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Thema: Meine Reise in die Concorde

  1. #41
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    Fortsetzung 21

    Aus meiner ersten USA Reise brachte ich mir von Texas Instruments einen kleinen Taschenrechner für 12,99 USD aus dem Supermarkt mit, dessen Energieversorgung statt von Batterien von Solarzellen übernommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht einmal, dass es so etwas überhaupt gibt. Funktioniert heute noch und wird noch genutzt, trotz der App auf dem Iphone. 1983 kaufte ich meinen ersten Computer, einen TI 99/4A Homecomputer. Zu dem Konkurrenzmodell von Sinclair hatte ich kein Vertrauen. Ich lernte darauf ein wenig das Prinzip Homecomputer zu verstehen, Tabellenkalkulationen zu machen und versuchte mich sogar an einer Flugsimulation. Da die Daten hierfür aber auf einem Kassettenrecorder lagen, war er nicht wirklich Alltagstauglich.




    Wieder ein Blick auf die Zeitgeschichte: Die 1970er und frühen 80er waren die Hochzeit der Bildungspolitik in Deutschland. Heute haben Kinder aus dem Armutsstadtteilen wie dem, aus dem ich stamme, sehr viel weniger Zugang auf Bildung und sozialen Aufstieg als die Kinder der Siebziger. 1982 wechselten die Liberalen unter üblen Umständen die politische Seite und Helmut Kohl wurde Kanzler. Seine wenig geschickten Statements von der „Geistig-moralischer Wende“ und der „Gnade der späten Geburt“ klangen in den Augen vieler jüngerer wie „Heim ins Reich“, aber das mag Ansichtssache sein. Erst 1998 sollte er wieder aus dem Bundeskanzleramt verschwinden, in einer Orgie von Skandalen um illegale Parteienfinanzierung, schwarze Kassen im Ausland und Ehrenworte an zwielichtige Geldgeber, nachzulesen in Geschichtsbüchern.

    Anfang der 1980er begann in Deutschland die Jogging-Bewegung. Bis dahin drehten sich die Menschen um, wenn abends jemand in Parks und Straßen herumlief. 1984 schaffte ich in Berlin meinen ersten Marathon, nur als Teilnehmer mit 4 Stunden 20 Minuten, leider nicht als Sieger. Ich war immerhin schon über Dreißig. 1986 ereignete sich Tschernobyl die erste nukleare Katastrophe in einem Kernreaktor, nachdem es in Harrisburg vorher schon eine ziemlich brenzlige Situation gegeben hatte. Später folgten die Ereignisse Fukushima .

    Fortsetzung folgt, aber es wird etwas dauern
    Geändert von concordeuser (28.03.2019 um 18:50 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur, Ergänzung
    hippo72, stubenhocker, Weltenbummler42 und 10 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  2. #42
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    war der Unfall in Harrisburg nicht schon deutlich vor Tschernobyl?!

  3. #43
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    Zitat Zitat von divemaster Beitrag anzeigen
    war der Unfall in Harrisburg nicht schon deutlich vor Tschernobyl?!
    yep...1979....40-jähriges in ein paar Tagen.

  4. #44
    Erfahrenes Mitglied Avatar von travellersolo
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    Zitat Zitat von concordeuser Beitrag anzeigen
    Heute haben Kinder aus dem Armutsstadtteilen wie dem, aus dem ich stamme, sehr viel weniger Zugang auf Bildung und sozialen Aufstieg als die Kinder der Siebziger. 1982 wechselten die Liberalen unter üblen Umständen die politischen Zeiten
    ich stehe auf dem Schlauch, kannst du mir bitte erklären, was du genau meinst? Danke

  5. #45
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    Zitat Zitat von divemaster Beitrag anzeigen
    war der Unfall in Harrisburg nicht schon deutlich vor Tschernobyl?!
    Völlig richtig . Hätte ich prüfen sollen, war mir aber zu sicher. Danke für den Hinweis
    divemaster sagt Danke für diesen Beitrag.

