Rückkehr nach SGN und Vietnam in zwei Teilen

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denkigroove

Erfahrenes Mitglied
01.02.2010
4.890
1.213
SNA
Schöner Bericht - Danke dafür. Im Juni war die Lounge im Novotel noch in Renovierung. Das Frühstück unten fand ich damals doch sehr übersichtlich….kein Vergleich zum Pullman oder MGallery. Hatte denn im Novotel wieder die RooftopBar geöffnet- weil die war auch geschlossen.
 

Nitus

Erfahrenes Mitglied
04.04.2013
3.793
9.590
MUC
Danke auch von mir für diesen interessanten Bericht und ich freue mich schon auf die baldige Fortsetzung!
 

xcirrusx

Erfahrenes Mitglied
16.10.2012
3.359
259
KUL (bye bye HAM)
Beruhigend das man auch andere Reisende in die gleichen Laeden gehen wenn man in der Stadt ist ;)

The Refinery in dem Hinterhof an der Hai Ba Trung, fast neben dem O'Briens gibt es auch immer noch, als Tip fuer die naechste Reise
 
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sgnflyer

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29.12.2018
110
1.599
DUS
Geht es nur mir so oder geht einem das nicht allmählich auf den Sack ? (mir manchmal schon). Auch wenn ich es mich inzwischen gewöhnt bin, vor allem im Norden passiert mir das eher häufiger.

Ich war vor ein paar Jahren mal in Quy Nhon, da kamen ernsthaft Hotelgaeste an und wollten Fotos mit einem machen, weil "grosser, weisser Mann". Immerhin zogen sie danach weiter und zwangen einen nicht sich das 10 Woerter Englisch der Kinder anzuhoeren.

Das mit den Fotos fand ich in China schlimmer (XMN). Noch nerviger waren aber vereinzelte Inlandstouristen - mutmaßlich aus der tiefsten Provinz - die mich in der U-Bahn (PEK) versucht haben anzufassen. Da sind mir die Fotos mit deren Kindern noch lieber. War aber bislang eher selten und immer nur kurz in China, kann also Zufall gewesen sein.

In Vietnam hatte ich solche Erfahrungen zumindest seltener. Bündelungen durch Schülergruppen mal ausgenommen. Wir sind aber meist in Saigon sowie touristischen Zentren bzw. den üblichen Städten unterwegs.

Bin echt mal gespannt, wie der Hometown-Besuch im August wird. Denn das ist schon Provinz. Ist wohl auch ein Irrglaube, dass Westler dort besonders hoch angesehen seien. Eine der vielen Tanten von +1 äußerte Mal negative Erfahrungen mit Backpackern, die dann in Vorurteilen gegen Wrestler insgesamt mündeten.

Schöner Bericht - Danke dafür. Im Juni war die Lounge im Novotel noch in Renovierung. Das Frühstück unten fand ich damals doch sehr übersichtlich….kein Vergleich zum Pullman oder MGallery. Hatte denn im Novotel wieder die RooftopBar geöffnet- weil die war auch geschlossen.

Von der Renovierung der Lounge sieht man nicht viel, sieht aus wie 2020. MGallery werden wir wahrscheinlich während der zweiten Reise für eine Nacht testen. Liegt ja um die Ecke des Novotel. Ist aber natürlich auch eine andere Preisklasse. Pullman und Novotel sind nach meiner Erfahrung oft preislich fast gleichauf bzw. zu manchen Daten das Novotel sogar teurer.

Die Rooftop-Bar war geschlossen. In der Lobby-Bar war Last-Order um 21:30h.
 
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JanBu

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08.08.2021
91
902
32
Ho Chi Minh City, Vietnam
In Vietnam hatte ich solche Erfahrungen zumindest seltener. Bündelungen durch Schülergruppen mal ausgenommen. Wir sind aber meist in Saigon sowie touristischen Zentren bzw. den üblichen Städten unterwegs.
In den Städten eher weniger, in HCMC ist man es sich sowieso gewöhnt. Ha Noi ist da etwas anders gestrickt, Foreigners in der Innenstadt werden einfach mal angesprochen (allerdings immer nett).

Bin echt mal gespannt, wie der Hometown-Besuch im August wird. Denn das ist schon Provinz. Ist wohl auch ein Irrglaube, dass Westler dort besonders hoch angesehen seien. Eine der vielen Tanten von +1 äußerte Mal negative Erfahrungen mit Backpackern, die dann in Vorurteilen gegen Wrestler insgesamt mündeten.
Ich bin jetzt insgesamt 4x in der Hometown meiner +1 gewesen (Phu Tho im Norden, etwa 100 km nordwestlich von Hanoi), was wirklich schon tiefste Provinz ist. Die Leute behandeln einen wie Familie, allerdings kann dort so gut wie niemand Englisch (ausser vielleicht noch "OK"), zu 99% ist man respektvoll und fragt dann meine +1 woher ich komme usw. Die meisten sind neugierig, freundlich aber eher zurückhaltend, man wird vielleicht ab und zu nach einem Foto zusammen gefragt.

Bin mir nicht sicher wie es im Süden ist (ich meinte deine +1 sei aus einer Südprovinz), aber bin dann gespannt auf den zweiten Teil ! Nur weiter so :cool:
 
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sgnflyer

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29.12.2018
110
1.599
DUS
Reise 2: Tag 1

Heute geht es weiter mit dem Report. 15 Tage sind seit der ersten, vorwiegend beruflichen Reise nach SGN vergangen. Jetzt steht endlich der lang ersehnte Urlaub an. Insbesondere die fast unmittelbare Weiterreise zu einer Konferenz nach SAN hatte mich in den letzten beiden Wochen doch etwas gerädert. DUS und einen kleinen (Auto-)Trip nach FRA haben +1 und ich hingegen sehr genossen. OT: Die seit 2019 erste Rückkehr in die USA war zweischneidig. Einerseits war es einfach schön, mal wieder drüben zu sein – BBQ, Burger, „Pizza“ etc. – anderseits war das Preisniveau erwartungsgemäß sehr hoch und die vielen Obdachlosen sowie andere seltsame Gestalten haben mich doch etwas verwundert. Die gab es in San Diego bzw. rund um Little Italy im geringeren Ausmaß schon immer – also zumindest seit meinem allerersten Aufenthalt in den ganz späten 90ern - aber insbesondere den Trolly und die Stationen habe ich angenehmer in Erinnerung. Möglicherweise ist das aber auch nur Verdrängung. Genug OT.

Die zweite Reise wird ein Mix aus Aufenthalt bei +1’s Familie in Saigon, einigen Hotelaufenthalten in Saigon zur Abwechslung sowie einer kleinen Reise der Küste in nördlicher Richtung entlang nach Ca Na (+1’s Hometown), Phan Rang, Cam Ranh, Hoi An und Da Nang. Kurz vor dem Rückflug geht’s noch einmal kurz nach Vung Tau. Abwechslung ist auch hinsichtlich der Transportmittel angesagt. Ich habe mich überreden lassen, den Überlandbus für eine längere Strecke auszuprobieren. Ansonsten gibt es zwei Inlandsflüge, Grab bzw. anderweitig gebuchter Fahrer und ein Schnellboot.

Die Flüge sind unverändert zum Prolog folgende geblieben.

LH 2007 DUS-MUC
TG 925 MUC-BKK
WE 550 BKK-SGN

Gebucht mit Meilen, die ersten beiden Flüge in C (I) und der letzte Flug wurde in Y (X) eingebucht. Der Verfügbarkeit geschuldet haben wir uns für einen gefühlten Tagflug entscheiden müssen. Die Langstrecke startet in MUC um 14:25h und ist planmäßig am kommenden Tag um 6:05h in BKK.

