Da stimme ich Dir zu. Mich wundert es allerdings, dass Du vom Fach bist und dies zu diesem Zeitpunkt feststellst.
Ein Freispruch ist schon länger ausgeschlossen. Es geht um mildernde Umstände und im besten Fall um verminderte Schuldfähigkeit. Letzteres wäre eine starke Leistung der Anwälte.
Unter normalen Umständen dürften es mindestens 40 Monate FS werden.
Ein Freispruch ist überhaupt nicht ausgeschlossen. Sein Verteidiger hat ja ausdrücklich betont, dass sogar die vollen 18,5 Millionen, die gestern für Verwunderung sorgten, Gegenstand der Selbstanzeige waren. Es reicht bekanntlich, dass eine der beiden Säulen der Strafbarkeit - Unvollständigkeit bzw. Verspätung - wegbricht, und die Anklage steht ohne Fall da. Gestern konnte man teilweise den Eindruck gewinnen, dass die Verteidigung die eine Säule (Verspätung) für die andere (Unvollständigkeit) zu opfern bereit ist. Taktik KÖNNTE sein, darauf zu setzen, dass Hoeneß eine vollständige Selbstanzeige in Auftrag gegeben hat, diese aber ohne seine Schuld verpfuscht wurde oder in Summe sogar vollständig gewesen ist.
Heute darf erst einmal abgewartet werden, ob der Prozess überhaupt wie geplant bis Donnerstag zu Ende gebracht werden kann. 50 bzw. 70.000 Seiten sind eine Menge Stoff, die aktuell ja von den Steuerbehörden begutachtet werden. Selbst das dürfte in der Kürze der Zeit kaum zu schaffen sein, abgesehen davon, dass die Staatsanwaltschaft sicher auch gerne noch mal einen Blick darauf werfen möchte. Insofern steht zu befürchten, dass es diese Woche noch kein Urteil geben kann.