  6. #46
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    Zitat Zitat von travellersolo Beitrag anzeigen
    ich stehe auf dem Schlauch, kannst du mir bitte erklären, was du genau meinst? Danke
    Sorry habe den Tippfehler zu spät gesehen, aber jetzt korrigiert. gemeint war: "die politische Seite"

    "Die Liberalen waren für die Fortsetzung der Koalition mit der Sozialdemokratie gewählt, um sich kurz danach auf die andere Seite zu schlagen. Von vielen damals als Betrug am Wähler empfunden.
    travellersolo sagt Danke für diesen Beitrag.

  7. #47
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    toller Text - weiter so.
    Als 77er Jahrgang finde ich weiter zurück blickende Texte besonders interessant - danke!
    Blackjack und concordeuser sagen Danke für diesen Beitrag.

  8. #48
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    Zitat Zitat von paarlman Beitrag anzeigen
    Als 77er Jahrgang finde ich weiter zurück blickende Texte besonders interessant
    Da bist du ja noch jung
    Geändert von concordeuser (26.03.2019 um 09:05 Uhr)
    paarlman sagt Danke für diesen Beitrag.

  9. #49
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    Zitat Zitat von concordeuser Beitrag anzeigen
    Da bist du ja noch jung
    ja, aber jeden Tag weniger..... :-)
    concordeuser sagt Danke für diesen Beitrag.

  10. #50
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    Fortsetzung 22

    Auch 1986, 9 Jahre vor meinem supersonic Erstflug, träumte ich noch immer nicht von der Concorde, dafür aber von einem Flug rund um die Welt. Mitte des Jahrzehnts hatte ich die Luftfahrtbücher von Rudolf Braunburg verschlungen, einem ehemaligen Lufthansa-Kapitän, der zum Schriftsteller geworden war. Besonders fasziniert hatte mich das Buch, das eine Reise um den Globus schilderte, auch wenn mir heute nicht einmal mehr der Titel einfällt.

    Anfang des Jahres hatte ich Freunden einen großen ökonomischen Gefallen getan und als Dankeschön schenkten sie mir ein Round-the-world Ticket für Singapore Airlines in Verbindung mit American Airlines. In Business Class. Es war nach damaligen Verhältnissen ziemlich teuer und wahrscheinlich hätte ich im Reisebüro meines Vertrauen ein deutlich günstigeres Ticket ebenfalls in C gefunden, aber irgendwie war ich auf dieses Ticket von Singapore Airlines fixiert, eine Fluggesellschaft, die in jener Zeit einen legendären Ruf hatte. Frankfurt – Bangkok - Singapore war zunächst mein Routing. Von dort machte ich für vier Tage einen Abstecher nach Melbourne mit einem hingekauften Ticket, um mich mit einer befreundeten Lufthansa Stewardess zu treffen, die dort ein long lay over hatte als zwischen Hongkong und Australien shuttelte. Damals flog der Kranich noch nach Australien. Zurück in Singapore ging meine Reise mit dem Aroun-the-world-Ticket weiter über Taipeh nach Hawaii und über San Francisco, Dallas und Chicago zurück nach Frankfurt. Nach dreieinhalb Wochen war ich wieder zuhause. Leider hatte ich nicht die Zeit für eine längere Reise, ich konnte also diese kurze Erdumrundung machen oder gar keine.

    Noch immer mochte ich damals das Gefühl unterwegs zu sein. Doch ich erinnere mich an diesen Trip mit sehr gemischten Gefühlen. Ich habe viel gesehen und erlebt, aber eben nur oberflächlich. Es war die Reise, die ich damals unbedingt machen wollte, aber es war zu viel auf einmal. Ab San Francisco war meine innere Uhr komplett verstellt und ich kämpfte mit Erschöpfung. Nichts erinnere ich von den letzten Legs, vielleicht war es so etwas wie eine "fliegerische-post-koitale Depression" ?





