[11MAR2011] Schweres Erdbeben in Japan

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Croth

Erfahrenes Mitglied
21.07.2009
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In Parkanlagen würde Fall-out wohl besonders gut liegenbleiben, den Rasen kann man im Gegensatz zu Straßen nicht so einfach reinigen.

Das war auch einer meiner Gedanken, aber wenn die Parks reguläre Evakuierungszonen für Erdbeben darstellen, dann kann man den Menschen von Tokio die Schließung doch nicht so begründen, da sie ihnen zwangsläufig als kontraintuitiv und faktisch falsch erscheinen müsste.
 
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cockpitvisit

Erfahrenes Mitglied
04.12.2009
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FRA
berechtigte und interessante Frage:
Zu der Vertrauenwürdigkeit äußere ich mich nicht. Da halte ich es wie die Kirche, glauben oder nicht glauben.
Natürlich kannst Du die Quellen nicht nennen, weil sie sonst auch mundtot gemacht wird :censored: Aber weil Du die Quelle nicht nennst, kann man als Außenstehender die Zuverlässigkeit nur anhand der bisherigen Vorhersagen/Infos abschätzen. Vieles hat gestimmt, es sind sicher auch qualifizierte Leute aus der Branche dabei. Aber es gab auch viel Rauschen, zudem wurden oft Prognosen mit tatsächlichen Geschehnissen vermischt. Und richtig unerwartete Sachen (z.B. dass das Containment bereits jetzt undicht ist), kamen nie aus Deiner Quelle. Deswegen bin ich vorsichtig.

Du hast es sicher leichter, weil Du wahrscheinlich auch einzelne Leute in der netten Newsgroup kennst und einzelne Meldungen dadurch besser beurteilen kannst. Ich nicht.

In der Region findet eine Netzeinspeisung statt. Ob dieses von 5 oder 6 Fukushima 1, oder doch in Fukushima 2 der Fall ist kann ich nicht sagen.
Ist es sicher, dass der Strom von einem dieser Kraftwerke kommt und nicht von anderswo?

Bei Block 5 wird von der IAEA berichtet, dass am 15.03.2011 um 21 Uhr (13 Uhr MEZ) der Wasserspiegel im BE-Becken auf 201 cm über den Brennelementen abgefallen war. Dies war ein Abfall von 40 cm seit 16 Uhr (8 Uhr MEZ). Es ist geplant, einen verfügbaren Dieselgenerator des Blocks 6 zur Wassereinspeisung zu verwenden.

Dieses widerspricht übrigens einer der definierten Grundregeln. Man verquickt unter keinen Umständen, den Betrieb eines Reaktors, mit dem eines Benachbarten
Es sei denn, der Dieselgenerator vom Block 6 ist intakt und vom Block 5 nicht. Dann ist die Nutzung des benachbarten Generators die einzige Möglichkeit, die anscheinend auch genutzt wurde.
 

Huey

Erfahrenes Mitglied
06.04.2009
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-1
Ist es sicher, dass der Strom von einem dieser Kraftwerke kommt und nicht von anderswo?

Kurze Nachfrage ergab gerade folgendes: Auch ein Hochspannungsnetz benötigt bekanntlich eine Leitwarte. Und hier gab es wohl Verwunderung darüber, dass dort eine Einspeisung angekündet wurde bzw. sogar durchgeführt. Dieses diente wohl als Indiz. Tepco selbst ist wohl ziemlich wasserdicht was Informationen angeht.

Es sei denn, der Dieselgenerator vom Block 6 ist intakt und vom Block 5 nicht. Dann ist die Nutzung des benachbarten Generators die einzige Möglichkeit, die anscheinend auch genutzt wurde.
Mit dem Handeln opferst du aber dein eigens Backup System, du begibst dich selbst in Gefahr. Bekanntlich ist aber Regel Nr.1 wenn es um Hilfeleistung geht, der Eigenschutz!


EDITH möchte noch anmerken. Bei der Übersetung vom Japanischen zu meist erst ins Englische und dann ins Deutsche kann so mancher Inhalt auf der Strecke bleiben. :(
 
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Anonym4085

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Gerade auf ZDF: Einer der 50 Arbeiter, der noch im AKW Fukushima ist, habe einen Brief an seine Familie geschrieben, der sich nach "Abschiedsbrief" anhört.
 