Am Vorabend noch den Kühlschrank leer gegessen und Koffer gepackt, galt es heute morgen nur noch ein Uber zu rufen. Seit unserem Umzug in einen Vorort gestaltet sich das leider etwas schwieriger. Nach einigen Minuten sollte es klappen. Nach weiteren 10 Minuten stand unser Fahrer bereit, ein bekanntes Gesicht. Ca. 100 Minuten vor Boarding am DUS angekommen, gab es kaum Schlangen und mir wurde klar, dass wir länger hätten schlafen können. Um so erfreulicher war das Hinweisschild am Check-In auf die wiedereröffnete SEN-Lounge. Am Check-In erfolgte zugleich die kurze Ernüchterung, denn es wurde mitgeteilt, die SEN-Lounge habe weiterhin geschlossen. Ich akzeptierte dies gedanklich als sonntägliche Sparmaßnahme und wir gingen weiter zur Siko. Die drei Personen vor uns benötigten ca. 10 Minuten bis alle Flüssigkeiten etc. ausgeräumt waren und dennoch gingen die Koffer zur Nachprüfung. Tauschen möchte ich mit dem Personal nicht, die notwendige Geduld hätte ich auf gar keinen Fall.

Auf dem Weg zur C-Lounge wirkte die SEN-Lounge von unten betrachtet geöffnet. Wir versuchten es und siehe da: Doch offen und ansprechend renoviert. Wir nahmen Kaffee und Wasser.

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Mit 10 Minuten Verspätung startete das Bus-Boarding für die LH 2007 (CRJ9).

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Von 2A diesmal leider keine Möglichkeit, Lörick von oben anzuschauen, dafür Duisburg und Essen. Dabei wurde mir klar, die Gegend rund um DUS auch nach mittlerweile 3 Jahren Ansässigkeit noch nicht richtig entdeckt zu haben.

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+1 sah von 2D einen See, den es später genauer zu recherchieren galt. Es schien sich um den Steinbruch Prangenhaus zu handeln. Die benachbarte Land Rover Experience muss ich mir mal näher anschauen.

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Sodann städteloses ToH. War in Ordnung. Zwei Getränkerunden, nix zu meckern.

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In München angekommen gab es eine Parkposition vor dem Terminalgebäude sowie einen kleinen Fußweg. Definitiv angenehmer als ein Bustransfer. Nach oben in den H-Bereich und schnell ausgereist. +1 checkte ein paar Parfüm-Preise und gab diese nach SGN durch. Nicht dass im Aufgabegepäck nicht ohnehin genug Mitbringsel wären. Danach in die SEN-Lounge. Bereits auf dem Weg nach hinten lächelte mich die Zapfstation an, aber ich befand es für zu früh am Tag.

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Nach ca. einer Stunde holten wir ein paar vegetarische Kostproben vom Buffet. +1’s Auswahl überraschte mich in einem Detail.

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Als +1 kurze Zeit später mit einem Schankbetrug-Style Franziskaner auftauche, gab ich mich doch geschlagen und versuchte mich ebenfalls an der Zapfstation. Ein gezapftes (!) Hefe oder Helles sind die wenigen Dinge, die ich bei längeren VN-Aufenthalten – definiert als >2,5 Wochen – leicht vermisse. Die Sehnsucht ist aber bei weitem nicht groß genug, um ca. 5 Euro im Annam Gourmet Supermarkt für eine Flasche auszugeben. Das Pop-Up-Paulaner am Deutschen Haus gibt es leider nicht mehr. Für Hinweise auf Alternativen (neben Hoegaarden) wäre ich dankbar.

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Noch einen Espresso aus dem Automaten und schon ging es zum Boarding der TG 925. Irgendwie hatte ich in Erinnerung zum Buchungszeitpunkt etwas von 777 gelesen zu haben und war freudig überrascht, eine A350 am Gate stehen zu sehen. Am Gate wurden wir ausgerufen, am Schalter hieß es, Düsseldorf hätte etwas geschlampt und unsere Pässe müssten noch mal „durchgezogen“ werden. Das Boarding starte pünktlich und wir genossen zwei Champagner und nannten unsere Präferenzen für das Essen nach dem Start. Karten gab es weder auf Papier noch elektronisch.

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Den Start verfolgten wir aus dem Mittelblock (16E und F) über die Außenkamera. Danach begann rasch der Service. Zuerst Nüsse und Crab-Cake.

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Danach die Vorspeise (keine Auswahl): Scallops auf Erbsenpüree und Shrimp auf Krautsalat. War ganz in Ordnung.

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Im Anschluss für mich „German Style Beef“ und für +1 "Spicy Shrimp Curry". Die Dritte Hauptgang-Option wäre „Chicken with Mashed Potato“ gewesen.

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Nach den vielen Jahren mit mir, ist +1 der Meinung, an Schärfetoleranz eingebüßt zu haben. Daher bestanden Bedenken, die Thai-Schärfe könnte sogar für +1 zu viel des Guten sein. Noch auf der Parkposition am MUC beruhigte die FA umgehend: „They cook it here, so no spicy“. Das Essen gefiel. Das Curry hatte eine angenehme Schärfe.

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Danach ein Käsegang.

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Macaron auf zweierlei Creme zum Abschluss.

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Nach einem letzten Glas Rotwein wurde das Bett gemacht und +1 kramte für mich eine Schlafmasken aus dem Trolly. Im Amenity Kit wurden diese eingespart und auch anderweitig gab es keine. +1 setzte eine Kosmetikmaske auf, eine Angewohnheit, die sie sich auf Korea-Flügen abgeschaut hat. Auf anderen Flügen erntet sie dafür regelmäßig seltsame Blicke.

Geschlafen haben wir eher schlecht. Das lag weniger am Sitz als an der Tageszeit und Lautstärke in der Kabine. Manchmal hätte ich mir fast die 777 gewünscht, um trotz Ohrstöpsel nicht immer eine Sitzverstellung, Gespräche oder lautes Besteckgeklapper etc. zu hören.

Zwei Stunden vor der Landung wurde das Licht angemacht und es gab zum vierten Mal heiße Tücher. Dann dauerte es leider ca. 30 Minuten bis das Frühstück angeboten wurde. Etwas im Rührei gestochert, durchschnittlich.

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Die Landung in BKK erfolgte pünktlich.

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Beim Aussteigen wurden am Gate irgendwelche Gesundheitskarten für nach Thailand Einreisende verteilt. Keine Ahnung, ob da nur ein paar Telefonnummern drauf stehen oder es wieder was offizielleres ist. Vor vier Wochen sind wir jedenfalls noch ohne jede Karte, Formular o.ä. eingereist.

Im Terminal angekommen ging es durch die Siko, zum kurzen Parfüm-Preischeck und weiter zur TG-Lounge.

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Auch mit WE-Y-Ticket und Vorlage unserer digitalen SEN-Karten kein Problem. Coke Zero und Taro Bun.

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Dann Bus-Boarding in den A320 von Thai Smile. Wir mussten auf einige Umsteige-Passagiere warten, was den Abflug deutlich verzögerte. Auf Reiseflughöhe wurde ein Frühstück angeboten. Ich probierte zumindest ein paar Bissen. Der Chicken-Pie schmeckte besser als erwartet.

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In SGN gelandet, gab es eine Gate-Position und einen längeren Fußmarsch. Schnelle Einreise, Gepäckabholen und ins Taxi. Neu sind einige Monkeypox-Aufsteller mit Verhaltenshinweisen.

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Für die ersten beiden Nächte haben wir uns wieder ins Pullman eingebucht. Es gab wieder ein Upgrade in das gleiche Executive-Zimmer.

