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Thema: Auf ein Neues !!! Wintersaison 2019/20

  1. #1
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    Standard Auf ein Neues !!! Wintersaison 2019/20

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    Auf ein Neues !!! Wintersaison 2019/20

    Vorwort

    Nachdem ich in der Wintersaison 2018/19 aus persönlichen Gründen die Erstellung von Reiseberichten ausgesetzt hatte, werde ich es in dieser Saison mal wieder versuchen zeitnah zu den Ereignissen zu berichten.

    Was ist reisetechnisch zwischen den letzten Berichten und dem Heute passiert ?

    In der Wintersaison 2018/19 gab es 3 Reisen
    1.) China (Shanghai), Thailand (Bangkok, Phuket), Cambodia (Phnom Penh,


    Koh Rong Sanloem),


    Thailand (Phuket,


    Bangkok)

    2.) Singapore,


    Thailand (Bangkok, Phuket),


    Indien (Delhi,




    Agra,


    Jaipur,




    Kalkutta), Thailand (Bangkok, Kamphaeng Phet,


    Chiang Mai, Ayutthaya,




    Pimai,






    Khao Yai National Park,


    Khao Lak)


    Singapore und
    3.) Portugal (Porto), zwecks Eigenoptimierung
    4.) Süd-Frankreich
    5.) Moldawien

    Ihr seht – also nichts besonders Spannendes, eher - außer Kalkutta, was mir sehr gut gefallen hat, und einem Flug mit einer Xi’an Ma-60


    – die ‚üblichen Verdächtigen’.

    Auch diesen Jahr sind meine Standardreiseziele wieder integriert, doch es gibt auch etwas Neues, selbst 1 ½ neue Länderpunkte und eine neue Airline sind enthalten.

    Natürlich sind schon alle Flüge gebucht, Hotelzimmer flexibel reserviert – so dass man ggfls. noch umbuchen kann.

    Genug der Vorrede, weiter geht es in Kürze mit dem ersten Reisetag.
    Oban, trichter, Exploris und 122 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  2. #2
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    Schön das -so scheint es - bei Die wieder alles im Lot ist!
    Bin neugierig auf die neuen Reisen und finde natürlich die Aussage: „Porto zwecks Eigenoptimierung“ sensationell.
    HON/UA sagt Danke für diesen Beitrag.

  3. #3
    Erfahrenes Mitglied Avatar von cockpitvisit
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    Die Welt ist wieder in Ordnung

    Freue mich auf die neuen Reiseberichte!
    HON/UA und crane04 sagen Danke für diesen Beitrag.
    #DontFreeTheirFaces

  4. #4
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    Standard Auf ein Neues !!! Wintersaison 2019/20

    Klasse! Sitze gerade auf der Terrasse, die Sonne kommt raus und was lese ich....es geht weiter! Ich bin gerne lesend dabei!
    HON/UA sagt Danke für diesen Beitrag.

  5. #5
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    Kannst du vielleicht ein paar Worte über Koh Rong Sanloem schreiben?
    Wie fandest du es, in welchem Hotel wart ihr und gab es Sandfliegen?

    Freue mich auch auf den kommenden Reisebericht!
    HON/UA und thomasN sagen Danke für diesen Beitrag.

  6. #6
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    endlich wieder was zu lesen vom Muskelzwerg. Abonniert.
    HON/UA sagt Danke für diesen Beitrag.

  7. #7
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    Freitag, 27.09.2019

    Nach einem Kurztrip nach Moldawien steht nun die erste Reise der Wintersaison 2019/20 an, welche uns zum wiederholten Mal in den Kaukasus führen wird.

    Im Frühjahr 2018 hatte uns Georgien sehr gut gefallen – und so entschlossen wir diesmal die 1 ½ Binnenländer zu besuchen, Armenien und das international nicht anerkannte Nagorny Karabach (auf Deutsch: Bergkarabach).

    Wer jetzt dachte, dass Moldawien ein kleines Land ist, dem sei gesagt, dass Armenien dessen Fläche nochmals um 10% unterbietet (in etwa so groß wie das Bundesland Brandenburg), auch wohnen im Land nur knapp 3 Millionen Einwohner, weniger als in der Stadt Kiev.

    Als Herausragend kann Armenien für sich beanspruchen, dass es 301 n.Chr. das erste Land war, welches das Christentum als Staatsreligion einführte.
    Wegen seiner Lage zwischen christlichem- und islamischem Einflussgebiet, kam auch das kleine Armenien mit seinen großen Nachbarn Rom, Hellas, Persien, Russland und dem Osmanischem Reich immer wieder unter neue Herrschaft, inklusive derer der Mongolen.
    Im Russisch-Persischen-Krieg ging Armenien im Jahre 1828 an das Russische Kaiserreich, mit welchem es auch in den 1. Weltkrieg eintrat und somit gegen das Osmanische Reich kämpfte. 1915/16 kam es zum ‚systematischen’ Völkermord an den Armeniern, wobei, je nach Zählung, zwischen 80'000 und 300'000 Armenier getötet wurden.
    Nach der Russischen Oktoberrevolution wurde Armenien offiziell 1922 zur Armenisch Sozialistischen Sowjetrepublik und erlangte mit dem Verfall der UDSSR 1991 seine Unabhängigkeit.

    Um nach Yerevan zu gelangen gibt es ab Odessa einige Möglichkeiten, in Business Class die günstigste mit Ukrainian International (MAU) über Kiev, mit – eine Ausnahme – Ankunft am frühen Nachmittag. Da ich aber noch Meilen für den Statuserhalt bei *A benötige, wurde es LOT, auch wegen des Preises in F-Klasse, welche 150% plus SEN-Bonus einbringt. Nachteil? Ankunft Mitten in der Nacht.

    Abflug von Odessa nach Warschau war für 18:05 geplant, so dass wir noch den ganzen Tag zuhause zur Verfügung hatten. Nach Gym, Mittagessen und Friseur ging es mit 40 kg Gepäck per UKLON mit einem älteren Toyota Camry für US$ 6 zum Flughafen.

    Aktuell werden zwei Terminals betrieben, das alte für Internationale Abflüge und das neue für innerukrainische Abflüge und alle Ankünfte.

    Neu:

    (die Innenansicht hatte ich als Story in Instagram gepostet)

    Alt:


    Bin ich vor genau einer Woche nach Kiev vom wirklich (für Odessa) imposanten neuen Terminal abgeflogen, ging es heute ins alte Terminal.

    Das Terminal war sehr leer, nur vor den beiden LOT-Schaltern gab es eine lange Schlange. Zum Glück konnten wir diese wegen Buchungsklasse und SEN-Status umgehen, so dass wir nach gefühlten 30 Sekunden unsere Koffer aufgegeben, die Boarding-Pässe für ODS – WAW und WAW – EVN in Händen hielten.


