Und da ist schon mal die Frage berechtigt, warum man dann LH fliegt, wenn andere so viel besser sind.
Mit was soll man denn sonst fliegen, wenn man in Deutschland wohnt? Guck mal, die amerikanischen Airlines sind vielfach sogar noch schlechter als LH, trotzdem fliegen die Amerikaner überwiegend mit amerikanischen Airlines und nicht mit LH. Warum? Weil LH nur einen kleinen Teil ihre Bedürfnisse abdeckt und man in Zeiten von Kundenbindungsprogrammen alles buchstäblich auf
eine Karte setzen muss. Man muss sich als Vielnutzer also für einen Anbieter (und eine Allianz) entscheiden, von der man seine Transportbedürfnisse befriedigen lässt (hach, klingt das anzüglich). Für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist da die *A mit LH, LX und OS naturgemäß als Vollsortimenter die erste Wahl, keine andere Airline-Gruppe und keine andere Allianz bietet diesem Kundenkreis eine vergleichbar umfangreiche Abdeckung.
Eben deshalb investiert LH ja auch begeistert in die Erweiterung der *A mit immer obskureren Airlines, anstatt das eigene Produkt zu verbessern. Demnächst kleben LH-Flugnummern sogar auf Maschinen von Air India. Bei Turkish und Egypt Air ist das schon längst der Fall. Im Transatlantikmarkt hat man ein Kartell aus AC/UA/CO/LH, auch US würde gerne dazu stoßen. Dabei ist es vollkommen egal, für welche der 4 Airlines sich der Kunde entscheidet, alle verdienen daran gleich. Es besteht also keine Konkurrenz mehr zwischen diesen Airlines, somit auch kein Druck, das eigene Produkt in Abgrenzung zu den anderen 3 zu optimieren. Klar könnte der Kunde mit einer anderen Allianz fliegen, aber dazu müsste er den Vollsortimenter wechseln und nicht mehr nur auf eine Karte setzen, was der Kunde ungern tut, weil er froh ist, wenigstens noch bei *A (s)einen Status zu erhalten.
Früher war der Airline-Markt reguliert und abgeschottet, die Airlines brauchten also keine Konkurrenz zu fürchten. Die Produkte waren gar nicht schlecht, weil man dafür als Staatsmonopolist nahezu jeden Preis verlangen konnte. Mit der Deregulierung fingen diese Airlines aber keineswegs an, miteinander über das beste Produkt zu konkurrieren. Ganz im Gegenteil: Sie schotteten und schotten sich erneut ab, mit Hilfe von Allianzen und Loyalitätsprogrammen, die Kunden unabhängig von der Produktqualität an ein bestimmtes Kartell binden. Wirklich mit dem Produkt konkurrieren nur Neugründungen, junge Airlines ohne glorreiche Vergangenheit als satte, fette Staats-Carrier. Also Airlines wie EK oder Jet Airways. Insbesondere vor EK hat LH deshalb richtig Angst. Denn die denken nicht daran, sich in einer Allianz vor der Konkurrenz zu verstecken. Die machen einfach Sachen, die der Kunde mag. Aus Sicht der Lufthansa ein echtes Unding.