Lufthansa - langsam wird es peinlich...

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Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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irdisch
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Ich glaube schon, dass es bei LH auch ein Preisfindungsproblem gibt. Erinnert mich sehr an die Deutsche Bahn. Die Normalpreise, oder die die man unbeirrt beim Stammkunden abgreifen möchte, stehen superbilligen Dumpingangeboten gegenüber, mit denen man letztlich seine Sitze auffüllen muss, wenn sie nicht leer bleiben sollen. Auf meiner Europa-Stammstrecke wird mittlerweile aus dem Zielmarkt mit Rentnern und Studenten aufgefüllt. Früher war das immer mit reiner Business-Kundschaft (auch in der Eco) komplett voll. Außerdem ist die Verbindung sehr stark ausgedünnt worden, abends kommt man nicht mehr zurück. Das wird zeitlich für vieles zu aufwändig.
Irgendjemand kassiert aber vermutlich seinen Bonus, weil der nominelle Preis schön einträglich hoch aussieht.
 

aib

Erfahrenes Mitglied
18.01.2015
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MZ
Das Yield Management der LHG gilt, auch in der Branche, als eines der Besten weltweit. Wenn die eins können, dann das.
Das sieht man auch an den Zahlen der letzen Investorenpräsentation: Die LHG erzielt höhere Yields je ASKM als IAG und AF/KLM. Und das ohne einen Markt wie Paris oder London. Gewisse Preise würde ich selbst auch nicht bezahlen und die Qualität passt leider auch nicht immer, aber sie scheinen es hinbekommen die vorhandene Kapazitäten klug auszulasten.
 

danschn

Aktives Mitglied
13.10.2021
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DUS
Das Yield Management der LHG gilt, auch in der Branche, als eines der Besten weltweit. Wenn die eins können, dann das.
Das sieht man auch an den Zahlen der letzen Investorenpräsentation: Die LHG erzielt höhere Yields je ASKM als IAG und AF/KLM. Und das ohne einen Markt wie Paris oder London. Gewisse Preise würde ich selbst auch nicht bezahlen und die Qualität passt leider auch nicht immer, aber sie scheinen es hinbekommen die vorhandene Kapazitäten klug auszulasten.
Yield je ASKM ist keine saubere Vergleichszahl zwischen Airlines.

Der wichtige Faktor ist doch RASK und CASK (wird Geld verdient und wo kommt das her).
(der RASK der LHG kommt ausschliesslich durch die Swiss zustande)

Ich bin vor allem gespannt darauf ob sich die aktuellen mehrfachen Preiserhöhungen dann auch positiv im Jahresbericht 2027 als erfolg erkennen lassen
(ich bezweifle das).
 

aib

Erfahrenes Mitglied
18.01.2015
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MZ
Yield je ASKM ist keine saubere Vergleichszahl zwischen Airlines.

Der wichtige Faktor ist doch RASK und CASK (wird Geld verdient und wo kommt das her).
(der RASK der LHG kommt ausschliesslich durch die Swiss zustande)

Ich bin vor allem gespannt darauf ob sich die aktuellen mehrfachen Preiserhöhungen dann auch positiv im Jahresbericht 2027 als erfolg erkennen lassen
(ich bezweifle das).
Das stimmt. Und war von mir auch falsch wiedergegeben. Die Vergleichsbasis war RASK in der Präsentation.
Mit ist auch klar, dass das natürlich biased ist und es immer eine Frage ist welche Werte wie publiziert werden (oder auch plötzlich nicht mehr). Es ging ja nur um die Frage, ob das Pricing der LHG tendenziell ein Problem hat/ist oder nicht. Und da sehe ich weniger das Problem bei den durch die LHG erzielten Preisen, sondern eher auf der Kostenseite.

@SF340
Ich hätte gerade erwartet, dass 2026 noch „ok“ verläuft aufgrund der nicht ganz niedrigen Anteile an vorab gesicherten Preisen beim Kerosin und zugleich guter Nachfrage aufgrund der Probleme der Sandkastenairlines, während kommendes Jahr dann die Preise vollständig durchschlagen, sofern sie auf dem Niveau verbleiben. Ist dem nicht so?
 

Volume

Erfahrenes Mitglied
01.06.2018
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Hüstel.

Punkt eins: Ausweislich seiner Beiträge stößt @Volume regelmäßig auf Widrigkeiten/Probleme/etc., die niemand außer ihm hat (oder zumindest deutlich weniger ausgeprägt). Willkürliches Beispiel: Während viele Forenteilnehmer (inklusive mir) häufig und fröhlich mit schönen C- und F-Awards durch die Weltgeschichte fliegen, ist er nach einiger Aussage (!) diesbezüglich komplett "verloren", siehe beispielsweise hier.
Räusper...