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Angesichts des wenigen Schlafs auf dem Flug nahmen wir eine Dusche und Wanne sowie zwei Stunden Schlaf. Dann sollte es zum Muscheln-Essen gehen. Allerdings fiel der um diese Jahreszeit übliche Regen heute etwas stärker aus und es war unmöglich, ein Taxi oder Grab zu bekommen.

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Die leichte Überflutung wurde auch nicht weniger und wir genehmigten uns erstmal unsere Welcome-Drinks in der Burger Bar.

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Als die Straßensituation immer noch nicht besser wurde, entschieden wir uns in unmittelbarer Nähe eine Kleinigkeit zu essen und jede Straßenquerung zu vermeiden.

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Mit geliehenen Schirmen ging es zu An Nam.

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Dort gab es gedämpfte Reispfannkuchen, ungefüllt (Banh Uot) und mit Schweinefleisch gefüllt (Banh Cuon). Dazu Salat, Gurke, Röstzwiebel und eine Auswahl an Würsten als Beilage sowie verdünnte Fischsauce als Dip. Die Pfannkuchen sind etwas klebrig und fast geschmacksneutral. In Kombination mit den Röstzwiebeln aber ganz lecker.

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Zurück im Pullman ging es in die Lounge und wie ließen den gefühlt ersten Tag der zweiten Reise ausklingen. Kalendertechnisch waren es natürlich zwei Tage.

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JanBu

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08.08.2021
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Ho Chi Minh City, Vietnam
Na dann wollen wir mal ! Danke für die Fortsetzung


Die Sehnsucht ist aber bei weitem nicht groß genug, um ca. 5 Euro im Annam Gourmet Supermarkt für eine Flasche auszugeben. Das Pop-Up-Paulaner am Deutschen Haus gibt es leider nicht mehr. Für Hinweise auf Alternativen (neben Hoegaarden) wäre ich dankbar.
Das schon weiter oben erwähnte Parkhaus Saigon hat importiertes Münchner Weissbier (Hofbräuhaus) 🍻

Und den sintflutartigen Regen durfte ich gestern aus dem Bürofenster geniessen - zum Glück. Vor unserem Haus hat es einem mitten in der Brühe das Motorbike abgewürgt, bis zu den Knien im Wasser durfte er es dann wegschieben ...
 
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29.12.2018
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DUS
Und den sintflutartigen Regen durfte ich gestern aus dem Bürofenster geniessen - zum Glück. Vor unserem Haus hat es einem mitten in der Brühe das Motorbike abgewürgt, bis zu den Knien im Wasser durfte er es dann wegschieben ...

+1 hatte bei mir kurz vorgefühlt, ob ich mir vorstellen könne, manchen Locals gleich in Flipflops durch die dunkelgraue Brühe zu waten. Für mich kam das nicht in Frage, manche Hotelgäste haben sich aber tatsächlich versucht. Angesichts null Sicht und diversem Unrat etc. finde ich das leicht gewagt.
 
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Reise 2: Tag 2

Die ersten beiden Tage der zweiten Reise verbringen wir zur Akklimatisierung wieder im Pullman Saigon Centre. Da wir am Vorabend aufgrund unseres Mittagsschlafs erst spät einschlafen konnten, starteten wir mit einem späten Frühstück. Wie sollte es anders sein, es gab Pho Bo. Der Versuch pochierte Eier dazu zu bestellen, ging etwas schief. Wir bekamen eine Art Egg Benedikt als Beilage.

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Davon verspeisten wir lediglich die um die Sauce weitgehend bereinigten Eier. Zum Nachtisch gab es ein etwas trockenes Croissant und Obst. Die Wassermelone verfeinerte ich mit dem in Vietnam oft verfügbaren Chilisalz.

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Bei +1’s Familie gibt es Chilisalz zu vielen Früchten, um eine „Geschmacks-Balance“ herzustellen. Auch bei anderen Speisen ist es dort eine typische Redewendung, die Balance aus süß, salzig und sauer müsse hergestellt werden.

Nach dem Frühstück lieferten wir unsere mitgebrachten Waren bei +1’s Eltern ab. Diesmal „nur“ mehrere Flaschen Parfüm, die weiteren Bestellungen kamen zu spontan bzw. die Flughafenpreise waren nicht attraktiv genug.

Bei +1’s Eltern angekommen, sah die Straße im Vergleich zu vor knapp drei Wochen leicht verändert aus. Im Nachbarhaus hatte ein Schneidergeschäft für traditionelle Kleider (Ao Dai) die Pandemie nicht überlebt und nach etwas Leerstand war ein Café gerade eingezogen. Daher überraschte es ich mich, anstatt des neuen Cafés eine Baustelle und gegenüber ein neu eröffnetes Café zu sehen. Auf Nachfrage ergab sich folgendes: Der Vermieter war über das gut laufende Geschäft des gerade eröffneten Cafés positiv verwundert und kündigte den „Vertrag“ bzw. die wie auch immer getroffene Vereinbarung kurzfristig. Nun wird umgebaut und ein eigenes Café eröffnet. Der gekündigte Café-Betreiber überzeugte hingegen den Hausbesitzer direkt gegenüber, sein Erdgeschoss nicht mehr selbst für Wohnzwecke zu nutzen, sondern an ihn zu vermieten. Unglaublich wie schnell das in Vietnam alles geht. Ist natürlich auch eher der graue Sektor.

Wir verbrachten etwas Zeit bei +1’s Eltern, aßen eine Art Apfel und ließen für uns Schnellboot-Tickets nach Vung Tau buchen. Selber waren wir auf der Website in Ermangelung einer von einer vietnamesischen Bank herausgegebenen Kreditkarte gescheitert. Danach stand ein Treffen mit einer in Berlin lebenden Schulfreundin von +1 an. Es war eher Zufall, zur gleichen Zeit in Vietnam zu sein, aber die Gelegenheit wollten wir nutzen. Ich war besonders gespannt, was ihr deutscher +1 über seinen ersten Aufenthalt in Vietnam und bei seiner vietnamesischen Wahlverwandtschaft so zu berichten hat. Wir trafen uns bei Uniqlo im Vincom-Center und gingen über die Straße ins Cong Caphe.

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Eine Kette, die mit Anleihen an Kleidung und Einrichtung zu Zeiten des amerikanischen Kriegs, eine besondere Atmosphäre schaffen möchte.

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Wir hatten einen traditionellen vietnamesischen Kaffee mit geeister Kokosmilch sowie geeiste Kokosmilch mit grünem (jung geernteten) Reis. Beides sehr lecker.

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Leider setzte ein heftigerer Regen ein, weshalb die angedachte Touri-Runde ausfiel. Die Berliner Freunde waren darüber auch nicht unbedingt böse. Einige Highlights hatten sie an den Vortagen schon von außen kurz betrachtet und innen könne der +1 ja alles auf Youtube ansehen. Naja. Wir überlegten, was wir sonst noch gemeinsam unternehmen könnten. +1 und ihre Schulfreundin erinnerten sich an einen in der Nähe angesiedelten Bogenschießverein. Wir nahmen ein Taxi und versuchten unser Glück. Für ca. 2,50 € pro Person buchten wir spotan eine englischsprachige Kurzeinführung samt 30 Minuten schießen. War mal was Neues.