    Schnell waren wir durch Sicherheits- und Passkontrolle Airside,


    gingen direkt in die Lounge, welche man bei LOT-Flügen benutzen darf, bei AUA- (und früher LH-) Flügen jedoch nicht.




    Ich ärgere mich jedes Mal... Die Aussage von LH/AUA ist, dass diese Lounge nicht den Minimalanforderungen genügt – deshalb lassen sie ihre Gäste lieber im normalen, im Winter ungeheizten, Abflugbereich auf Metallbänken sitzen.

    Diese Logik muss sich einem erst erschließen.

    Um 17:25 landete die Embraer 195 pünktlich,




    so dass wir es uns noch kurz auf einen Kaffee in der Lounge gemütlich machten bis um 17:35 bereits der Boarding-Aufruf erfolgte.

    50 Meter zu Gate 1 gelaufen (zu Gate 2 wären es 5 Meter gewesen) und hinaus aufs Vorfeld, wo linkerhand der VIP-Bus (ein Hyundai...) auf uns und die anderen Gäste der C, PE und *A Gold Statuskunden wartete.


    Schnell waren wir am Flugzeug und konnten direkt einsteigen.

    Die C bestand aus 2 Reihen, für 4 Paxe, die PE ebenfalls aus 2 Reihen, also für 8 Paxe. Der Flug war ziemlich gut gebucht, C zu 100%, Y+ zu 75%, und auch in der Y nur wenige Einzelplätze nicht besetzt.

    Am Boden noch einen Welcome-Drink im Plastikbecher, Wasser oder Orangensaft.


    Überpünktlich waren wir über die holprige kombinierte Start- und Landebahn in Südrichtung im Abendhimmel über Odessa, drehten eine Rechtskurve (also ohne Ausblick vom Meer auf die Stadt) nach Norden.

    So oft ich auch schon in meinem Leben geflogen bin, der sonnige Abendhimmel über einer geschlossenen Wolkendecke ist und bleibt für mich etwas Besonderes,


    vermittelt mir irgendwie das Gefühl von Freiheit und gleichzeitig Geborgenheit, weil draußen eiskalt und lebensfeindlich, im Flugzeug warm und kuschelig – wahrscheinlich der Grund weshalb ich noch immer gerne fliege.

    Nach ca. 30 Minuten Flugzeit wurde der Tisch eingedeckt, es gab etwas zu trinken und ein kleines Abendessen – wie immer bei LOT mit Kaper, aber absolut ‚nothing to write home about’.


    Nein, stimmt nicht ganz... denn die Lindt-Praline wurde weggespohrt. Ärgerlich, war diese doch immer das Beste am LOT-Essen. Jetzt gibt es ein pappsüßes, mit Karamell gefülltes, Milchschokoladenkonfekt. Einfach grausig !!!

    Landung um 18:50, zum Glück gab es eine Position am Finger – denn bei Busankunft hat man häufig das Problem des ewigen Anstehens an der X-Ray-Kontrolle.

    Leider dauerte es geschlagene 20 Minuten bis der Finger am Flugzeug andockte, dafür war an der Gepäckkontrolle nichts los und wir waren sehr schnell im Untergeschoss, wo sich die LOT-Lounge für Non-Schengen-Flüge befindet.

    Auch hier eine Änderung: die bisherige LOT-Lounge ist nun keine mehr, diese befindet sich daneben und bei weitem nicht so schön wie die bisherige. Dafür ist nicht so viel Verkehr wie in der Schengen-Lounge, in welcher ich gefühlt noch nie auf Anhieb einen Platz bekommen habe.

    Hinein in die Lounge,


    das Essensangebot betrachtet,




    ziemlich abgefressen das Ganze.

    Und dann der eigentliche SKANDAL des Tages:


    KEIN Coca Cola, nur das ekelhafte Pepsi Max (die Bezeichnung ‚Max’ sagt alles) und KEIN Prince Polo !!!

    Nun gibt es endgültig keinen Grund mehr LOT zu fliegen !!!

    Nun müssen wir 2 ½ Stunden in der Lounge totschlagen, um 22:20 geht LOT 727 nach Yerevan.
    smeagol, Oban, Exploris und 64 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  8. #8
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    Zitat Zitat von alohasteffi Beitrag anzeigen
    Kannst du vielleicht ein paar Worte über Koh Rong Sanloem schreiben?
    Wie fandest du es, in welchem Hotel wart ihr und gab es Sandfliegen?
    Der zweite Teil beantwortet sich am einfachste. Nein !!! (ich war im November)

    Ich hatte Koh Rong Sanloem so gar nicht auf dem Schirm - aber ich wollte mit einer Xi'an Ma-60 fliegen https://de.wikipedia.org/wiki/Xi’an_MA60, und das geht nur zwischen Phnom Phen und Sihanoukville.

    Leider geht der Flug relativ früh, es besteht keine Möglichkeit am selben Morgen früh genug aus Bangkok am Flughafen Phnom Phen anzukommen, um den Weiterflug zu erwischen. Also muss man am Vorabend aus Bangkok ankommen, in Phnom Phen übernachten, kann sich die Stadt anschauen (in meinen Augen verschwendete Lebenszeit).

    Am nächsten Morgen dann früh zum Flughafen, durch den Horrorstau, um um 10:00 den Flug nach Sihanoukville zu erwischen. Will man nicht unbedingt Xi'an MA-60 fliegen, kann man natürlich einen späteren Flug nehmen, auch ohne Zwischenstop in Phnom Phen oder direkt aus Kuala Lumpur mit Air Asia nach Sihanoukville fliegen.

    Wir hatten durch unser Hotel ein Flughafentaxi bestellt, leider viel zu klein für uns 4 mit Gepäck - so dass wir noch ein zweites Auto besorgen mussten.

    Nun ging es nach Sihanoukville, alles ist bereits auf Chinesisch angeschrieben, an unzähligen Baustellen vorbei, zum Hafen - eine Stunde Fahrtzeit.

    Am Hafen mussten wir unsere Koffer zum Pier schleppen, für US$ 20/Person ein Ticket für einen Seelenverkäufer lösen, welcher uns, zusammen mit 100 Chinesen, in 90 Minuten in die Bucht von Koh Rong Sanloem brachte (für schlanke US$ 700/Weg hätte es auch einen Privattransfer gegeben).

    Dort durften wir dann unser Gepäck vom Pier über den Strand und durchs seichte Wasser in ein kleines Langboot wuchten, welches uns in 10 Minuten zu unserer Unterkunft brachte, dem Sol Beach Resort. https://solbeach.com

    Dort hatten ich für mich und Begleitung eine 'Villa' (eher Beach-Hut) auf Stelzen in 2. Reihe gebucht - für US$ 180/Nacht inklusive (miesem) Frühstück viel, viel zu teuer.

    Natürlich kann man auf Koh Rong Sanloem auch sehr luxuriös übernachten, in einem der beiden Luxusreports für knapp US$ 2'000/Nacht - in Kambodscha...