Aussagen widerlegt man am besten damit, indem man behauptet hat sie wären das Gegenteil gewesen...
EXAKT das sage ich seit Jahren, C und F Awards auf für mich unsinnigen und zeitlich unbrauchbaren Strecken gibt es natürlich reichlich, aber einfache Y Flüge zu den Zielen und zu den Zeiten zu denen ich sie brauchen könnte, das Produkt das ich sonst kaufen würde, gibt es höchst selten.
Und wenn, dann für wenige Euro weniger Steuern und Gebühren als man auch einfach füre Geld bekommt, plus eine riesige Anzahl Meilen, so das am Ende der Wert einer Meile im Microeuro-Bereich liegt.

Ich brauche keine C und F Awards zu Terminen an denen ich ohnehin keine Zeit habe und zu Zielen die ich nicht besuchen will. Ich fände es nett, meine ohnehin raren Urlaubsflüge mit Meilen machen zu können, aber genau das bietet mir M&M überhaupt nicht. Auch +1 auf meinen Dienstreisen auf Meilen mitzunehmen scheitert regelmäßig (und das wären dann C Awards).

1300 Euro ja echt nur mehr abnormal
Ist doch nur ein "rechte Tasche - linke Tasche" Spielchen, wie wenn die Billigairlines ehemalige Tarifbestandteile als Ancillary auslagern und sich dann dafür feiern damit viel Geld zu verdienen, das sie beim Basistarif wieder drauflegen.

€5200 für MUC-ORD wäre in den letzten zwei Jahren ein richtig guter Preis gewesen, meist liegt ein C-Flug an die Ostküste (YUL, EWR, ORD, BOS...) jenseits €6000. Auch €9000 sieht man hin und wieder (Beispiele schon gepostet, und zwar nicht willkürlich gesucht sondern der Flug den ich tatsächlich geflogen bin, nur nicht zu dem Preis sondern billig in der Y)
Einen €5200 Flug mit €1330 Zuschlägen würde ich zügig buchen, das ist ein Schnäppchen.

Ich glaube schon, dass es bei LH auch ein Preisfindungsproblem gibt.
Aber hallo. Wer auf einem identischen Flug C für Faktoren deutlich über 10 im Vergleich zu Y anbietet, oder einwöchige Reisen für Faktor 3 im Vergleich zu zweiwöchigen, und das systematisch über lange Zeiträume, schätzt die Zahlungsbereitschaft der Dienstreisenden komplett falsch ein, und darf sich nicht wundern, wenn die dann entscheiden, dass nur noch Y geflogen wird, oder über den Sandkasten.

Ich habe wirklich ein großzügiges Reisebudget verglichen mit dem, was Flüge durchzuführen tatsächlich kostet. Lufthansa könnte an mir jedes Jahr gutes Geld verdienen, mir Flüge für das doppelte Verkaufen als sie anderen anbieten (die es dann vermutlich auch für dieses Geld buchen). Bei dem Versuch mich auf Flüge mit 200% Gewinnspanne zu zwingen erreichen sie allerdings nur, dass ich die Flüge buche an denen sie selbst optimistisch gerechnet nichts verdienen (z.B. für €402 über den Atlantik), und 80% meines Budgets am Ende des Jahres ungenutzt übrig geblieben ist.
Aber wenn ich €5000 zur Verfügung habe, und LH gibt mir die Wahl zwischen €402 und €6835, ist die Wahl einfach. Das eine geht eben einfach nicht, und an dem anderen Verdient LH nichts, und mein Kunde freut sich. LH macht seit Jahren meine Kunden glücklich, statt Geld mit mir zu verdienen.
Und die billigen Y-Flüge bieten sie mir ohne Not, die europäischen Mitbewerber wollen mindestens das doppelte sehen, und auch das würde ich bezahlen (bzw. habe ich schon oft bezahlt, €800 über den Teich ist doch völlig in Ordnung wenn sie für mich allein 400 Liter Kerosin verbrennen und €192.88 an "echten" Steuern und Gebühren zahlen). Ich will doch nichts geschenkt haben, gönne LH natürlich eine allgemein übliche Gewinnspanne (= mehr als airlineüblich). Mein Chef verdient ja schließlich auch an der Reise, da darf auch LH gern ihren Anteil haben. Will sie aber offenbar nicht...