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Danach hieß es Abschied nehmen, evtl. treffen wir uns aber nochmal in Da Nang. Auch dort haben wir eine kurze, zufällige Trip-Überschneidung. Wir nahmen ein Grab zurück zum Hotel und nutzen das Gym und Pool. Da ich über Corona etwas zugenommen habe und wir während unserer Reisen gut und viel essen, ist das auch bitter nötig. Nach dem Training ging es kurz in die Lounge und dann mit dem Taxi in den „Japanese District“. Zwischen vielen mehr oder minder seriösen Massage-Salons und Bars mit aufgetakelten Animierdamen davor, gibt es einige Restaurants und normale Bars.

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Wir checkten Speisekarten und landeten im Enya-Izakaya.

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Zu zwei Runden frisch gezapftem Sapporo gab es Rindersteak mit Rettich, frittiertes Tofu mit „Japanese Sauce“, gegrillten Tintenfisch („spicy“) und zwei Grillspieße mit Hühnerfleisch und Okra.

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Alles sehr ordentlich, aber nix besonderes. Die Rechnung belief sich auf ca. 33 Euro. Für lokale Verhältnisse natürlich etwas teurer aber rund um DUS hätten wir das schon fast für das Bier bezahlt.

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Nach dem Abendessen lachte mich noch ein Loch in der Wand an und wir probierten (zusammen) zwei Craft Biere im 7 Bridges und zwei weitere bei Pasteur .

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Danach zurück ins Hotel.

Reise 2: Tag 3

Heute hieß es am Nachmittag auschecken. Vorher nutzen wir vor und nach dem Pho Bo-Frühstück noch ausgiebig Pool und Gym.

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Bei Frühstück gönnte sich +1 zusätzlich etwas Congee mit Pork Floss – ist nicht so mein Fall.

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Danach ging es zu +1’s Eltern, um unser Zimmer für die nächsten beiden Nächte zu beziehen. Den Abend verbrachten wir in der VivoCity-Mall. Bei KhaoLao, eine Kette für laotisches Essen, hatte +1 ein Shrimp- und ich ein Chicken Curry.

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+1 Eltern bestelltem eine Art Klebereis mit Tamarindensauce sowie gebratene Nudeln, +1’s Bruder ebenfalls das Chicken Curry.

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Das Essen war gut, unterschied sich aber unwesentlich von ähnlichen Gerichten in Thai oder vietnamesischen Restaurants – den Klebereis mal ausgenommen. Zum Dessert gab es bei Highlands einen Kaffee sowie kleine Käsekuchentörtchen.

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Angesichts der umfassenden Familiengespräche auf vietnamesisch gab ich mich meinem Smartphone und dem Forum hin. Den Abend zum Abschluss brachten +1 und ich mal wieder bei Biacraft.

Reise 2: Tag 4

Da es morgen auf eine 8-tägige Rundreise geht, hatten wir uns heute nicht viel vorgenommen. Wir starteten in den Tag, wie sollte es anders sein, mit einer Pho Bo. Diesmal in District 7 in einem Restaurant namens Pho Viet Nam.

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Herausstellungsmerkmal sind die hausgemachten Nudeln. Wahlweise und gegen Aufpreis werden sämtliche Suppeneinlagen separat und die Rinderbrühe in einem heißen Steintopf serviert.

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Wir garten unser Fleisch und genossen unser Frühstück. Geschmacklich würde ich die Nudelsuppe knapp hinter Pho Hoa Pasteur einordnen.

Zurück in unserem Zimmer fing ich an unser Gepäck für die Rundreise zusammenzustellen, wir werden nicht alles mitnehmen. Sodann hatte +1 eine Massage in einem Salon mit blinden Mitarbeitenden gebucht.

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Ich bin nicht der ganz große Fan von Massagen, konnte es aber halbwegs genießen. Wahrscheinlich bekam ich auch die weichere Sonderbehandlung für Westler. Danach ging es zu einem Haarschnitt. Papaya gab es zwischendurch als Snack.

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Bevor wir uns in die Innenstadt aufmachten, gesellten wir uns zu +1 Eltern und probierten etwas Chicken-Rice, Hühnerfleisch und eine kalte Suppe mit Kräutern und etwas Schweinefleisch (leider ohne Fotos).

In District 1 ging es dann zu Uniqlo, um uns einem gewissen Trend anzuschließen und dünne UV-Schutz-Jacken sowie ein paar weitere Teile für die Rundreise zu kaufen. Danach zu Fuß weiter zu O'Briens mit einem Zwischenstopp im von Juser @xcirrusx erwähnten Hinterhof. Danke dafür nochmal, ich hatte den Hinterhof schon beinahe vergessen. Ich schaute mir The Refinery an, +1 hatte ein Auge auf Rico Taco geworfen. Werden wir beides vielleicht nach unserer kleinen Rundreise testen, mal schauen. Gerne würde ich zudem mal in Erfahrung bringen, was sich in District 2 so entwickelt hat.

Zurück in unserem Zimmer wurden noch die Koffer fertig gepackt, um Saigon am nächsten Morgen zeitig Richtung Norden verlassen zu können.
 

DerSenator

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08.01.2017
5.732
2.397
MUC/INN
Herzlichen Dank für diesen mega Aufwand und die eindrucksvollen Bilder.
Hat das einen bestimmten Grund, dass offensichtlich alle bei den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit mit ihren FFP2-Masken auf den Rollern sitzen? An Corona-Blabla kanns offensichtlich nicht liegen, denn in den ganzen gastronomischen Einrichtungen sieht man dieses neumodische Accessoire nirgends. Oder liegts einfach einer (vermeintlich) schlechten Luft? Ich kenne nur die Smog-Berichte aus PEK, PVG - in BKK habe ich so eine Luft nie vernommen und vermute sie auch nicht in SGN.
 

sgnflyer

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29.12.2018
110
1.599
DUS
Herzlichen Dank für diesen mega Aufwand und die eindrucksvollen Bilder.
Hat das einen bestimmten Grund, dass offensichtlich alle bei den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit mit ihren FFP2-Masken auf den Rollern sitzen? An Corona-Blabla kanns offensichtlich nicht liegen, denn in den ganzen gastronomischen Einrichtungen sieht man dieses neumodische Accessoire nirgends. Oder liegts einfach einer (vermeintlich) schlechten Luft? Ich kenne nur die Smog-Berichte aus PEK, PVG - in BKK habe ich so eine Luft nie vernommen und vermute sie auch nicht in SGN.

Genau, vorrangig wegen der Luft und Abgasen. Subjektiv nehme ich die Luft zwar im Vergleich zu vielen anderen Städten nicht unbedingt verschmutzter war, aber +1's Eltern drängen uns ebenfalls immer, Maske zu tragen. Mindestens OP-Masken, oft auch FFP2/3 mit Ventil. Im Straßenbild sieht man zudem viele Stoffmasken, gerne in ausgefallenen Designs. Gibts bei Straßenhändlern etc. zu kaufen. Alles genauso schon vor der Pandemie. Inwieweit das nutzt, hinterfrage ich nicht.

Hinzu kommt ein gewisser Sonnenschutz, der auch vor einem Teint bewahrt. Viele Motorbike- (=Scooter) Fahrer tragen hierzu zusätzlich Hoodies, UV-Schutz-Jacken und Frauen oft eine Art Sonnenschutz-Rock. Bei Interesse mal Saigon Ninja googeln und die Bilder anschauen.

Im Service oder bei Hausbediensteten etc. waren teilweise auch vor der Pandemie Masken üblich, zumindest in manchen Situationen (zwecks Hygiene).
 
