Clicks oder auf ebenfalls Neudeutsch "Traffic" generiert keinen Umsatz.
Ganz im Gegenteil, es gibt sogar eine allgemein anerkannte Metrik für genau diesen Zusammenhang: die Conversion Rate, also abgeschlossene Kaufprozesse pro Click.
Ist für deine Tochter bestimmt auch daily business.
Die Conversion Rate ist mal hoch mal niedrig und je nach Branche können unterschiedliche werte als gut bemessen werden. Die reine Conversion Rate sagt allerdings noch nichts über weitere Effekte wie z.B. Brand Building oder Agenda Setting aus, diese sind weitaus schwerer Messbar.
Das ist einer der Gründe warum so klar Conversion-Orientierte Geschäftsmodelle im YouTube segment so florieren: Der Erfolg des eigenen Handelns ist unfassbar einfach messbar.
Und jetzt sind wir wieder da angekommen wo wir drei Seiten vorher auch schonmal waren: Große Brands wie Airlines, deren Sales-Channels oft unübersichtlich sind und die sehr speziellen Konkurrenzkämpfen in klar definierten Nischen (also u.a. auf konkreten Routen, im Premium- oder Low-Cost Segment etc.) ausgesetzt sind, für die ist eine Conversion-Rate nunmal nicht so leicht zu messen - und oft sogar irrelevant. Wie hier ja viele bereits festgestellt haben: Auch 1000 Klicks bei YourTravelTV wird keinen einzigen Revenue-Sitzplatz in der F verkaufen. Deswegen Investieren Airlines nur in konkreten Sonderfällen in Influencer-Marketing (Beispiel: LHG Allegris Vorstellung).
Doch für die YouTuber ist das überhaupt nicht teil des Geschäftsmodells - die sitzen auf einem Geschäftsmodell wo sich die Conversion Rate unfassbar einfach messen lässt: Referrals, und zwar hauptsächlich für Kreditkarten (und zusätzlich oft für SaaS Produkte wie z.B. NordVPN). Und so werden solche Channels dann eben aus interessanten Review-Kanälen (bringt leider keine Conversions weil nicht genug Neid-Effekt) zur reinen Show-Off-Grütze - weil bei diesen Videos die Conversion-Rate eben gemessen hoch war. Hat man einmal ein Format gefunden welches eine gute CR hat heißt das Game schlussendlich nur noch: never change a winning team.
Und: Ein solcher YouTuber ist nicht im geringsten am Brand-Building für irgendeine Kreditkartenfirma interessiert. Oder auch an irgendwelchen anderen Brand-Deals. Wenn ich pro Amex-Referral meine 750€ einstreiche, dann reicht es mir doch wenn ich pro Video 5-10 Leute dazu bewege sich ne Kreditkarte zu machen. Ich habe hier bei Conversion Rates von unter 0,1% bereits ein unfassbar lukratives Business. Keine Agentur der Welt kann da auch nur vergleichbare Brand-Deals anbieten, es sei denn du bist Heidi Klum.
Und genau deswegen verbreitet sich dieses Geschäftsmodell ja auch wie die Pest - zum Leidtragen von mitreisenden wie uns, genauso wie derer die sich eine Amex Platinum machen ohne sich das auch nur ansatzweise leisten zu können.
Professionelle Influencer, wie z.B. Sam Chui verhalten sich auch deswegen so viel Respektvoller ggü. ihrer Umwelt, weil sie auf die eigene Marke angewiesen sind. Deren Erfolgsmetrik ist keine Conversion irgendwo, sondern nur wie viele Marken sie als Markenbotschafter beauftragen. Hier geht es eben ums Brand-Building. Und, wenig überraschend, die Marke wird dich nur dann als Markenbotschafter beauftragen, wenn Sie deine Person der eigenen öffentlichen Wahrnehmung für zuträglich hält.