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boerzel

Guest
Gerade auf ZDF: Einer der 50 Arbeiter, der noch im AKW Fukushima ist, habe einen Brief an seine Familie geschrieben, der sich nach "Abschiedsbrief" anhört.

Das ist ja nun aber wirklich allerbilligste Effekthascherei. Erstens "habe" und zweitens "nach Abschiedsbrief anhört". Das sind dem Sinn nach 2 Konjunktive in Folge. Mannomann, die Nachrichtenlage muss wirklich erbärmlich sein, wenn es sowas schon ins ZDF schafft (n)
 

flysurfer

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06.03.2009
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17:09 Die Wassertemperaturen in den Reaktoren 5 und 6 steigen nach Angaben der Betreiberfirma Tepco. Sie hätten um 6 Uhr MEZ doppelt so hoch wie normal gelegen. Es werde der Einsatz alternativer Kühlmaßnahmen erwogen.

16:58 Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, bezeichnet die Situation in Fukushima I als "sehr ernst". Er werde so schnell wie möglich selbst nach Japan fliegen und danach eine Sondersitzung des Gouverneursrats einberufen, sagte der Japaner.

16:47 Amerikanische Soldaten in Japan brauchen nach einer Anweisung des US-Verteidigungsministeriums eine Sondergenehmigung, um näher als 50 Meilen (80 Kilometer) an den Unglücksreaktor heranzukommen. Als vorbeugende Maßnahme haben einige Flugbesatzungen Jod-Tabletten erhalten, heißt es weiter. Keiner der US-Soldaten in Japan zeige Symptome einer Strahlenerkrankung.

16:41 EU-Energiekommissar Günther Oettinger warnt vor unmittelbar bevorstehenden katastrophalen Ereignissen am japanischen Unglücks-Kernkraftwerk. Vor dem EU-Parlament sagte er, es könne in den kommenden Stunden weitere katastrophale Ereignisse geben, die das Leben der Menschen bedrohten. Der Reaktor sei faktisch außer Kontrolle. Oettingers Sprecherin sagte dazu auf Anfrage, die Erklärung des Kommissars beruhe nicht auf besonderen zusätzlichen Informationen.

14:58 Der Chef der russischen Atombehörde sagte zur Nachrichtenagentur Reuters, die Krise in Japan entwickle sich zu einem Worst-Case-Szenario.

14:41 Nach Angaben der japanischen Atomsicherheitsbehörde erhitzt sich das Wasser im Abklingbecken des Reaktors 3 im AKW Fukushima.

http://www.ftd.de/politik/internati...6381.html#gmap-0-Fukushima Daiichi (Reaktor 4)
 
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matchcut30

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Oettingers Sprecherin sagte dazu auf Anfrage, die Erklärung des Kommissars beruhe nicht auf besonderen zusätzlichen Informationen.

Wenn er sich nicht über die GRS und die Verlautbarungen von TEPCO, bzw. deren Marionetten, Kan und Edano, informiert, besitzt Herr Oberforstrat Oettinger sicher eine gut geschmierte Glaskugel, die ihm solch "katastrophalen Ereignisse", über deren Natur Oettinger sich nicht weiter auslässt, prophezeiht. Ich bin beeindruckt! Morgen geht die Bombe hoch...
 
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boerzel

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Wenn er sich nicht über die GRS und die Verlautbarungen von TEPCO, bzw. deren Marionetten, Kan und Edano, informiert, besitzt Herr Oberforstrat Oettinger sicher eine gut geschmierte Glaskugel, die ihm solch "katastrophalen Ereignisse", über deren Natur Oettinger sich nicht weiter auslässt, prophezeiht. Ich bin beeindruckt! Morgen geht die Bombe hoch...

Wir können halt alles, außer Hochdeutsch. Und wir haben Oettinger unsere Schwabenkugel mitgegeben, damit er sie für Europa gewinnbringend einsetzt - wie soeben geschehen. Ernsthaft: Was soll sie denn sagen? "Wir wissen mehr, sagen Euch aber nicht was und woher."?
 

Huey

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06.04.2009
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Amano ist ja ein fixes Kerlchen. Berühigend, wenn der Chef der Atom Polizei aufwacht.

Ich muss mich übrigens revidieren.
Auf der Insel Honshu Nordteil wird an der Ostküste ein Streifen als Landverbindung der nördlich Präfekturen mit den südlichen Präfekturen unabhängig der Belastung garantiert von Evakuierung ausgenommen werden. Es geht BergAuf
 

zerstreut

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ich bin gebeten worden mal nach schutzräumen "atombunkern" in Tokio zu suchen... vorsichtshalber....
alle meine recherchen stossen auf: "Tokio verfügt über keine Schutzräume". Ist da irgendjemandem etwas bekannt???
 