    Nun war es aber geschafft, wir waren angekommen, den ganzen Tag von Phnom Phen unterwegs gewesen.

    Die Insel ist toll, der Strand ein Traum - aber eben, nichts, nix, Null, los. Die ersten zwei Tage wusste ich nichts mit mir anzufangen, dazu wirklich schlechtes Essen, egal ob in unserem Hotel, den anderen 'Resorts' oder den paar unabhängigen Restaurants. Und, für Kambodscha, nicht billig ! WiFi oder mobiles Internet konnte man zu 90% aus vergessen, am besten funktionierte es ab Mitternacht - aber auch sehr langsam.

    Ab Tag 3 hatte ich mich dann daran gewöhnt, dass man einfach nichts machen kann, dass man entspannen MUSS, denn von den paar möglichen Ausflügen wurde uns abgeraten.

    Wer noch ein bisschen das Ursprüngliche sucht, der ist auf Koh Rong Sanloem gut aufgehoben. Es ist ruhig, noch relativ naturbelassen, keine Autos, kein Verkehr - perfekt zum Abschalten, baden und sonnen.

    Aber eben nichts für mich, nichts wofür ich diese An- und Abreise auf mich nehmen würde.

    Denn an Tag 5 lief fast alles wieder rückwärts ab:
    - 07:30 die Koffer durchs seichte Wasser
    - 15 Minuten zum nördlichen Pier
    - 45 Minuten warten bis das (diesmal kleine) Boot ablegte
    - 90 Minuten bis Sihanoukville
    - Koffer aus dem Boot den Pier entlang und das Taxi suchen
    - 60 Minuten zum Flughafen
    - 2 Stunden auf unseren Flug warten
    - 2 Stunden bis KL
    - 2 1/2 Stunden Aufenthalt in KL
    - 1 1/2 Stunden Flug nach Phuket...

    Bei Dunkelheit kamen wir dann im Hotel an, 13 Stunden Reisezeit von Hotel zu Hotel.

    Es war eine Erfahrung, ich bin froh, dass ich es gemacht habe - nochmal würde ich aber nicht hin.
    hunter, ChrischMue, pavouch und 25 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  9. #9
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    " So oft ich auch schon in meinem Leben geflogen bin, der sonnige Abendhimmel über einer geschlossenen Wolkendecke ist und bleibt für mich etwas Besonderes, "

    Juser ,

    der morgendliche Blick aus dem Fenster auf die aufgehende Sonne über der Volksrepubik Burma ist einer der Gründe meiner anhaltenden Reisetätigkeit eastbound . Insoweit vollstes Verständnis .



    HON/UA, crossfire, Hene und 8 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

  10. #10
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    Vostoka na pobedu!

    In diesem Sinne froie ich mich über den Erkenntnisgewinn des allseits geschätzten Jusers Somkiat, im Osten geht die Sonne auf! Tak.
    HON/UA, oschkosch und Splic3r sagen Danke für diesen Beitrag.

  11. #11
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    Danke für Deine spannenden Reiseberichte! Warte schon gespannt auf die nächsten Beiträge von Dir!
    HON/UA sagt Danke für diesen Beitrag.

  12. #12
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    Klasse, dass es in dieser Saison wieder weitergeht. Schade, dass wir Südfrankreich und Porto verpasst haben, finde ich persönlich immer super interessant, da ich die Ecken selber gerne mag und immer wieder auf neue Tipps und Entdeckungen gespannt bin... vielleicht kommt da ja im nächsten Jahr wieder ein wenig Portugal und Frankreich...

    Wünsche Euch auf jeden Fall viel Spass, stets pünktliche Flüge und viel Freude und neue Erfahrungen...
    HON/UA und bluesaturn sagen Danke für diesen Beitrag.

  13. #13
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    Schön, wieder einen Bericht von dir hier zu finden, freue mich auf die Fortsetzung!
    HON/UA sagt Danke für diesen Beitrag.

  14. #14
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    Samstag, 28.09.2019; Teil 1

    Geplant war der Abflug aus Warschau um 22:20, mit Ankunft in Yerevan um 03:30 – also gegen 5 im Hotel, 5 Stunden schlafen, Frühstück und ab in die Stadt.

    Aber wie es so oft mit einem Plan ist – es wurde nichts daraus. Denn das Display in der Lounge zeigte plötzlich ‚Verspätet bis 23:00’ an, dann 23:10 und plötzlich nur noch ‚Verspätet’. Auch der freundliche Loungemitarbeiter konnte nicht helfen, man würde auf Fluggäste von verspäteten Zubringerflügen warten.

    Um 23:45 dann doch Boarding, hinein in die 737, welche vor dem Vorhang mit 2 Reihen C und einer Reihe Y+ ausgestattet war. Da die Premiumkabine nur mit 4 Personen gebucht war, konnte jeder eine komplette Reihe belegen, die Armlehnen hochklappen und, mit genügend Decken ausgerüstet, ein Flat-Bed basteln.

    Um 00:30 waren wir dann endlich in der Luft, wir versuchten für die knapp 3 Stunden ins Reich der Träume abzutauchen.

    Leider hatten die Herren in Reihe 4 diesen Plan nicht, redeten lauter als nötig. Dazu kam noch ein Medical mit Aufruhr in der gesamten Kabine. Trotzdem, 1 ½ Stunden Schlaf waren drin.

    Um 05:30 landeten wir mit 2 Stunden Verspätung am EVN-Flughafen, dockten am neuen Terminal an und machten uns auf zur Passkontrolle. Dummerweise kam direkt vor uns eine Flugzeugladung Russen an, die Schlange war relativ lang und chaotisch.

    Da aber alle 12 Schalter geöffnet waren, das System der Zuteilung sehr gut funktionierte, waren wir nach knapp 15 Minuten am Gepäckband, wo auch direkt ein Schalter zum Erwerb von SIM-Karten aufgebaut war. 7 GB zu EUR 7, gekauft, ruckzuck, in weniger als 5 Minuten.

    Was liebe ich Länder, in welchen alles so unkompliziert ist, ganz im Gegensatz zu Westeuropa, wo der Erwerb einer SIM-Karte mit viel Fahrerei und Zeitaufwand verbunden ist.

    Beide Koffer kamen an, wir gingen hinaus, wo ein Fahrer auf uns wartete, welchen ich über unser Hotel gebucht hatte.

    Im Parkhaus stand, statt des versprochenen Toyota Camry’s, ein KIA Rio Sedan, welcher uns, vorbei an unzähligen Night-Clubs und Tankstellen, zum Hotel brachte.

    Via booking.com hatte ich das relativ neue ‚Messier 53’ gebucht, modern, in TA sehr gut bewertet, zu ca. US$ 150/Nacht.

    Schnell eingecheckt und ab ins Zimmer,


    wir waren totmüde.

    Am Morgen hatte ich Valentyna erst Mal weiterschlafen lassen, erkundete auf unserem Balkon den Ausblick,


    ging hinunter in die Lobby,


    und zum Frühstück.


