Aha, wir kommen also der faktischen Wahrheit näher.
Ich würde Dich bitten mir nicht immer die Worte im Mund rumzudrehen. Mir hier immer wieder zu unterstellen Unwahrheiten zu schreiben oder mich abseits der Realität zu befinden, finde ich nicht in Ordnung.
Ich habe hier noch nie irgendwo behauptet, dass morgen 100% E Lkw rumfahren, sondern ich habe geschrieben, dass der Hochlauf seit einem Jahr, seit dem es vernünftige E Lkw für den Langstrecken(scherlast)verkehr gibt, begonnen hat und immer mehr Speditionen recht schnell von den E Lkw (aus diversen Gründen) überzeugt sind.
Ich will hier weder missionieren noch bin ich der Elektrojunkie, ich schaue mir nur offen die Erfahrungen und Rückmeldungen aus der Branche an und bin da einigermaßen nach dran, nicht nur als Externer. Jeder soll bitte mit der Antriebart glücklich werden, die er für sich und seinen privaten doer geschäftlichen Usecase für richtig hält, solange es noch die Auswahl gibt. Mich begeistern meine 2 Verbrenner auf emotionale Art jeden Tag aufs neue und genauso wie Du Dich, aus für Dich passenden (und völlig legitimen) Gründen trotz Deiner Elektroaversion für den Q8 e-tron entschieden hast, so ist auch bei uns noch ein BEV in der Familie in Nutzung und in den steige ich ebenso gerne ein. Dabei geht es dann weniger um die Emotionen wie beim Verbrenner, sondern um andere Dinge, die mir da gut gefallen.
In meinen konkreten letzten Beiträgen ging es mir aber speziell um das Thema E Lkw und nicht E Pkw.
Im Single-Use und Erprobung. Da sind viele Dinge immer gut, die sich nie durchsetzen.
Das stimmt nicht, meine Erläuterungen beziehen sich nicht auf Single Use, sondern auf Speditionen, die mit 1-2 E Lkw angefangen haben und dann schnellstens nachbestellt haben. Das sind dann Speditionen die oft mehr als 10 E Lkw nutzen und damit bereits in kurzer Zeit zehntausende KM im harten Alltagseinsatz zurück gelegt haben. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber weil es erst ein gutes Jahr sehr gute E Lkw gibt, kann man natürlich nicht auf 10 Jahre Erfahrung zurückblicken und kann auch bisher keine großen Marktanteile haben. Wie soll das auch gehen in der kurzen Zeit, aber die Tendenz der jüngsten Zeit hat bei E Lkw alle Erwartungen übertroffen.
Nein. 99% des LKW-Verkehrs weltweit wird durch Verbrenner erledigt. Und daran wird sich kurzfristig (mehrere Jahrzehnte) nix ändern.
Ich habe deutlich in meinen Posts von Europa gesprochen und erstmal nicht von der ganzen Welt. Ich beurteilte in meinen Posts den europäischen Fernverkehr. Dass sich Deiner Aussage nach in den nächsten Jahrzehnten!

99% des Lkw Verkehrs als Verbrenner abspielen ist nun wirklich komplett Quatsch. Ist auch wirklich komisch, dass das alle Lkw Hersteller anders sehen. Ich geb Dir nur mal das Beispiel TRATON Group (das ist der Konzern u.a. mit MAN und Scania). Die gehen davon aus, dass Anfang der 2030er Jahre nahezu 50% der Lkw Neuverkäufe von denen mit lokal emmissionsfreien FZ erfolgt. Ich persönlich halte das Ziel auf Grund der Ladeinfrastruktur, die mitwachsen muss für sehr ambitioniert, aber lass es die Hälfte davon, also 25% sein. Die Lkw Hersteller und Speditionen sind da sehr schnell aufgewacht, nachdem mit 1x Laden in der Zwangspause Tagesreichweiten von 800km+X möglich sind.
Nix ist da klar. Logistik ist mehr als Kosten, sondern Zuverlässigkeit, Kapazität, Geschwindigkeit, Menge, etc. etc.; Kosten sind ein durchlaufender Posten. Wenn die Logistik teurer wird, muss der Kunde, Endverbraucher oder wer auch immer mehr zahlen.
Was genau hast Du an meiner Ausage Kosten
und NUTZEN nicht verstanden? Ich habe nie nur von Kosten gesprochen, sondern auch von Nutzen. Ich (nee eigentlich nicht ich, sondern die Speditionen) kann auch bei den von Dir angesprochenen Attributen Zuverlässigkeit, Kapazität, Geschwindigkeit, Menge in 90% der Fälle keinen wettbewerbsrelevanten Nachteil erkennen. Die Fahrer sind bezogen auf Geschwindigkeit von der Leistung und dem Drehmoment der E Lkw begeistert, kein Hängen am Berg mehr und falls Du Geschwindigkeit auf Grund Ladepausen meinst, dazu hab ich ja schon was geschrieben. Zu Kapazität und Menge gibt es die 44To Auflastung für E Lkw, deshalb kaum Einschränkungen der Nutzlast und bei den Speditionen ist sehr oft das transportiere Volumen wichtiger, denn es wird sehr oft durch die unterschiedlichen Frachtarten nicht die maximale Nutzlast ausgenutzt.