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xcirrusx

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16.10.2012
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KUL (bye bye HAM)
Tatsaechlich ist District 2, zumindest der Thao Dien Teil, inzwischen fast interessanter als D1. In den letzten zwei Jahren haben dort viele neue Restaurants aufgemacht. Unter anderem, weil das auslaendische Publikum und die obere Mittelschicht weniger rausfahren moechte heutzutage. Ansonsten noch einen meiner Meinung nach tollen Laden in D1, preislich sicherlich gehoben, aber sie wissen immer wieder zu begeistern: http://quincesaigon.com/
 
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sgnflyer

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29.12.2018
110
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DUS
Reise 2: Tag 5 (Teil 1)

Heute wird mein bisheriger Saigon-Report zu einem echten Tripreport. Um 5:00 Uhr klingelte der Wecker. Nach einer schnellen Dusche sowie einem Espresso samt Banh Bao mit Custard-Füllung ging es mit dem Taxi zur Bushaltestelle für unseren Fernbus.

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Ich lernte auf dem Weg von +1 gleich zwei Dinge: Erstens wollen wir zwar nach Ca Na, aber dorthin gibt es eigentlich keinen Bus. +1 hat daher Tickets nach Phang Rang besorgt und wird den Fahrer bitten, uns unterwegs rauszulassen. Scheint das normale Vorgehen. Zweitens erfuhr ich, dass die anzufahrende Bushaltestelle in der Innenstadt leicht inoffiziell ist. Da der Bus eines privaten Anbieters nicht allzu lange eine öffentliche Nahverkehrs-Bushaltestelle blockieren kann, wartete der Bus gegenüber. Wir nahmen Platz in der „Lounge“ und blickten auf unseren 5-Sterne-Bus.

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Ich war gespannt, was fünf Sterne in diesem Zusammenhang bedeuten und verfolgte interessiert das morgendliche Treiben. Weitere Fahrgäste kamen per Taxi, Grab oder dem anscheinend populärer werdenden Rideshare-Dienst Gojek. Zudem bringen diese Dienste auch Gepäckboxen, um diese mit dem Fernbus zu verschicken.

Um kurz vor 7:00 Uhr hieß es, der Bus könne nicht rüber kommen, wir müssten die Straßenseite wechseln, die Fahrgäste taten dies entsprechend.

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Auf der anderen Straßenseite angekommen wurde unser Gepäck verladen und wir stiegen ein.

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Erst Schuhe auszuziehen, in eine Plastiktüte packen und weiter nach hinter zu unseren Sitzkabinen.

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Eine Art Box mit Vorhang.

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Ich war positiv überrascht. Mit 1,80m konnte ich mich ausstrecken, nur mein Rucksack und die Plastiktüte mit den Schuhen störten etwas. Overhead-Bins gibt es keine, über mir war eine weitere Kabine. Im Nachhinein hätte ich mich am Vortag nicht für unseren Wanderrucksacks , sondern für die schmalere Laptoptasche entscheiden sollen, aber zu spät. Hier ein später während der Fahrt aufgenommenes Foto.

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Der Vorhang beschaffte Privatsphäre. Eine Decke hilft, bei Bedarf, gegen die Klimaanalage anzukämpfen. Einen „Welcome-Drink“ (Wasserflasche) mit aufgedrucktem Wifi-Code gab es auch. Weiteren Service oder eine Toilette allerdings nicht.

Der Bus setzte sich in Bewegung und nach einer halben Stunde erreichten wir den offiziellen Busbahnhof. Dort hatten wir nun fast eine Stunde Aufenthalt. Wir nutzen dies für einen erfrischenden, frisch gepressten Orangensaft und inspizierten die Umgebung. Zugegeben fällt dabei auf, dass der Fernbus bei eher ärmer aussehenden Menschen populär ist, aber nicht ausschließlich. Auch sehen nicht alle Buse so komfortabel aus wie unserer.

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Um 8:30 Uhr plus ein paar Minuten Verzögerung ging es mit dem nun deutlich volleren Bus weiter.

Erst störten mich die Lautstärke und Telefonate der anderen Fahrgäste etwas, dazu kam das häufige (vorbeugende Warn-)Hupen des Fahrers. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an alles und konnte etwas Arbeiten, den Report schreiben, zwei Folgen D.B. Cooper auf dem iPad schauen, kurz schlafen und insbesondere entspannt aus dem Fenster blicken Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, ich war von diesem 5-Sterne-Bus sehr angetan und habe in mancher C oder mindestens Y+ schon schlechter gesessen bzw. gelegen. Insgesamt 8:30h Reisezeit für gut 300km sind natürlich die andere Perspektive.

In einer Art Rastplatz-Halle machten wir einen ca. 30-minütigen Mittagsstopp und +1 und ich teilten uns ein Banh Mi Op La. Dort erspähten wir auch Buse mit dem Endziel Hanoi. Ich will gar nicht wissen, wie lange die unterwegs sind. Angesichts des starken Wettbewerbs und meist günstigen Flugpreise auf der Stecke SGN-HAN, wird dieses Angebot wahrscheinlich eher von unterwegs Zusteigenden genutzt.

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Auf dem Weg Richtung Norden änderte sich die Landschaft und wurde grüner und hügeliger. Zwischendurch immer wieder Dörfer entlang der Fernstraße, Fabriken, Kirchen und (meist Dragonfruit-)Plantagen.

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Um 15:15 Uhr näherten wir uns unserem inoffiziellem Halt am Hon Co Ca Na Resort. Wir wurden gebeten, ab sofort hinter dem Fahrer auf einer Stufe zu sitzen. Vor uns standen zwei Mitarbeiter der Bus-Firma im Türbereich und wir konnten den Fahrer bei seiner flotten Fahrt beobachten.

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Gurte o.ä. gibt es dort natürlich nicht. Im Ergebnis ist alles gut gegangen, sonst würde ich hier nicht schreiben, aber gefährlich finde ich das schon. +1 hat da eine andere kulturelle Einstellung, ist aber meist noch vorsichtiger als viele andere. Gurt anlegen ist. z.B. in Vietnam nicht immer üblich und +1 muss ich (nur) bei VN-Aufenthalten jedes Mal neu überzeugen, dass dies auch im Stadtverkehr sinnvoll ist. Ob der Gurt auch zugänglich oder irgendwo eingeklemmt ist, ist eine andere Geschichte.

Um ca. 15:30 Uhr kamen wir am Resort an und wurden abgeladen.

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Angesichts sehr unterschiedlicher Preise auf den bekannten Buchungsportalen (63 bis 140 Euro für dieselbe Kategorie und Bedingungen), hatten wir mit trip.com mal etwas neues probiert. Direkt im Hotel nachgefragt (bzw. nachfragen lassen) hatten wir natürlich auch. Deutlich günstiger wird es wohl erst bei sehr kurzfristiger Buchung, sofern Restkapazitäten bestehen. Diese Deals sind bei Lokals sehr beliebt. Einig sind sich die Portale darin, dass das Hon Co Ca Na Resort die beste Herberge in +1’s Hometown ist. Oft allerdings auch die einzige. Ein verfügbares „Glamping“-Angebot kam für mich nicht in Frage, ich traute den verfügbaren Bildern nicht .

Eigentlich ist Ca Na das Hometown von +1’s Mutter, sie betrachtet Ca Na aber auch als das ihre. Auf +1‘s ID-Karte steht das weiter südlich gelegene Hometown ihres Vaters. Aus deutscher Perspektive mutet das alles etwas seltsam an. Bis heute verstehe ich den Sinn nicht ganz, den Geburtsort noch durch einen Herkunftsort zu ergänzen.

Wir checkten ein und begutachteten das Zimmer samt Bad. Gar nicht schlecht.

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Jedoch im dritten Stock eines Nebenhauses ohne Aufzug.

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Auch das Resort gefiel uns durchaus, einige Reviews hatten uns vorab etwas zweifeln lassen. Es gibt angelegte, leicht beschattete Wege, einen großen Pool und einen Strandzugang.