    Präsentation und Auswahl eine Katastrophe, vielleicht mit das schlechteste Frühstücksbuffet im Europäischen Raum (da zähle ich wegen Kultur & Religion Armenien einfach mal dazu).


    Ich stand 10 Minuten vor dem abgefressen Buffet und überlegte was ich essen sollte. Am Schluss wurden es Spiegeleier (in Öl gebraten – Igitt !!!) und Honigmelone.

    Ich versuchte im Anschluss Valentyna aufzuwecken, was sich ‚schwieriger’ gestaltete als ich dachte. Aber irgendwann, gegen 12:30 bekam ich sie endlich aus dem Zimmer und wir begannen bei wunderbarem Wetter und sehr angenehmen Temperaturen unseren Rundgang.

    Yerewan zählt mit seine heutzutage über 1 Mio. Einwohner (mehr als 1/3 der Gesamtbevölkerung Armeniens!) zu den ältesten Städten der Welt (seit dem 4. Jahrtausend v.Chr.).

    Wegen seiner zentralen Lage an den Karawanenrouten zwischen Indien und Europa war es lange ein Zankapfel zwischen Persern und Osmanen, wechselte oft den Besitzer.

    Erst 1827 kam es nach über 1000-jähriger islamischer Oberherrschaft unter Kontrolle des Russischen Kaiserreiches, welches die Rückkehr von Armeniern aus Persien und der Türkei vorantrieb.
    Noch vor 100 Jahren war Yerewan einen Kleinstadt mit 20'000 Einwohnern (davon nur 48% Armenier). Durch Aufbau der Industrie, des Bildungswesens etc. verdreizehnfachte sich die Bevölkerung jedoch innerhalb nur weniger Jahrzehnte.

    Das heutige Erscheinungsbild Yerewans wird jedoch von den Baumaßnahmen der Sowjetzeit geprägt. Nach 1921 wurden viele historische Gebäude, darunter Kirchen, Moscheen, persische Festung, Bazare und Karawanserei abgerissen, durch Gebäude im neoklassischen Stil ersetzt. Yerewan hat wegen dieser Bauten aus vulkanischem Tuffstein auch den Beinamen ‚Pinke Stadt’.


    Durch eine typisch Sowjetische Straßenunterführung (in besserem Zustand als in Moldawien) auf den Platz südlich des Hotels


    und durch den einen kleinen Park mit künstlichen Seen und Kaffees


    in Richtung der Kirche ‚Gregor des Erleuchters’,


    fertiggestellt 2001 zum 1700. Jahrestag des Christentums in Armenien. Im Gegensatz zu allen anderen Kirchen in Armenien ist die Kathedrale lichtdurchflutet und benötigt keine Kerzen.


    Die Umgebung der Kirche ist allerdings nicht prickeln:


    Hinunter in Richtung SPARTAK-Stadion von 1935 und Russia-Mall,


    wir mussten Geld tauschen. Dies gestaltete sich ziemlich einfach, denn in der Mall gab es Wechselautomaten mit sehr gutem Kurs – überaus praktisch.


    An den typischen Wohnblocks, allerdings hier aus Tuffstein, vorbei


    zum Shahumyan-Platz, an welchen sich gleich mehrere Parks, auch der zum 2’750-jährigen Jubiläum der Stadt von einer reichen Familie gestiftete, anschließen


    Leider zog es sich ziemlich zu, grauer Himmel und sehr unangenehmer starker Wind, welcher einem massig Staub ins Gesicht wehte.

    An einem Hotel aus der Sowjet-Ära entlang


    zur ‚Blauen Moschee’,




    einem der ganz seltenen Überbleibsel aus der Zeit vor 1921.

    Direkt gegenüber liegt die ehemalige Markthalle,


    welche heute allerdings einen Supermarkt und kleinere Geschäfte beherbergt.

    Nun hatten wir Hunger, es donnerte und sah nach Regen aus. Schnell Tripadvisor gecheckt und gesehen, dass die #1 für Yerewan in 75 Metern Entfernung liegt.

    Dort kehrten wir ein, bestellten marinierte Pilze, Khinkali (auch ‚Manti’), Kebab vom Lamm, Kartoffeln und eine Suppe mit Frikadellen. War alles in Ordnung – aber nicht der Rede wert – weshalb ich auch den Namen des Restaurants nicht nenne. Mit US$ 13 war es aber doch recht günstig, auch im Vergleich zur Ukraine.

    Überhaupt, wir wundern uns: denn obwohl das BIP pro Kopf in Armenien 30% über dem der Ukraine liegt, alles wesentlich günstiger ist, kommen uns die Menschen ärmer vor als in Kiev oder auch Odessa. Woran wir das festmachen? Am Auftreten der Menschen (z.B. Kleidung) und auch an den Autos. Fahren bei uns in der Ukraine relativ viele hochwertige Luxuswagen durch die Stadt, sehen wir hier viele ältere Mercedes, meist aus den USA importiert.

    Als wir mit dem Essen fertig waren, wieder auf die Straße gingen, hatte es leider wirklich angefangen zu regnen.

    Wir erstanden einen Regenschirm und liefen weiter zum Lenin-Platz (heute ‚Platz der Republik) mit frühen Gebäuden (Regierung, Kommunikations-Ministerium & Marriott Hotel) im neoklassizistischen Stil mit Armenischen Einflüssen und neuere Gebäude (Außenministerium und Kunstgallerie) im Stil des sozialistischen Modernismus.




    Am Platz befindet sich auch der ‚Singende Brunnen’, wo allabendlich ein keines Schauspiel stattfindet.


    Nun ging es die Abovyan Straße hinauf, mit Gebäuden aus der Belle Epoque, dem Art Deco und der frühe Moderne.

    Am Charles Aznavour Platz findet man nicht nur einen der in den 20er Jahren installierten ca. 1’400 Trinkbrunnen (Pulpulak), an welchen man in der ganzen Stadt jederzeit Zugriff auf kühles Trinkwasser hat,


    auch das ,Kino Moskau’ liegt hier.


    Weiter die Straße hinauf kommt man zur Kirche Katoghike, dem ältesten noch erhaltene Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert.




    In Richtung Westen, vorbei an immer wieder interessanter, völlig sinnloser Baukunst aus der Sowjetzeit


    zum Opern- oder Freiheitsplatz mit Schwanensee.

    Die Oper empfanden wir als ‚ernüchtern’, grau, langweilig und bedrückend,


    dafür mit der Statue ‚Mutter Armenien’ im Hintergrund.


    Direkt vom Opernplatz geht die Northern Avenue ab, sozusagen DIE Shoppingmeile der Stadt – sogar mit Burger King...


    Weiter liefen wir in Richtung Norden über den Französischen Platz die Mashtots Avenue hinauf zum Matenadran, dem Museum für Manuskripte, in einen Hügel gebaut und atombombensicher, davor die Statue von Mesrop Mashtots, welcher das armenische Alphabet einführte.