Als jemand der 7 Jahre als LH Vertragspartner geflogen ist, weiss ich genau, für welche Preise die Flugzeuge tagtäglich gefüllt werden, ich habe sie ja selbst einst mal regelmäßig bezahlt. Und auch aktuell weiss ich genau mit welchen Schnäppchen sie die Flieger füllen, ich mache ja selbst regelmäßig Flüge an denen sie auch mit dem spitzesten Bleistift gerechnet kein Geld verdienen können.

Das Yield Management der LHG gilt, auch in der Branche, als eines der Besten weltweit. Wenn die eins können, dann das.
Also ich kann definitiv sagen, dass sie es ganz sicher nicht bei 100% der Kunden hinbekommen. Ich kenne hunderte Vielflieger an denen LH nichts verdient, weil sie von der völlig falsch eingeschätzen Zahlungswilligkeit von LH Business Class Flügen abgeschreckt werden, und mit anderen fliegen oder auf die LH Schnäppchen ausweichen, an denen LH ganz sicher nichts verdient.

sie scheinen es hinbekommen die vorhandene Kapazitäten klug auszulasten.
Ich hatte jetzt letzlich einen Flug, in dem die C morgens noch nicht mal 50% gefüllt war, Upgrades für echte Schnäppchenpreise angeboten wurden. Und offenbar haben da die Kunden zugeschlagen, Nachmittags war er voll. Ganz sicher ausgelastet, aber ich bezweifele zutiefst das klug. Ich hätte jedenfalls den Flug sofort gebucht, wenn sie ihn von vornehrerein für das Doppelte der späteren Upgradedifferenz angeboten hätten. Angeboten haben sie ihn aber für mehr als das Dreifache. Offenbar erfolglos. Am Ende haben sie die Sitze verramscht, zu einem Preis bei dem sie leidlich daran verdient haben können.

Ich bin vor allem gespannt darauf ob sich die aktuellen mehrfachen Preiserhöhungen dann auch positiv im Jahresbericht 2027 als erfolg erkennen lassen
Ach was, es wird immer gute Gründe geben, warum es trotz perfektem Yield-Management mit dem Gewinn schon wieder nicht geklappt hat. Streiks, Kriege, Sanktionen, Verbote, Steuern, Löhne... irgendwer wird sicher schuld sein. Nur nicht die Tatsache, es bei der Preisfindung in jede Richtung zu übertreiben (überteuerte C und lächerlich billige Y bzw. Langstrecke Y billiger als Europa Y).
Umgekehrt könnten wir es natürlich darauf schieben, dass ME3 aktuell ausfällt, sollten sie tatsächlich Gewinne machen ;)
 
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travelben

Erfahrenes Mitglied
09.03.2009
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MUC
@Volume Nur mal Zwischenfrage...

Du hättest 5000€ Budget für Reisen. Du gönnst LH nicht die 6xxx€, buchst stattdessen für 402€, um Lufthansa zu ärgern, deinen Kunden glücklich und dich unglücklich (ob der Reiseklasse!) zu machen?

Das verstehe ich nicht.
 

aib

Erfahrenes Mitglied
18.01.2015
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MZ
Deine spezifischen Einzelfälle bzw. Deine persönliche Zahlungsbereitschaft spielt in der Gesamtbetrachtung des Yield Managements keine statistisch relevante Rolle. Zumindest solange die Systeme noch nicht so dynamisch sind, immer die perfekte, individuelle Zahlungsbereitschaft eines Einzelnen abzubilden. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
 
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juliuscaesar

Megaposter
12.06.2014
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FRA
Ich habe seit Umstellung circa zehn Y-Buchungen gemacht, die vorher deutlich teurer (Kombi aus Meilen und Zuzahlung) gewesen wären.
 

Luftikus

Megaposter
08.01.2010
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irdisch
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300x250
@Volume Nur mal Zwischenfrage...

Du hättest 5000€ Budget für Reisen. Du gönnst LH nicht die 6xxx€, buchst stattdessen für 402€, um Lufthansa zu ärgern, deinen Kunden glücklich und dich unglücklich (ob der Reiseklasse!) zu machen?

Das verstehe ich nicht.
Das mache ich auch nicht. Wir haben einen Reiseetat für die Abteilung. Wenn wir weniger ausgeben, können wir davon mehr reisen. Das handhaben wir immer schon so und es hat sich sehr bewährt. Es muss auch keineswegs immer das Billigste genommen werden, aber sinnlos viel verprassen, das macht keiner. Ich glaube schon, dass das heute in vielen Firmen typisch ist und dass viele Airlines das noch nicht mal entfernt begriffen haben.