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Angesichts der Felsen usw. bevorzugen die meisten Gäste aber den Pool. Ein Blick aufs Meer zeigt, was eine wesentliche Einnahmequelle rund um Ca Na ist: Die Fischindustrie.

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Im Hotel gibt es auch einen Stand mit dem lokalen Hauptprodukt: Fischsauce. Vietnamesen essen Fischsauce zu fast allem.

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sgnflyer

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29.12.2018
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Reise 2: Tag 5 (Teil 2)

Nach dem kurzen Resort-Rundgang holte uns +1’s Verwandtschaft mütterlicherseits mit einem gemieteten Limousine-Bus samt Fahrer sowie dem Familienwagen ab.

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Viele Gesichter kannte ich schon von deren diversen Saigon-Besuchen, zudem waren +1’s Mutter und Bruder am Vorabend ebenfalls nach Ca Na gefahren. Einige Gesichter waren aber neu. Die Kommunikation klappte, wie immer, irgendwie. Die Englischkenntnisse waren eher rudimentär.

Auf den angebotenen Besuch einer Fischsaucen-Fabrik hatte ich verzichtet, da der Geruch anscheinend auch für die Lokals kaum zu ertragen sei. Zumindest riet uns +1’s Mutter intensiv davon ab, obgleich die Fischsaucen-Produktionen ein lokales Highlight ist.

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Wir fuhren stattdessen an Salzgewinnungsanlagen und einer Hafenbaustelle entlang zu einer relativ neu in den Felsen getriebenen Küstenstraße. Diese erinnerte mich fast ein bisschen an Küstenstraßen in Italien.

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Ok, Kühe habe ich in Italien noch nie mitten auf der Straße gesehen. Trainierende Fahrradfahrer allerdings schon.

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Da +1’s Verwandtschaft ganz gut situiert ist, erwartete ich entweder eine längere Autofahrt und ein Essen im Restaurant oder ein viel zu großes Mahl zu Hause samt Rundgang etc. Zu meiner Überraschung war der Plan ein ganz anderer. Zuerst wurde mir ein schöner Strand aus der Entfernung sowie eine Baustelle gezeigt.

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Künftig soll der Stand touristisch erschlossen werden. Dann wurden Kisten mit diversen Lebensmitteln Richtung Wasser geschleppt. Ich half natürlich und trug die Eisbox mit dem Heineken Silver. Unten angekommen gab es eine kurze Diskussion, ob Grillen im Freien angesichts des aufziehenden Winds sinnvoll möglich ist. Es war für uns eine glückliche Fügung, dass eine Art verlassene Restaurant-Hütte in Laufentfernung sichtbar war. Der neue Investor hat die lokalen Strandbuden nämlich schließen lassen.

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Fischerboote neben an.

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So konnte halbwegs windgeschützt der Grill, ein Tischgrill koreanischer Art, aufgebaut und Wildschweinstreifen und Garnelen gegrillt werden. Dazu gab es vietnamesisches Baguette, Klebereis gemischt mit einer roten, leicht süßlichen, aber eher geschmacksneutralen Frucht (es sollte Gacfrucht gewesen sein) sowie zwei verschiedene Dips.

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In der verlassenen Hütte standen sogar noch zwei Tische und Stühle, das Abendessen war also nicht nur ein kleines Abenteuer, sondern auch durchaus komfortabel. Zum Nachtisch wurde unter einer mit Plastiktüte und Handy improvisierten Lampe diverse Früchte angeboten. Als das Abendessen beendet war, sammelten wir unsere beträchtliche Menge an Plastikmüll zusammen, was ganz offensichtlich dort nicht alle tun, und schleppten wieder alles zu den Autos zurück.

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Wir wurden zum Resort zurückgefahren und gingen noch für zwei (Dosen-)Bier zum Hotelrestaurant. Bei einem kurzen Blick in die Getränkekarte fiel mir das russische Sprachangebot auf einzelnen Seiten der Karte auf. Russen nahmen wir aber keine wahr. Bislang hatte ich russischen Tourismus eher mit anderen Orten in Vietnam assoziiert. +1 meinte, das Resort sei wohl ein gut gelegener Stopp für Touristen-Bustouren.

Im Innen- Außenbereich des Restaurants war es schon ziemlich leer. Das Bier ließen wir uns zu einer Strandliege bringen.+1 genoss es landestypisch auf Eis.

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JanBu

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08.08.2021
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Ho Chi Minh City, Vietnam
Sehr schöne Bilder aus einer mir unbekannten Ecke - +1 und ich geniessen unsere Stranddosis jeweils etwas weiter südlich in Mui Ne (Phan Thiet).

Fischsauce: was wären die Vietnamesen wohl ohne ihre Nuoc Mam. Meine +1 benutzt die auch für alles zum Kochen, allerdings frittiert sie auch schon mal mit Sonnenblumenöl oder Butter, je nachdem was gerade auf den Tisch kommen soll.

Nur weiter so und geniesst den Strand noch !
 
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sgnflyer

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29.12.2018
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DUS
Reise 2: Tag 6 (Teil 1)

Um den Sonnenaufgang zu sehen, stand +1 heute in aller Frühe auf. Ich schlief eine Stunde länger. Besonders spektakulär scheint das Naturschauspiel nicht gewesen zu sein.

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Danach ging es zum Frühstück. Es gab ein Buffet, das den Buffets in vielen anderen vietnamesischen Hotels ähnelte.

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Wir stellten uns ein bisschen was zusammen und ließen Spiegeleier braten.

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Als zweite Runde nahm +1 eine Bun Bo. Eine Rinderbrühe mit dickeren, runden Nudeln und Chili-Öl. Worin der konkrete Unterschied zur fast überall erhältlichen Bun Bo Hue liegt, konnte mir +1 auch nicht sagen. Da die servierte Nudelsuppe leicht nach Fisch schmeckte, war ich froh, bei +1 nur einen Löffel probiert zu haben.

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Da ich nicht sicher war, was mich am heutigen Tag erwartete, frühstückte ich etwas mehr. Im Nachhinein unnötig.

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Nach dem Frühstück auf der Terrasse gingen wir kurz an den Strand und ein bisschen ans bzw. ins Wasser. Das Wasser war warm und fällt nach ein paar Metern etwas steiler ab. Geschwommen bin ich lieber im Pool.

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Anschließend hieß es zurück zu unserem Nebengebäude, duschen und auschecken.

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Ein Cousin von +1 holte uns am Hotel ab und minimierte den Laufweg bestmöglich.

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Wir fuhren zu einem Haus, in dem +1’s Mutter ein Geschäft betreibt und lagerten unser Gepäck. Beim Aussteigen stieg mir der strenge Geruch einer Fischsaucenfabriken in die Nase. Ich hatte echt Angst, mich übergeben zu müssen, was zum Glück nicht passierte. Die Entscheidung am Vortrag, keine Fabrik zu besuchen, scheint die richtige gewesen zu sein.

Danach ging es zu +1’s Tante, die heute Geburtstag hatte. Der Tante und ihrem Mann scheint der halbe Straßenzug zu gehören. Es wurde ein umfassendes Mittagessen für die anwesenden, engeren Familienangehörigen aufgefahren. Ihr Mann hatte Seeigel ertaucht. Ich weiß gar nicht, wie ich die Zubereitung beschreiben soll. Der Seeigel wurde mit Kräutern und Frühlingszwiebeln vermischt und gebacken. Lecker, aber unspektakulär. Schmeckte nicht viel anders als ein Omelette, irgendwie fast „deutsch“.

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Weiterhin gab es frittierte Tintenfischteile sowie die von gestern bekannten Wildschweinstreifen und Garnelen. Dazu noch eine Art Karottengemüse mit Rindfleisch sowie Baguette.