    Zurück zur Hauptstraße und via App ein Yandex-Taxi gerufen, in der Wartezeit noch die im typischen Sowjet-Brutalismus gehaltene Fassade dieses Gebäudes bewundert:


    Für knapp US$ 2 brachte uns ein sehr neuer Toyota Camry zurück zum Hotel, als Bonus noch vorbei am Haus des Schachs (erbaut 1970), welches sich auch noch auf meiner To-Do-Liste befand.


    Uns beiden hat der Rundgang gefallen, die Architektur der Stadt fanden wir beeindruckend, so etwas Geplantes kann nur in einer Diktatur durchgezogen werden.
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  15. #15
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    Zitat Zitat von spiegelmann Beitrag anzeigen
    Schade, dass wir Südfrankreich und Porto verpasst haben, finde ich persönlich immer super interessant, da ich die Ecken selber gerne mag und immer wieder auf neue Tipps und Entdeckungen gespannt bin... vielleicht kommt da ja im nächsten Jahr wieder ein wenig Portugal und Frankreich...
    - Portugal wäre ein mieser Tipreport geworden: nach Ankunft in Porto am nächsten Morgen gleich ins Krankenhaus und am frühen Nachmittag OP. Ich wurde am Abend jedoch bereits entlassen, die nächste Woche konnte ich aber kaum etwas machen, liegen und auch sitzen waren kaum möglich. Meistens stand ich irgendwie im Zimmer rum - es war grauenvoll. Unternehmen konnte ich nichts - deshalb gab es auch nichts zu berichten.

    - Frankreich waren die üblichen Ziele, Cap d'Agde, Provence und zusätzlich die Gegend um Carcassonne/Albi.
    Wenn ich drei Tips geben würde:
    1.) Unterkunft für Carcassonne: La Beytina in Pennautier (https://www.labeytina.com) - das war wundervoll und recht preiswert, das vom Hausherrn zubereitete Abendessen sehr gut
    2.) Das Lichtschauspiel Carrières de Lumières (Carrières de Lumières - Site officiel - gérées par Culturespaces) in Les Baux-de-Provence
    3.) Restaurant Alexander / Michel Kayser (Michel Kayser : Restaurant gastronomique à Garons, Nîmes. Restaurant Michel Kayser, étoilé Nîmes au guide Michelin), ein Highlight
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  16. #16
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    Samstag, 28.09.2019; Teil 2

    Als wir am Abend Hunger bekamen, ließen wir uns, unüblich für mich, vom Concierge überzeugen, das Restaurant ‚Temurnets’ auszuprobieren.

    Also bestellte ich über Yandex ein Taxi der Kategorie ‚Business’, vergleichbar mit UBER Black. Es erschien ein älterer 5er BMW, welcher uns für knapp US$ 2 zum Fuße der Kaskaden brachte.

    Okay, die Kaskaden sind bei Nacht wirklich schön anzusehen,


    nur war uns klar, dass wir essentechnisch hier kein Highlight erwarten konnten.

    Beim Herumlaufen waren wir doch überrascht wie stark die Polizei- und Sicherheitskräftepräsenz ist.

    Im Restaurant erwartete uns ein Ukrainisches Auto an der Wand,


    wir nahmen an einem Tisch draußen Platz.

    Die Speisekarte glich der am Mittag, wir bestellten Kebab von Lamm und Huhn, Khinkali mit Fleischfüllung (gebraten), einen Tomaten-Gurken-Salat sowie ein Chatschapuri mit geschmolzenem Käse und flüssigem Eidotter.

    Da eine hungrige junge Hündin um unseren Tisch herumschawenzelte wurde von Valentyna gleich nochmals eine weitere Portion Kebab geordert.

    Das Kebab kam zügig, wie auch der Salat – belanglos.


    Die Khinkali konnten leider auch nicht mithalten, in Georgien hatten wir weitaus besseres Chatschapuri gegessen.

    So aßen wir bis wir nicht mehr hungrig waren, verfütterten die Reste der überglücklichen Hündin. Die wird heute Nacht mal satt schlafen.

    Wegen des milden Wetters entschlossen wir uns die 2 Kilometer zum Hotel per Pedes zurückzulegen, in der Stadt war reger Betrieb.

    An einem Supermarkt legten wir einen Zwischenstopp ein, es ist immer interessant die Produkte anzusehen, die Preise mit zuhause zu vergleichen. Das Angebot war dem unseren in der Ukraine sehr nahe, was auch daran liegen mag, dass relativ viele ukrainische Produkte in den Regalen standen. So waren auch die Preise ähnlich – nur Milchprodukte waren teurer, z.B. ein Liter Milch immerhin US$ 2. Was natürlich herausragend war, war das Angebot an Armenischem Cognac.


    Es ist unglaublich wie viele Restaurants, Bars, Kaffees und Nachtclubs es gibt. Auch der sehr gute Erhaltungszustand der Sowjetbauten verwunderte uns immer wieder aufs Neue. In der Ukraine wären die Bauten der 70er und 80er längst verfallen, in Yerewan sehen sie wie neu aus.


    Gegen 22 Uhr waren wir wieder in unserem Hotel mit dem etwas seltsamen Design angekommen.
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  17. #17
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    Ein Highlight zu Frankreich im Sommer muss ich noch loswerden: das eindeutig beste und interessanteste Dessert meines Lebens, etwas das ich nie vergessen werde.

    Als wir in der Nähe von Carcassonne nächtigten, hatte ich für einen Abend einen Tisch Restaurant 'La Table de Franck Putelat' reserviert, wie Michel Kayser mit 2 Sternen im Guide Michelin ausgezeichnet. https://www.franck-putelat.com/en/

    Zwar kam das Essen nicht an das von Michel Kayser heran, dafür war das Dessert einfach nur umwerfend, eine Komposition aus dem Himmel:

    Es gab ein karamellisiertes Brioche mit Gele von verschiedenen Früchten und Kaviar.


    Das Zusammenspiel des süßen Brioche mit dem fruchtigen Gel und dem salzig/fischigen Kaviar war phänomenal !
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  18. #18
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    Hahaha, karamel'nyj khleb klingt irgendwie nur halb so appetitanregend wie brioche.
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  19. #19
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    Sonntag, 29.09.2019

    Da wir am Vorabend relativ früh eingeschlafen waren, schaffte ich es Valentyna um kurz nach 9 aus dem Bett zu bekommen, so dass wir gegen 10 zum abgefressenen Frühstücksbuffet kamen.

    Auch Valentyna war über das Angebot wenig erfreut, selbst der Kaffee erinnerte an Spülwasser. So beließen wir es bei einem sehr kleinen Frühstück, bestellten ein Yandex-Taxi. Diesmal kam eine ältere C-Klasse, in neuwertigem Zustand. Auf Nachfrage erklärte der Fahrer, er hätte diese vor 2 Wochen in Deutschland gekauft, wäre selbst von Nürnberg nach Yerewan gefahren.