    Fortsetzung folgt - in einigen Tagen
    Geändert von concordeuser (26.03.2019 um 11:24 Uhr)
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  11. #51
    Reguläres Mitglied Avatar von Muggs
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    Gibt es digitalisierte Dias von den früheren Reisen? Las Vegas anfangs der 80er fände ich spannend.
    Erde, die uns dies gebracht, Sonne, die es reif gemacht,
    liebe Sonne, liebe Erde, euer nie vergessen werde!

  12. #52
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    Zitat Zitat von Muggs Beitrag anzeigen
    Gibt es digitalisierte Dias von den früheren Reisen? Las Vegas anfangs der 80er fände ich spannend.
    Leider nicht - deswegen bemühe ich ja Youtube Videos zur Illustration

  13. #53
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    Erst in einigen Tagen wird es mit der inhaltlichen Erzählung weitergehen, etwa dem Bau und dem Linienbetrieb der Concorde, ich muss meine Texte sortieren und einiges überprüfen. Schließlich habe ich neben dem "Hobby Concorde" ja noch einen Job und ein anderes Leben.

    Es gibt umfangreiches Material zur Concorde, offenbar ein Thema das viele interessiert. Einige der unzähligen Bücher habe ich im Laufe der Zeit gelesen. Auch von dem vielen Material, das bei Youtube und anderen Portalen zu finden ist, habe ich im Laufe der Jahre einiges betrachtet. Zusammen mit der Erfahrung meiner 5 Flüge bildet dies die Ursuppe meiner Erzählung.

    Bis es hier weitergeht werde ich noch ein wenig Videomaterial verlinken

    Erstflug der Concorde 1969 aus einer britischen Wochenschau (4 Minuten):




    Ein vielleicht spannendes Detail dabei: bei den Testflügen war immer ein Fallschirm dabei, der bei der Landung am Heck zum Abbremsen eingesetzt wurde, hier gut zu sehen.
    Geändert von concordeuser (28.03.2019 um 18:51 Uhr)
    hippo72, MaBo, tosc und 2 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  14. #54
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    Später sollte ich das Glück haben, in Reiseflughöhe das Cockpit der Concorde 2x für einige Minuten besuchen zu dürfen.
    Nachfolgend ein Blick ins Cockpit bei Start und Landung

    Geändert von concordeuser (27.03.2019 um 08:01 Uhr)
    MaBo, tosc, carapicuiba und 2 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  15. #55
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    Super, vielen Dank für diese hochinteressanten Berichte! Ich bin selber leider "zu jung", um das jemals selber erlebt zu haben -- naja, bin fast 40, aber mit Anfang 20 hatte ich eben das Geld noch nicht, was ich heute habe. ;-)

    Oh Mann, würde es die Concorde heute noch geben, ich würde jeden Preis zahlen um nur einmal damit zu fliegen ... *seufz*

    Oder noch besser, mich in die 80er-Jahre zurück beamen. Da hatte es ja noch viel mehr Charme. Concorde-Room in LHR, mal eben für ein Meeting nach NY ... Amazing!

    Naja, habe mich damit abgefunden, dass ich mir meinen Senator-Status wohl bis ans Lebensende auf 321, 359, 777, und, wenn's ganz gut läuft, mal auf 388 erfliegen darf ... Boooooring.
    concordeuser und CGNxJoe sagen Danke für diesen Beitrag.
    2012: CGN MUC FDH LAX DXB NRT DUS LHR VIE FLR TRN FRA TXL BCN VLL CRL BRU EIN SSH TLV AGP CPH
    2013-2015: Hab ich vergessen -- War zu lange nicht im Forum ...
    2016: MUC NCE LHR CGN DXB HND EWR DTW CVG ORD AMS TXL DEN DUS IDA GVA FRA HAM VCE LAS SLC IST HRG SIN PVG SEZ
    2017: MUC PVG HKG IAD DTW RDU CGN FRA KIX HND TXL ORD ICN BRU DUB AUH OLB TRN DUS HAM
    2018: MUC CGN FRA DEN IDA HND ORD IAD AUS MIA BRU FCO PEK HKG VCE AMS CPH EWR SAN ICN KGS TXL LIS