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boerzel

Guest
Schöne Zusammenfassung:
Auch die deutsche Regierung ist von diesem alten Denken geprägt, nicht zuletzt die Kanzlerin. Sie hat auf die Atomkraft stets als Physikerin geschaut, das gab ihr die Aura des Objektiven. Auch jetzt, in der Stunde ihrer politischen Not, sieht sie die Lösung wieder in der Wissenschaft. »Sicherheit steht über allem«, sagte sie, um ihren Kurswechsel, den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg, zu begründen. Aber das stimmt nicht, in Deutschland so wenig wie in Japan. Die Atomkraftwerke dort waren ausgelegt für Erdbeben bis zur Stärke 8, sie wurden erwischt von Stärke 9.

Nur, warum hat die japanische Politik sich mit diesem Sicherheitsstandard begnügt? Weil ein Erdbeben der Stärke 9 zehn Mal so stark ist wie eines der Stärke 8 und weil die Kosten für eine entsprechende Sicherheitstechnik exponenziell gestiegen wären. Das hätte den Atomstrom teurer gemacht als andere Energien und die Profite der Betreiber einschneidend verringert. Deshalb kann bei der nun versprochenen Prüfung der deutschen AKWs alles Mögliche herauskommen, nur so sicher dürfen sie niemals sein, dass sie zu teuer werden. Sicherheit steht also nicht ganz oben, sie steht allenfalls gleichauf mit ökonomischem Kalkül. Restrisiko und Profit sind aneinander gekoppelt, das eine steigt mit dem anderen.

Quelle: Atompolitik: Japans Lehre für die Welt | Politik | ZEIT ONLINE
 

flysurfer

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boerzel

Guest
Das ist ja eine Binsenweisheit. Der Mark I SWR, der den Japanern gerade um die Ohren fliegt, wurde nur deshalb entwickelt, weil die bestehenden DWRs zu teuer und zu groß waren, wenn auch systembedingt etwas sicherer. Mean and lean.

Das ist es zweifellos. Aber ich kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass es einen Grund hat, warum Atomstrom so "billig" ist. Weil er eben billig gemacht ist. Vielleicht fängt nun der eine oder andere mal an, die Folgekosten in den Strompreis einzurechnen. Das mit der Versicherung hatten wir ja hier im Thread ganz viel weiter vorne schon.
 

flysurfer

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Das ist es zweifellos. Aber ich kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass es einen Grund hat, warum Atomstrom so "billig" ist. Weil er eben billig gemacht ist. Vielleicht fängt nun der eine oder andere mal an, die Folgekosten in den Strompreis einzurechnen. Das mit der Versicherung hatten wir ja hier im Thread ganz viel weiter vorne schon.

In der Tat, zum Thema Versicherung lese man einfach diesen Artikel: Atomkatastrophe in Japan: Die Kosten - Wer soll das alles zahlen? - Wirtschaft - sueddeutsche.de

Am Ende trägt der Steuerzahler das komplette Risiko, denn 8 oder 9 BILLIONEN(!) EUR hat sonst niemand. Genau genommen auch nicht der Steuerzahler, deshalb ja auch das Szenario Staatspleite. Oder man macht's wie die Russen und zahlt einfach nichts, sondern leugnet jede Schuld. Demnächst bekommt Tschernobyl für 1,5-2 Milliarden EUR eine neue Hülle. 250 Millionen kommen dafür aus dem EU-Haushalt – dabei hätte die EU doch eigentlich eher Schadenersatz bekommen müssen, oder nicht? Ach ja, Russlands Beitrag? "Satte" 23 Mio. EUR – dazu im Vergleich Russlands Förderung für den Bau neuer russischer AKWs allein im Jahr 2010: 1,7 Milliarden EUR.
 
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PatBateman

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06.04.2009
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ZQF, LUX, BOS
Das hatten wir doch heute morgen schon...?

So genau habe ich das nicht verfolgt. Allerdings ist es ja inzwischen offensichtlich, dass die nicht mehr abwendbare nuklare Katastrophe bzw. Super-GAU auf Grund eklatanter Versäumnisse der japanische Regierung sowie unfähigen und kriminellen AKW-Betreibern entstanden ist.