    Wir ließen uns am Siegespark rausschmeißen, standen direkt vor der ‚Mutter Armenien’ (1967), welche auf dem Sockel des ehemaligen Stalin-Monuments (1962 – 1967) steht.


    Um die ‚Mutter Armenien’-Statue ist, wie auch in Kiev, Militärtechnik aus der Sowjetzeit drapiert, darunter Stalin-Orgel, Flugzeug, Rakete und zahlreiche gepanzerte Fahrzeuge, ideal zu Posen.


    Wir schauten uns um, setzten uns etwas in die Sonne


    warfen einen Blick hinunter auf Yerewan mit, leider wolkenverdecktem, Berg Ararat im Hintergrund.


    Von der Statue läuft man durch den Siegespark nach Westen durch einen größtenteils stillgelegten Vergnügungspark mit Fahrgeschäften


    und Monumenten (links und rechts – Valentyna wurde ebenfalls noch in der Sowjetunion geboren) aus der Sowjetzeit.


    Von hier ging es zu Fuß durch eine Unterführung zum oberen Teil der Kaskaden, welche eine Art-Deco-Version der Hängenden Gärten Von Babylon darstellen soll.

    Diese wurden von1971 bis zur partiellen Fertigstellung 1980 erbaut – noch heute ist der obere Teil nicht mit dem unteren Teil verbunden. Zuerst geht man eine monumentale Treppe hinunter – bevor man plötzlich vor dem Abgrund steht. Weiter geht es über eine provisorische Metalltreppe nach unten zur Straße, von wo man nach einigen hundert Metern zum oberen Ende des unteren Teils der Kaskaden gelangt.

    Blick vom oberen Ende des unteren Teils hinauf zum oberen Ende:


    Von hier hat man einen schönen Blick auf die Kaskaden und die Allee zur Oper:


    Die einzelnen Kaskaden sind ähnlich, und doch etwas unterschiedlich angelegt,

    eine mit Skulpturen im Wasserbecken,


    eine ohne


    sowie eine mit halbversunkenem Kopf.


    Von dieser Kaskade gelangt man auch ins Innere des Komplexes, wo sich eine Skulpturengallerie befindet – und eine Rolltreppe hinauf zum oberen Ende.




    Ja, ich gebe es zu – ich bin von der baulichen und vor allem architektonischen Leistung der Sowjetzeit begeistert. Selten findet man Städteplanung eines solchen Ausmaßes ohne ökonomischen Hintergrund in der kapitalistischen Welt, einfach nur um zu zeigen ‚wir können das!’.

    Weiter ging es am Gebäude der Armenischen Volksversammlung


    Und Parlament (nicht der Rede wert) vorbei zum ‚Lovers Park’, welcher wunderschön angelegt und sehr gepflegt ist.


    Im Park befindet sich ein für mich weiteres Highlight Yerewans, die 1980 fertiggestellte Metro-Station ‚Marshal Baghramyan’. Brutalismus in Reinform, ein fantastischer Kontrast zu dem sie umgebenden Park.


    Hier bestellten wir wieder ein Taxi, warteten am Monument des der Metrostation namensgebenden Marshals.


    Weiter ging es zum Zizernakaberd, dem Denkmalkomplex der Opfer des Völkermords an den Armeniern durch die Türken bzw. Osmanen, erbaut 1966 bis 1968.

    Der Komplex besteht aus 3 Komponenten, eine 100 Meter lange Mauer mit den Namen der Städte, in welcher die Opfer wohnten, 12 Pylonen um ein ewiges Feuer sowie ein 44 Meter hoher Obelisk, der, als Symbol der Teilung des Armenischen Siedlungsgebietes der Länge nach gespalten ist.




    Nun stellte sich Hunger ein; wir bestellten wieder ein Taxi, fuhren quer durch die Stadt zur Markthalle ‚GUM’ (Главный Универсальный Магазин – Haupt-Universal-Supermarkt).


    Außen befanden sich einige Fischgeschäfte, mit lebenden Fischen im Aquarium sowie Krebsen in allen Größen.


    Wir gingen hinein und begutachteten das wundervolle Angebot aus Trockenfrüchten, Obst & Gemüse, Fleisch etc.


    Das Gute wenn man sich verständigen kann (gut 90% der Armenier verstehen Russisch) ist, dass man die Händler fragen kann, wo man ein gutes, lokales Mittagessen einnehmen kann. Uns wurde ein kleines Café an der Ecke des Gum empfohlen, wo wir einkehrten.

    Sehr einfach,


    die Bedienung megafreundlich. Wir bestellten ein Mittagessen ‚wie es die Einheimischen essen’ und bekamen vorgesetzt:
    - Weißbrot
    - Tomaten-Gurken-Salat
    - eine reichhaltige Suppe mit Fleisch und Kartoffeln
    - Kebab vom Lamm
    - Kebab vom Huhn,
    dazu einen Tee und eine Coke Zero (Hurra !!!)


    Das ganze war besser als das Abendessen am Vortag und kostete knapp über US$ 10.

    Rechnung beglichen und zu Fuß zurück zum Hotel,


    wo wir gegen 14:30 ankamen.

    Nun durften wir armenische Gastfreundschaft kennenlernen. Ein armenischer Bekannter von uns, welcher seit 27 Jahren in Odessa lebt, hatte unsere Ankunft seinem guten Freund in Yerewan mitgeteilt. So wurden wir um 15:15 bereits wieder am Hotel abgeholt, in Empfang genommen als ob wir seit Jahren beste Freunde wären und einem Sightseeing-Programm unterzogen.

    Hinaus ging es aus Yerewan in Richtung Norden, vorbei an allerlei Monumenten (die Armenier scheinen dieser Tradition auch nach dem Ende der UDSSR zu folgen)


    zum Naherholungs- und Skigebiet Tsaghkadzor (dort gibt es sogar ein Marriott Hotel) auf über 1'800 Metern Höhe.

    Hier steuerten wir geradewegs die Talstation des Sessellifts an,


    fuhren hinauf


    zur Mittelstation auf 2'234 Metern.


    Von hier gehen noch weitere Sessellifts bis auf 2'819 Metern – diese waren aktuell aber nicht in Betrieb. Alternativ kann man sich Quads mieten und durch die Berge heizen – oder man reitet auf einem Pferd.

    Da die Bahn aber nur bis 17:30 fährt, fuhren wir wieder hinunter, mit traumhaftem Blick auf die umgebende, hügelige Landschaft und den Sewan-See im Hintergrund.


    Natürlich – wir sind in Armenien – darf die Besichtigung einer wichtige Kirche im Ort nicht fehlen.

    Das Kloster Ketscharis wurde 1003 gegründet, die Bauten im 12. Jahrhundert durch die Seldschuken zerstört, im Anschluss wieder aufgebaut und erweitert, bevor Erdbeben 1828 und 1927 wiederum zur Zerstörung führten. Ab 1937 erfolgten Wiederaufbau und Restaurantion – heute fand bei unserer Ankunft eine Hochzeit statt.