  16. #56
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    Könntest du uns Jüngeren etwas über Grau- und Schwarzmarkttickets erzählen? Ein paar Anektdoten sind mir durchaus bekannt (z.B. die vergleichsweise spottbilligen Interflugtickets ex DDR).
    travellersolo sagt Danke für diesen Beitrag.

  17. #57
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    Zitat Zitat von spocky83 Beitrag anzeigen
    Könntest du uns Jüngeren etwas über Grau- und Schwarzmarkttickets erzählen? Ein paar Anektdoten sind mir durchaus bekannt (z.B. die vergleichsweise spottbilligen Interflugtickets ex DDR).

    Gut, ein Stück Erklärung:

    Ich will es versuchen: Im Zeitraum so etwa Ende der 1970er und in den Achtziger Jahre habe ich nach meiner Erinnerung solche Tickets inner-europäisch genutzt. Zur Erinnerung: offiziell gab es nur die IATA Normaltarife, die eigentlich für "Normalos" wie mich völlig unerschwinglich waren, wenn es nicht gerade eine beruflich veranlasste Reise war, also jemand anderes die Kosten trug.

    In Hamburg und sicherlich auch in anderen Städtchen gab es Reisebüros, die sogenannte "Grau- und Schwarzmarkttickets" verkauften. Sie hatten den Vorteil, deutlich billiger als reguläre Tickets zu sein. Das waren einmal Tickets, die nur in Zusammenhang einer Pauschalreise verkauft werden durften. Ich erinnere in Hamburg drei Reisebüros, die mir solche Tickets verkauft haben. Manchmal bekam ich einen fiktiven Hotelgutschein dazu, der ohne Wert war, meist nicht. Ich war mehrfach mit solchen Tickets unterwegs, bin aber nie nach meiner Pauschalreise gefragt worden.

    Dazu muss ich ergänzend darauf hinweisen, dass Fliegen damals anders passierte. Man ging am Flughafen zum Check In-Schalter und dort wurde der entspreche Coupon aus dem (papiernen!!!) Flugschein herausgerissen und in eine Papierhülle namens Boardingpass gesteckt, auf den noch einmal die Flugdaten gedruckt wurden. Dann zum Gate wo beim Check-In der Boardingpass einbehalten wurde. Irgendwelche Kontrollen gab es außer der Ausweis- und Passkontrolle nicht, auch kein Abgleich zwischen dem Reisenden und dem Namen auf dem Flugticket. Auch konnte man in Hamburg supergünstige Tickets für Seeleute kaufen, die eigentlich nur dieser Berufsgruppe vorbehalten waren, wenn sie beruflich zu ihren nächsten Einsatz flogen. Ich habe auf der Strecke nach London mehrfach davon gebrauch gemacht. Ebenso wurden etwa für Hamburg - London bei DANAIR Chartertickets ohne Pauschalreise verkauft, was ebensowenig den strengen IATA Regeln entsprach. Und auch zu anderen Charter Destinationen.

    Wurde natürlich nicht von allen Reisebüros angeboten, auch nicht, wenn man nicht davon wusste und danach fragte.

    Es gab auch die Möglichkeit des Hardcorebetruges, bei dem man nach dem Einchecken den Flugcoupon aus der Boardingpass entnommen hat und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal für dieselbe Strecke benutzt hat. Ich habe mich dazu nicht getraut, es aber einmal unterwegs gesehen. Muss wohl häufiger vorgekommen sein, denn später gab es daher für Check In Agenten die Dienstanweisung, das Vorhandensein des Flugscheins im Boardingpass zu überprüfen. Noch später dann war die Boardingpasshülle so konstruiert, dass es ein größeres Sichtfenster gab durch das der Check In Agent sofort sehen konnte, ob der Flugschein vorhanden war.

