekomme ich von euch noch Summe X aus Anfechtungen".

Das würde ich an seiner Stelle gerne jemanden anderen machen lassen.
 

nemix

Erfahrenes Mitglied
02.07.2015
472
8
Hab heute morgen mal mit einer Bekannten bei der Arbeitsagentur in der Nähe von Brandenburg telefoniert.
Für AB Mitarbeiter gibt es eine extra Dienstanweisung. Sobald diese sich arbeitssuchend melden erfolgt eine Aufklärung der Arbeitsagentur gegenüber den Meldenden, was es bedeuted sich arbeitssuchend zu melden.
Aber auch das Thema Sozialkassen kam jetzt öfters auf, Meinung der Arbeitsagentur ist, dass derzeit keine Einzahlung in die Sozialkassen durchgeführt wird (wg. der Insolvenz) und es daher Probleme bei Krankenversicherung und später Renten/Pflegeversicherung geben kann da beide Seiten derzeit nichts einzahlen (wo kein Gehalt/Arbeitslosmeldung, da keine Einzahlung). Das wird aber derzeit noch rechtlich geprüft.
Die AB Mitarbeiter sind teilweise, und ich zitiere das mal "total verblendet, das irgendjemand schnell entscheidet das es ein Betriebsübergang gab und es zeitnah mit altem Gehalt bei Eurowings weitergeht". Das wäre schließlich Ihr Recht und die Politik, das Management und LH hätten alle AB Mitarbeiter verarscht. Gäbe da wohl andauernd so haarsträubende Aussagen, meistens von Mitarbeitern aus dem direkten Flugbetrieb, die Leute in der Verwaltung sind meistens realistischer und dankbar für jedes Jobangebot oder Tipp wo man schnell unterkommen kann.
 

kingair9

Megaposter
18.03.2009
22.378
772
Unter TABUM und in BNJ
Natürlich kann der Insolvenzverwalter von AB Ansprüche gegenüber Niki haben - das möchte Herr Flöther sicher nicht persönlich erledigen.

Darum geht es aber -wie oben erklärt- beim Thema "Sonder-Insolvenzverwalter" nicht. Dieser wird u.ä. in Fällen aktiv, wo 2 insolvente und vom gleichen Verwalter vertretene Firmen Forderungen gegeneinander haben und der eigentliche Verwalter insofern nicht unbefangen "gegen sich selbst" arbeiten kann.

AB gegen Niki = Insolvente Firma und nicht insolvente Firma => Da braucht es keinen Sonderverwalter.
 

Femminello

Erfahrenes Mitglied
08.05.2012
8.613
4.935
Die AB Mitarbeiter sind teilweise, und ich zitiere das mal "total verblendet, das irgendjemand schnell entscheidet das es ein Betriebsübergang gab und es zeitnah mit altem Gehalt bei Eurowings weitergeht"

Tut denen vielleicht auch mal gut, die Realität kennenzulernen.
 
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Allererste Reihe

Erfahrenes Mitglied
07.05.2012
1.719
4
Süddeutschland
Ob es gut tut weiß ich nicht, gefühlt wäre der Altzustand für die nächsten 200 Jahre sicherlich bequemer gewesen.

Ich weiß aber auch nicht wie man sich angesichts der bekannten Zahlen von Air Berlin so sehr gegen die Erkenntnis wehren kann. Air Berlin ist pleite und man muss ich einen neuen Job suchen, so ist das Leben nun mal und da hilft weder Kopf in den Sand noch Hasstiraden in alle Richtungen.
 

Allererste Reihe

Erfahrenes Mitglied
07.05.2012
1.719
4
Süddeutschland
Interessant das die Auffassung von LH und deren Rechtsabteilung die Realität ist - was machst du wenn das Gerichte in D anders sehen?

Lass mich mal überlegen. Der eine Laden ist pleite, der andere übernimmt Restwerte des kaputten Ladens und stößt in die sich ergebende Marktlücke rein. Das soll jetzt dann automatisch ein Betriebsübergang sein?

Gab es den von Schlecker zu Rossmann, DM, etc.? Gab es den von Holzmann zu keine Ahnung wohin? Als der VEB Trabant nach der Wende pleite ging und alle nur noch VW fuhren, war das ein Betriebsübergang?


Natürlich war die ganze Sache irgendwie ein wenig komisch. Einen Betriebsübergang wie von AUA zu Tyrolean oder so kann ich aber echt nicht sehen, im Angesicht einer zu ernährenden Familie darauf zu spekulieren halte ich für sehr waghalsig.
 
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