    Wir gingen hinein in den typisch dunklen, nur von Kerzen erhellten Innenraum,


    Valentyna zündete, wie schon einige Male zuvor an anderen Orten, Kerzen an, damit ihre Tante endlich einen Mann findet. Wir sind zwar beide überzeuge Atheisten – aber Schaden kann es ja nicht.


    Den Berg hinunter ins Restaurant ‚Kavkazskaja Plenniza’ – benannt nach einem bekannten Sowjetfilm von 1967 (Kidnapping, Caucasian Style).

    Und was soll ich sagen? Wir wurden ordentlich verköstigt: Salate, verschiedener Käse, Lawash, Shashlik, Kebab, Aubergine... und natürlich Armenischer Cognac.




    Ich konnte mich zum Glück um den Alkohol drücken, Valentyna sprach dem Getränk, zusammen mit unseren Gastgebern, ordentlich zu.

    Etwas später kam dann armenische Folklore und Russischer Popmusik hinzu, auch die Gäste wurden aufgefordert mitzutanzen – was nach ordentlich Alkoholkonsum von Erfolg gekrönt war. So wurde der Abend recht ausgelassen und fröhlich – gegen kurz nach 21 Uhr traten wir die Heimfahrt an, recht langsam allerdings.

    Um 23 Uhr waren wir wieder vor unserem Hotel, verabschiedeten uns, bedankten uns für den tollen Nachmittag und Abend.
    Geändert von HON/UA (29.09.2019 um 21:18 Uhr)
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  20. #20
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    Montag, 30.09.2019

    Zur Valentynas Unmut klingelte der Wecker bereits um 07:15, so dass wir es bis um halb 9 zum Frühstück schafften. Wegen der widerkehrend schlechten Auswahl brachten wir dies schnell hinter uns, liefen um Viertel nach 9 los ins Zentrum, wo wir auf der North Avenue bei SIXT unseren Mietwagen abholten.

    Leider meinte es Tante Regine mit uns diesmal nicht gut, gebucht war IFAR, z.B. Ford Kuga Automatik – und trotz Diamond-Status stand nur ein Chevrolet Captiva Automatik, Benziner ohne Allradantrieb für uns bereit.


    Trotz Hinweis auf den Status wollte man mir nichts anderes geben, man hätte nichts besseres frei, und Upgrade gäbe es nur nach Verfügbarkeit – trotz Diamond. Wenigstens versprach man mich anzurufen, wenn etwas besseres verfügbar werden würde – ja, klar...

    Das Checken des Autos dauerte geschlagene 30 Minuten, so viele Kratzer und selbst Steinschläge wurden eingetragen. Aber, gut so, ich habe lieber zerkratzte Mietwagen – da merkt man später meine nicht.

    So fuhren wir erst um kurz nach 10 aus der Tiefgarage, machten uns mit Hilfe von Google Maps auf den Weg nach Osten. Sobald wir aus der Stadt hinauskamen, in die Berge fuhren, erblickten wir den Ararat inmitten einer traumhaften Landschaft, heute ohne Wolken.


    Auf einer bisher recht ordentlichen Straße mit relativ viel Verkehr wegen massig Touristen-Bussen erreichten wir nach einer knappen Stunde die Stadt Garni, welche bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt war.

    In Garni befindet sich ein griechisch-römischer Tempel, das beste Zeugnis der vorchristlichen Geschichte Armeniens (da nach der Christianisierung alle vorchristlichen Sakralbauten zerstört wurden).

    Der Tempel stürzte bei einem Erdbeben im Jahre 1679 ein, wurde Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts rekonstruiert – also kein Vergleich zum römischen Tempel von Baalbek, welcher unrekonstruiert noch heute steht.

    Wir parkten das Auto in der Nähe des Eingangs, lösten zwei Tickets zu je US$ 3 und gingen hinein in die sehr gepflegte Anlage – leider ziemlich überlaufen.

    Nach wenigen Metern Fußmarsch erreichten wir den Tempel,


    umrundete diesen.


    Auch der Ausblick vom Tempel auf die umgebende Landschaft, sehr eindrucksvoll.


    Am lustigsten waren allerdings die Chinesen beim Fotoshooting – irgendwie hatte der Herr wohl Armenien mit Schweden verwechselt.


    Nach keinen 20 Minuten wieder zurück zum Auto und weiter der Straße nach Osten. Einige Kilometer hinter Garni erreicht man am Endpunkt der Straße das Kloster Geghard aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. Der frühe Bau wurde bei der Invasion der Araber im 9. Jahrhundert zerstört, die heutige Kirche stammt aus der Zeit ab 1215.


    Wieder 200 Dram (ca. US$ 0.40) fürs Parken bezahlt und uns zwischen den Touristenmassen, meist bestehend aus älteren Herrschaften mit Gehstock, nach oben zum Klostereingang geschoben.




    Wie Garni wurde auch dieses Kloster beim Erdbeben von 1679 stark beschädigt, wurde erst wieder nach der Eroberung Armeniens durch Russland wieder in Betrieb genommen und erst im 20. Jahrhundert für den Tourismus wiederaufgebaut.

    Charakteristisch ist, dass der Kirchenbau teilweise in den Fels getrieben wurde.


    So besteht die Westwand der Kirche aus einer Felswand, weitere Räume wurden komplett in den Fels getrieben, wo sich in einem eine Quelle befindet, dessen Wasser in einem Becken gesammelt wird und als heilig gilt.


    Wir stiegen eine Treppe hinauf und kamen durch einen in den Felsen getriebenen Gang in eine Kirchenhalle – eigentlich relativ unspektakulär. Plötzlich fielen uns jedoch 4 Damen in langen Gewändern in der Mitte der Halle auf, welche sich gerade positionierten.

    Und plötzlich bekamen wir extrem eindrucksvollen Kirchengesang geboten, welcher einem durch die Akustik der Halle fast eine Gänsehaut hervorzauberte.


    Nachdem wir einige Zeit der Musik gelauscht hatten, ging es wieder zurück zum Auto, ließen uns von Google Maps führen.

    Zu unserem nächsten Stopp westlich von Yerewan wurden zwei Alternativen angeboten, einmal zurück nach Yerewan und dann Richtung Westen, einmal unter Umfahrung Yerewans – 25 Kilometer kürzer, jedoch mit derselben Fahrzeit.

    Wir waren uns klar, dass die Umfahrung abenteuerlich werden kann – das kennen wir von zuhause, aber wir hatten ja einen ‚Geländewagen’.

    So bogen wir nach 10 Kilometern von der Hauptstraße links ab und machten uns auf ins Abenteuer, welches schneller beginnen sollte als uns lieb war.

    Die Straße wurde wirklich schlecht, Schlaglöcher, ausgeschwemmte Stellen – aber wenn man relativ langsam fuhr kam man durch.