    Ebenso erinnere ich mich, dass ich zwei- oder dreimal auf der Strecke von BerlinTegel nach Hamburg ein nicht IATA regelkonformes Ticket für die TAP gekauft habe, die damals am Nachmittag mit der 727 das Routing Lissabon Berlin Hamburg Lissabon bediente. An drei Tagen in der Woche. War mit nur 40 oder 50 DM deutlich billiger als das Ticket der PAN AM nach Hamburg, da ja bis 1989 nur die alliierten Siegermächte die Transitstrecken von Berlin nach Westdeutschland fliegen durften. Sicherlich hatte die TAP keine Linienrechte für dieses Segment.
    Geändert von concordeuser (07.04.2019 um 11:17 Uhr) Grund: Ergänzung
    hippo72, Alligator, spocky83 und 6 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  18. #58
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    Tickets für Interflug dagegen waren billig aber nicht illegal. Sie wurden in bestimmten Reisebüros verkauft (in Westberlin und auch in Hamburg zum Beispiel), hatten aber für mich als Hamburger den Nachteil, dass ich erst hätte nach Westberlin fliegen müssen. Auch war der Abflug von Ost Berlin dem heutigen SXF relativ langsam, auch wenn auf auf die großen Kontrollen verzichtet wurden, die sonst beim Überqueren der Zonengrenze üblich waren. Man musste erst einmal in Westberlin einen der Transitbusse nehmen, der einen zum Flughafen auf der anderen Seite brachte.

    Interflug-Tickets zu kaufen galt als politisch unerwünscht, es war der Kalte Krieg und die Springer-Presse dröhnte, damit würde man den Feind unterstützen. Ebenso wie der politisch korrekte West-Berliner die S Bahn nicht nutzte weil sie vom "Feind" betrieben wurde. Bei meinem Abitur 1972 wurde beim benachbarten Mädchen Gymnasium in Klassenarbeiten noch als Fehler rot markiert, wenn eines der Mädchen "DDR" statt "Ostzone" schrieb. Galt als grammatikalischer Fehler.

    Weichwährungstickets waren Ticktes, die man in einem der Weichwährungsländer kaufte, in denen Tickets aufgrund der Währungsparität und der Kaufkraft deutlich billiger war. Innerhalb Europas erinnere ich dies für Griechenland und Portugal. Auch von London nach Hamburg war ein in Großbritannien gekauftes Ticket um 40 % billiger als wenn ich es in Hamburg erworben hätte.

    Ein Ticket Athen nach New York über Frankfurt kostete etwa nur ein Drittel des Preises ab Hamburg oder München. Problemlos konnte man ab Deutschland damit losfliegen, wenn man den ersten Coupon herausriss. Man musste nicht einmal in die entsprechenden Länder, es gab spezielle Reisebüros, die solche Tickets hier verkauften. Aufgrund des damals noch höchst geringen Grads an EDV Nutzung und Digitalisierung war derartiges für die Fluggesellschaften nicht zu kontrollieren.
    Geändert von concordeuser (28.03.2019 um 09:21 Uhr)
    hippo72, *MUC*, tosc und 8 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  19. #59
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    Verrückt!

    Schon damals gab es maximal-Optimierer... und ich dachte, das kam erst mit dem Internet
    hadraman sagt Danke für diesen Beitrag.

  20. #60
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    Zitat Zitat von rolst01 Beitrag anzeigen
    Verrückt!

    Schon damals gab es maximal-Optimierer... und ich dachte, das kam erst mit dem Internet
    Das Prinzip des des Kapitalismus ist die "Gewinn Maximierung", um jeden Preis, (siehe VW, Boeing etc.) also auch bei Flugtickets und in der Lounge
    Geändert von concordeuser (28.03.2019 um 09:29 Uhr)

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