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Zum Nachtisch Grapefruit, Trauben und die Geburtstagstorte. Happy Birthday singen war natürlich auch angesagt.

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Im Anschluss an die Gesangseinheit ging es auf eine kleine Town-Tour mit dem Motorbike. Vorher hatten wir noch die Idee, für mich eine OP-Maske stark zu parfümieren, um die Vorbeifahrt an Fischsaucen-Produktionen angenehmer zu gestalten. Die zwei Tage zuvor gekaufte Uniqlo-UV-Schutz-Jacke angezogen, einen geliehenen Helm aufgesetzt und los.

Als erstes besuchten wir das Ladengeschäft von +1’s Tante am Ende der Straße. Der Fahrweg betrug ca. 25 Meter. Also Helm wieder ab und den Laden erkundet.

Verabschieden, raus, den Helm wieder aufgesetzt. Währenddessen wurde ich von einem Rollerfahrer angestarrt, der einfach weiter geradeaus fuhr und seinen Kopf entsprechend drehen musste. Nach gefühlt eins bis zwei Sekunden wandte er seinen Blick zu +1, wahrscheinlich um zu schauen, wer diesen Westler in das Dorf brachte. Für einen Moment war ich echt besorgt, dass er gleich gegen irgendein Hindernis fährt. Ansonsten wurden wir zwar manchmal kurz verwundert angestarrt, aber wirklich etwas zu berichten gibt es nicht.

Die Town-Tour startete mit einem Besuch der gestern bereits erwähnten Salzgewinnungsanlagen.

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Weiter am Wasser entlang.

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Zu einer Fisch-Dämpfungsstation mit anschließender Trocknung.

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Dabei immer wieder durch enge Straßen und Baustellen. Unbefestigte Straßen erfahren zunehmend ein Upgrade.

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Nach ca. 45 Minuten holten wir unser Gepäck ab und stiegen in ein gemietetes Auto mit Fahrer um.

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Damit war der Hometown-Besuch schon beendet. Ich war echt positiv überrascht. Überall wurde ich herzlich empfangen, innerhalb des erweiterten Familienkreises war immer jemand, der zumindest rudimentär Englisch sprach. Ich weiß nicht, was ich innerlich erwartet hattee, aber eigentlich war alles ziemlich unspektakulär. +1 steckte mir jedoch, dass ich bei weitem noch nicht die ganze Familie mütterlicherseits gesehen habe. Zudem blieb das Gefühl, das Dorf nicht vollends erkundet, sondern eher Zeit in einer relativen Wohlstandsblase verbracht zu haben.
 

sgnflyer

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Reise 2: Tag 6 (Teil 2)

Wir fuhren eine Art Landstraße entlang und stoppten an einer Mautstation.

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Laut +1 gibt es ca. alle 80km eine Mautstation.

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Auf unserem Weg in die Provinzhauptstadt Phang Rang hielt der Fahrer am Lang gom Bau Truc (Bau Truc Pottery-Village). Beim Navigieren mussten wir etwas unterstützen, da er weder Google Maps verwenden noch eine Karte richtig lesen konnte. Wir betrachteten das Tonwaren-Angebot.

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Zunächst dachte ich die wesentliche Besonderheit sei, alles ist handgemacht und es nicht einmal Drehscheiben werden eingesetzt.

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Erst später verstand ich, dass die Waren von einer Ethnic Minority, den Cham People hergestellt werden. +1 interessierte sich für eine Vase, die sie dann auch kaufte. Die Vase wurde sicher eingepackt. Anstatt der von mir zuerst verstandenen 80 Euro, hatte +1 eine Vase für 8 Euro ausgesucht.

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Vor dem Pottery-Village stand eine Tafel mit den lokalen Touristen-Highlights. Praktisch.

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Zurück in Auto befragte ich +1 zu den Cham People. Ohne hier zu politisch zu werden, verstand ich, dass allein der Begriff Etnic Minority bereits eine gewisse Würdigung enthält. Möglicherweise wäre Native People auch passend. Wer mag, kann sich z.B. bei Wikipedia o.ä. einlesen.

Wir fuhren zu einem Tempel der Cham People. Dieser erinnerte mich tatsächlich an Bauwerke in Kambodscha.

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Wir zahlten pro Person ca. einen Euro Eintritt und liefen zuerst durch Souvenirshops, die von billigen Tassen bis Elefantenhosen alles mögliche anboten. Wir kaufen für unsere Magnetwand ein Erinnerungsstück. Eigentlich gelten bei uns nur Orte mit Übernachtung als Magnetwand-würdig, da es in Ca Na keine Magnete gab, war dies eine vertretbare Ausnahme. Im gleichen Gebäude gibt ein kleines Museum mit Informationen zu den Cham People und deren Kultur. Teilweise auf Englisch.

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Dann hoch zu den Tempel-Türmen.

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Durchaus beeindruckend und schön. Auch die Aussicht ist nicht schlecht.

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Es hätte anstelle der Treppe auch ein Elektromobil für den kurzen Aufstieg gegeben.

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Danach liefen wir die Treppe wieder runter und gönnten uns ein Eis.

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Zurück zum Auto und weiter. Auf der Fahrt fuhren wir kurz parallel zu einer Eisenbahnstrecke. Diese wird vor allem für Cargo-Züge genutzt, jedoch auch für den bei Touristen beliebten Reunification Express. Letzteren hätte ich gerne mal für eine Teilstrecke ausprobiert, z.B. von Saigon bis zu unserem heutigen Ziel Phang Rang. +1 und ihre Verwandtschaft rieten aber ab. Der Bus sei deutlich bequemer und zuverlässiger. Irgendwann will ich dennoch mal einen Touristen-Zug in Vietnam nutzen, eventuell nach Sapa.

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Der letzte Stopp auf unserem Weg in die Provinzhauptstadt war eine Sanddüne namens Nam Cuong. Rundherum gab es nicht viel. Die Düne war schön und es wurde eine 4x4-Tour angeboten.

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Leider war die Umgebung ziemlich vermüllt.

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Auf die 4x4 Tour verzichteten wir und versuchten uns zu Fuß.

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Nach einiger Zeit und vielen Fotos liefen wir zurück zum Auto und versuchten uns bestmöglich vom Sand zu befreien. Der Fahrer brachte uns in die Innenstadt von Phang Rang. Viele Hotels der zumindest etwas gehobenen Kategorie gibt es dort nicht. Außerhalb zwar schon, ich wollte allerdings die Innenstadt sehen. Wir hatten hierzu über ein Buchungsportal das zentral gelegene Hai Van Luxury Hotel ausgesucht. Bleiben werden wir nur eine Nacht. Der Fahrer setzte uns ab und trat zusammen mit +1’Bruder und unserer Vase den ca. 45-minütigen Rückweg nach Ca Na an. In einigen Tagen werden wir uns in Saigon wieder treffen.

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Das „Luxury Hotel“ war in Ordnung. Zumal es mit knapp 19 Euro das Abstand günstigste Hotel auf unserer Reise ist. Etwas Luxus kann es tatsächlich bieten. Die Fernbedienung für die Toilettenfunktionen funktionierte aber nur eingeschränkt.

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Wir nahmen eine Dusche und machten uns auf zum Abendessen.

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Wir ließen uns auf den kleinen Plastikstühlen eines Restaurants nieder und bestellten Banh Can.

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Also die Pfannkuchen, die ich weiter oben im Report aus Saigon gepostet hatte. Die Erdnusssauce war etwas dünnflüssiger, die Pfannkuchen schmeckten etwas fetter. Die Zubereitung konnten wir beobachten, geölt- oder buttert wurde aber gar nicht.