    Die Landschaft war wunderschön, auch einen relativ leeren Stausee erblickten wir aus der Ferne. Nun ging es über Serpentinen die Berge hinauf – und hier kam unser frontgetriebener ‚Geländewagen’ auch wirklich an seine Grenzen. Asphalt gab es nur noch stellenweise, die Löcher und Rillen waren tiefer als unser Auto – dazu ging es steil nach oben. Einige Male drehten die Räder haltlos durch, wir mussten wieder zurückrollen, um mit Schwung die Steigungen zu nehmen.


    Valentyna auf dem Beifahrersitz fand das nicht mehr lustig, auch weil es neben der Straße ziemlich nach unten ging.

    Aber wir schafften auch diese Steigung – doch oben angekommen wurde es nicht besser. Wie in Georgien hatten sich neben der nicht mehr passierbaren Straße bereits Feldwege gebildet. Diese nahmen auch wir.


    Mir wurde klar, der Captiva mit Frontantrieb ist nicht das ideale Auto für uns.

    Trotzdem, nach knapp 1 ½ Stunden Fahrtzeit für 60 Kilometer, erreichten wir den nächsten Punkt unserer Tagesroute, das wohl bekannteste Kloster Armeniens, ‚Chor Virap’, unmittelbar an der Grenze zur Türkei, mit Ararat im Hintergrund.


    Zu unserer Überraschung gab es hier keine Touristenmassen, keine Busse.

    Die Legende besagt, dass der armenische König Trdat III. den Erleuchter 13 Jahre in einer Höhle gefangen hielt, um diesen vom christlichen Glauben abzubringen. Da die lange Gefangenschaft den Erleuchter nicht von seinem Glauben abbringen und er den König von einer als unheilbar geltenden Hautkrankheit heilen konnte, ließ dieser sich, seine Familie und den gesamten Hofstaat taufen – womit Armenien im Jahre 301 das erste Land mit christlicher Staatsreligion wurde.

    Auch hier wurde der ursprüngliche Bau mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, die heutige Klosteranlage stammt aus dem 17. Jahrhundert.


    Aber nicht nur wegen der Legende hat ‚Chor Virap’ für die Armenier eine herausragende Bedeutung: nach der endgültigen Grenzziehung zwischen Türkei und Russland, ist dies auch die Stelle, an welchen Armenier dem für sie heiligen Berg Ararat, welcher nun auf türkischem Staatsgebiet liegt, am nächsten sein können (auf dem Foto sieht man den Grenzstreifen)


    Am Parkplatz gab es einen Imbiss, an welchem wir uns unser Mittagessen besorgten, hausgemachte Piroggen, gefüllt mit Frikadellen, Zwiebeln, Tomaten und Petersilie – sehr lecker und mit einem US$ auch ziemlich günstig. Und so kam es auch, dass wir gleich noch eine sehr liebe junge Hündin mit einer fleischgefüllten Pirogge und einem Käse-Lawash versorgten.

    Von hier ging es nun über die Autobahn zurück nach Yerewan . immer die Geschwindigkeit im Blick, nie über 99 km/h, da ab 101 die überall präsenten Kameras zuschlagen.

    In Yerewan angekommen ging es zuerst zum Bahnhof, welcher die Stadt mit Tbilisi in Georgien (seit 1902) und Julfa in Persien (ab 1908) verband.

    Das aktuelle Bahnhofsgebäude ist im klassischen stalinistischen Stil gehalten, wurde 1956 eröfffnet,


    und weist den üblichen palastähnlichen Innenraum auf.


    Da sich von SIXT natürlich niemand gemeldet hatte, entschloss ich mich selbst anzurufen. Eine freundliche Dame versprach mir einen Rückruf, welcher auch wirklich kam. Ein Nissan Patrol stände für uns bereit – allerdings nicht am Stadtbüro, sondern am Flughafen.

    Da dieser auch nur 20 Minuten von der Innenstadt entfernt liegt, machten wir uns auf den Weg, tanken den Chevrolet voll und stellten diesen im Parkhaus ab und nahmen unseren NISSAN Patrol in Empfang – nichtmal die Sparausführung mit V6, nein, es gab den V8 mit Allrad und wundervoll weichen, plüschigen Veloursitzen.

    Wieder zurück in die Stadt, zum Hotel, wo sich Valentyna ausruhte und ich für eine Stunde ins Hotel-Gym ging.


    Zwar nicht opulent ausgestattet, aber für das heutige Brust- und Bizepsprogramm reichte es.

    Kurz noch den Spa-Bereich nebenan betrachtet


    und wieder ins Zimmer, es war an der Zeit ein Restaurant fürs Abendessen auszuwählen.

    Eines war sicher: kein Kebab, kein Shashlik, kein Lawash – denn das kommt uns langsam zu den Ohren raus.

    So fiel die Wahl auf Thailändisch, Thaiwine Republik (nicht zu verwechseln mit Wine Republic) auf der Northern Avenue, lustigerweise im selben Hotel wie das SIXT-Stadtbüro.

    Schon beim Hinlaufen war uns bewusst, dass auch diese Wahl ein Risiko ist – Thailändische Küche in Armenien...

    Die Speisekarte bot thailändische, japanische, chinesische und in indonesische Gerichte – Multicuisine: ein schlechtes Zeichen. Normalerweise bedeutet das: nix ist wirklich richtig gut.

    Wir bestellten Tom Kha Gai mit Kokosnussmilch, einen scharfen Salat mit gegrilltem Rindfleisch, Grünes Curry mit Huhn sowie Pad Thai Gai – sehr skeptisch was uns erwarten würde.

    Das Aufgetischte sah schon mal ganz ordentlich aus.


    Als wir es dann aber probierten verschlug es uns die Sprache: das Essen war super lecker, kein Stück schlechter als z.B. bei Baan Khanithai in Bangkok. Nein, keine Übertreibung, wir waren uns einig: wir haben in Thailand schon viel schlechter thailändisch gegessen.

    Des Rätsels Lösung war, dass das Restaurant einen Koch aus Thailand, einen aus China, einen aus Japan und einen aus Indonesien beschäftig. Aber dass wirklich alle Zutaten original vorhanden waren, selbst Thaiaubergine, Thaibasilikum – das war ein Wunder !

    Die Rechnung kam inklusive Getränken (Tee & Wasser) sowie 10% Trinkgeld auf US$ 36 – oder 1'100 Baht.

    Noch völlig überrascht von unserem Glück und dem megaleckeren Essen liefen wir die nächtlich beleuchtete Northern Avenue entlang,


    vorbei an einem dieser typischen sowjetischen Bauten (dies ist einfach das dekorative Dach einer Tiefgarage),


    zurück zum Hotel.
    Geändert von HON/UA (01.10.2019 um 16:23 Uhr)
    Oban, trichter, Exploris und 58 Andere sagen Danke für diesen Beitrag.

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