Die Post/DHL Deutschland hat ihr BEV-Experiment aufgegeben, DHL Express in den USA auch. Amazon probiert es auch, aber nur noch innerstädtisch.
Das ist nun leider wieder komplett falsch. DHL hat den Irrweg aufgegeben, sich unter Einsatz großer eigener Mittel einen Hybrid Lkw entwicklen zu lassen, um die (nun auch dort nicht mehr vorhandene) Reichweitenangst zu umgehen. Das Thema Hybrid Lkw ist nun begraben und es wird auf Voll BEV Lkw gesetzt.
Wie Du an den folgende Ausführungen (für Dich sind ja Fakten immer zurecht sehr wichtig) erkennst, hast Du Dir mit dem DHL Beispiel ein Eigentor geschossen.
Neben der ersten Auslieferung eines Tesla Semi in den USA, wo weiter deutlich elektrisch expandiert werden soll (das Tesla Ding ist ein anderes Thema, ich brauch die Kisten und den Chef nicht und die haben auch brutale Verzögerungen bei den Semis, alles kein Ruhmesblatt), siehe hier:
...ist auch für Europa von dem ich sprach bei DHL klar die Entscheidung für BEV Lkw gefallen. Erst kürzlich wurde die Bestellung aufgestockt und DHL setzt in Zukunft mit EON sogar auf eigene Ladeparks:
und dieser Artikel inkl. der von Dir als unmöglich dargestellten Lang Lkw aks Gliederzug:
Dass E-Lkw im Fernverkehr wirtschaftlich eingesetzt werden können, zeigt laut Daimler die schwedische Firma WLX WeLink Express in Malmö.
ecomento.de
und noch das hier
Wie gesagt, natürlich ist das alles noch ein zartes Pflänzchen, weil E Lkws mit vernünftigen technischen Werten gerade erst an den Start gegangen sind, aber die Richtung der letzten 12 Monate ist klar.
Klimaschutz interessiert in Zeiten der abschmierenden Wirtschaft immer weniger. Es wird auch keine Erhöhung der CO2-Bepreisung geben, wie von mir schon vor zwei Jahren vorhergesagt.
Von der CO2 Bepreisung habe ich nirgends gesprochen und die finde ich auch in der Form völliger Murks, da bin ich bei Dir.
Zum Satz mit dem Klimaschutz (und ich bin wahrlich kein Öko, mein CO2 Fußabdruck ist u.a. durch meine vielen Flüge und KM im Auto eine Katastrophe): Erzähl das mal den großen Unternehmen die alle eine ESG Richtlinie haben und ihre Fuhrparks umstellen, die möglichst CO2 neutral produzieren wollen und bei denen das Thema sogar Einfluss auf Refinanzierungskosten etc. hat.
Interessiert alles nicht. Es zählen andere Faktoren. Erst wenn die positiven des BEV, die negativen des Verbrenners überwiegen, wird umgestiegen.
Na abseits von emotionaliserten Beiträgen scheinen die Speditionen die positiven Eigenschaften ja als überwiegend anzusehen, sonst würden ja keine E Lkw nachbestellt. Nochmal, kein Mensch sagt, dass die Bestandsflotte von heute auf morgen umgestellt wird, auch in Europa wird es die nächsten 20 Jahre noch bei Lkw im Besatnd beide Antriebsarten geben, aber es geht ja um die Neu Lkw Verkäufe. Ich wette mit Dir, Anfang 2030 sind in Europa mindestens 25% der Neu Lkw Verkäufe vollelektrisch. Gerne auf WV legen.
Ein paar Beispiele noch, Artikel schon älter:
(Bild: Daimler Truck) Elektrisch angetriebene Lkw rollen in immer mehr Speditionen. Wie das finanzielle Risiko für die neuen E-Lkw im Rahmen bleiben kann, zeigt Scania mit zwei Partnern.
www.automobil-industrie.vogel.de
Der wichtige Punkt und da bin ich ja bei Dir, wird die Skalierung der Ladeinfrastruktur für E Lkw sein. Aktuell funktioniert das beim derzeitigen Hochlauf noch gut und Lkw Ladeparks von Milence etc. und anderen Anbietern sind europaweit ein guter Anfang. Es geht halt bei dem Thema auch darum, nicht immer nur die Probleme zu sehen, sondern auch Lösungen und da werden viele die letzten 12 Monate positiv kreativ. Ich bin da (leidenschaftslos) ergebnisoffen und schaue es mir an. Ich will keinen katholisch machen.