Haiti ist ein Failed State.
Ich war mehrmals in beiden Ländern und Haiti war schon arm und perspektivlos, bevor das Erdbeben den Anfang endloser Katastrophenjahre machte. Mal halfen die Amis, mal bestraften sie Haiti, dann schickten sie wieder Militär, Entwicklungshilfe und Geld, Sanktionen, das Resultat war immer dasselbe. Haiti blieb mausarm - trotz Kapitalismus, bester Lage und wunderschöner Küste. Wer garantiert dir, dass Kuba nicht den gleichen Weg gehen wird?
Wer garantiert dir, dass Kuba kein failed state wird? Wenn das Regime kollabiert, was ist dann? In welchem Land hat der nahtlose Übergang von einer langen Diktator in eine freiheitliche Gesellschaft funktioniert? Wenn der Castro weg ist, interessiert sich der Trump nicht mehr für Kuba. Siehe Venezuela, ein übler Diktator wurde durch eine üble Diktatorin ersetzt. Oder erlebt Kuba danach Phasen von Instabilität, bis sich wieder ein "starker" Mann durchsetzt?
Wer garantiert den Kubanern, dass die Exilkubaner mit ihrer Dollarmacht nicht einfach das Land aufkaufen und die Kubaner als Bürger zweiter Klasse für sie für wenige Dollar schuften lassen? Wäre nicht das erste Land in der Geschichte, dass vom Regen in die Traufe geht.
Verlässt die ganze kubanische Jugend ihre Insel, wenn sie es können? Oder geht es dann wunderbar aufwärts? Wir wissen es nicht, aber man sollte nicht naiv sein.
Kuba ist schon das übelste und perspektivloseste Land in dem ich je war.
Auch wenn du es immer wieder wiederholst, es ändert nichts daran, dass du die richtig üblen Ecken der Welt noch nicht gesehen hast und davon gibt es viele. Am schlimmsten fand ich es in den Ländern, wo es kein "Sicherheitsmonopol" gab. Weder für mich als "Westler" aber noch weniger für die Einheimischen. Und das trifft auf eine Vielzahl von Ländern oder Regionen zu.
Völlig ab jeder Realität. Das ist ein Vielflieger Forum, die meisten hier werden schon mal in China und Vietnam gewesen sein und den unglaublichen Aufstieg durch Marktwirtschaft miterlebt haben. Aber man muss dazu gar nicht so weit fahren - ein Blick über die Grenze nach Polen reicht. 1990 noch ein Hungerland, 2025 übersteigt das BIP pro Kopf das von Japan. Durch marktwirtschaftliche Reformen. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte.
Ich kann dir genauso viele Länder aufzählen, bei denen kapitalistische Reformen an der Armut nichts änderten oder verschärften, zu tiefen Wirtschaftskrisen führten. Welchen Weg Kuba gehen wird, ist völlig offen. Die EU-Staaten schaffen das, weil sie mit sehr sehr viel Geld gefördert werden. (Geld, das Deutschland gut selber brauchen könnte). Wer wird Kuba mit viel Geld für Reformen belohnen? Menschen, die ihr ganzen Leben keinerlei Eigeninitiative entwickeln durften, sollen plötzlich kapitalistisch denken? Ich tippe eher auf den Ausverkauf, die Infrastruktur ausserhalb der "interessanten" Gebiete wird niemanden interessieren. Der nächsten Generation könnte es besser gehen, wenn heute richtige Entscheide gefällt werden.