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Zu den Pfannkuchen gab es leicht saure Mangostreifen sowie Saigon Lager.

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Das Bier besorgte die Restaurant-Betreiberin nach unserer Bestellung im benachbarten Minimarkt.

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Die in Vietnam oft nach dem Hauptgang gegessene Suppe ließen wir aus.

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Da das Restaurant auf Sättigung und nicht auf geselliges Sitzen ausregerichtet war, zogen wir rasch weiter.

Mit Google-Maps-Unterstützung landeten wir bei Beer Town. Kurz verwundert mussten wir durch ein geschlossenes Café die Treppe hoch in den ersten Stock.

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Dort fanden wir ein richtiges Restaurant und keine Bier-Bar vor.

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Da es schon später am Abend war und die meisten Gäste nur noch Getränke vor sich hatten, kein Problem. Das Restaurant war voll. Uns wurde ein unschöner Tisch neben dem Holzkohlegrill zugewiesen. Wir regten an uns nur mit Hockern und einem improvisierten Tisch in eine schönere Ecke zu setzten, was wir dann auch taten. Die Bierauswahl auf der Karte war beeindruckend, leider nicht alles verfügbar. Zuhause trinken +1 und ich gerne guten Wein, auf Reisen fröne ich einer gewissen Untapped-Sucht. Nach dem erfolgreichen Erst-Check-In eines Eibauer Zwickl naturtrüb dunkel, schwenkte ich auf lokale Marken um. Neue Biere konnte ich meiner Sammlung dabei leider nicht hinzufügen.

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Das Bier wurde, wie oft in Vietnam, in kleinen Eiseimern neben dem Tisch serviert. Zusätzlich gibt es einen weiteren Eimer mit Eiswürfeln. Nach einigen Bieren fragten wir nach der Rechnung und einem Taxi.

Edit: Bezeichnung des Pottery-Village auf Wunsch von +1 präzisiert.
 
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sgnflyer

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Reise 2: Tag 7 (Teil 1)

Wir hatten den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt, um vor unserer Weiterreise Phan Rang im Hellen anschauen zu können. Wir checkten aus und ließen unser Gepäck im Hotel zurück.

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Ale erstes marschierten wir in Richtung eines größeren Platzes mit einem Monument. Auf dem Weg kamen wir an einem kleinen künstlichen See sowie öffentlichen Fitnessgeräten vorbei.

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Den von +1’s Verwandtschaft als Highlight benannte Platz fanden wir unspektakulär, mich erinnerte er spontan an China-Besuche.

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Danach ging es an einer größeren Straße entlang, vorbei an regionalen Regierungseinrichtungen. Phang Rang ist die Hauptstadt der Provinz Ninh Thuan.

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Eine Straßenecke weiter entdecken wir einen Banh Mi Stand. Da ich keine Spiegeleier in der Auslage sah, war ich skeptisch, ob ich ein Banh Mi Op La bekommen kann.

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+1 beruhigte mich und zeigte auf einen improvisierten Herd.

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Wir reihten uns in die plötzlich entstandene Schlange ein und warteten auf unser Frühstück.

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Nach einer Weile erhielten wir unsere Baguettes gut verpackt in einzelnen Plastiktüten und nochmal in einer großen. Geschmacklich guter Durchschnitt.

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Wir gingen weiter zu einem lokalen Markt.

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Auf dem Weg wurde ich, anders als in Ca Na, sehr häufig angestarrt oder mit „Hello“ und „How are you?“ angesprochen. Bei drei Damen an einem Metzger-Stand machte ich das Spiel mal mit und beantwortete sogar das folgende „Where are you from?“. Da „Germany“ entweder außerhalb des Wortschatzes oder meine Aussprache unverständlich war, sogar auf vietnamesisch. Die Damen freuten sich.

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Weiter an einem Wettbewerber vorbei.

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Waffeln gibt es auch.

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Manuelle Spülmaschine eines Cafés.

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In Erwartung von etwas zu viel Sonne, suchte +1 eine günstige Kopfbedeckung für die kommenden Tage, wurde aber nicht fündig.

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Inmitten des Hut-Angebots sah ich eine typische Sonnenschutz-Kopfdeckung , die ältere Frauen gerne unter dem Motorbike-Helm tragen.

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Weiter an Meeresfrüchten und Jackfruit sowie weiteren Auslagen vorbei.

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Märkte werden übrigens nicht nur zu Fuß, sondern auch via Motorbike besucht. Als Tourist muss man in dem Trubel aufpassen, nicht angerempelt zu werden.

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Auf dem Rückweg zum Hotel kaufen wir noch etwas Proviant. Wir konnten nämlich nicht auszuschließen, an unserer nächsten Destination, für lokale Verhältnisse, unverschämte Preise vorzufinden.

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Vorbei an einem VinFast LUX A2.0. Basiert auf einem alten 5er BMW. VinFast scheint hier schnell zu wachsen und gehört zum Konglomerat Vingroup, das unter anderem im Hotel- und Freizeitparkbereich, Immobilien, Shopping-Malls, Bildung, Apotheken und Krankenhäusern tätig ist.

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Eine Ecke weiter noch einen wiederum gut in Plastik verpackten Kaffee, Tee und Orangensaft zum mitnehmen gekauft und zurück zum Hotel.

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Ein Cousin und Onkel von +1 mussten heute geschäftlich nach Cam Ranh und hatten angeboten, uns mitzunehmen. Cam Ranh bzw. der nahe am Flughafen CXR gelegene Stadtteil Cam Lam war nämlich unser nächsten Ziel. Wir sagten dem Hai Van Luxury Hotel endgültig Tschüss und stiegen in den Hyundai. Wie oft in Asien erlebt, gut mit dicken Kunstleder-Sitzschonern ausgekleidet. Auf dem Display liefen Musikvideos. Auch während der Fahrt.

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Auf dem Weg machten wir Station an einem Chicken Rice-Restaurant.

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Dort veranstalteten einige Herren eine Art lautstarken Frühshoppen.

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+1 Onkel bestellte gekochtes und frittiertes Huhn, Chicken Rice, Innereien und Suppe.

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Ich hielt mich an das gekochte Huhn und dippte die Stücke in die Limettensaft, Salz und Pfeffer-Mischung. Sehr lecker. An den später geleiferten Innereien versuchte ich mich nicht. Von der Innereien-Suppe probierte ich nur die Gemüseeinlage. Schmeckte wie eine Art Minze.

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Abfall wandert übrigens einfach in einen unter dem Tisch platzierten Abfalleimer, gibt es häufiger in Vietnam.

Gut gesättigt ging es weiter in Richtung Cam Ranh. Am ursprünglich von den Amerikanern erbauten Flughafen und Luftwaffenstützpunkt vorbei. Viel sieht man von der Straße aus nicht.

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Für unserer nächste Unterkunft hatten wir beschlossen, uns wieder etwas mehr zu gönnen. Untereinander nennen wir das manchmal „Tourist-Blingbling“. Gebucht hatten wir eine Nacht im Mövenpick Resort Cam Ranh, ca. 100 Euro. Vorbei am Wyndham und künftigen Westin und vor dem Radisson gelegen, erreichten wir das Mövenpick.

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Alles ziemliche Hotelburgen, weitere im Bau.

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Hier scheint ein neuer Touri-Ort zu entstehen. Bislang hatte ich Cam Ranh bzw. den CXR eher als Flughafen des 45 Minuten nördlich gelegenen Nha Trang abgespeichert.
 

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29.12.2018
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Reise 2: Tag 7 (Teil 2)

Am Mövenpick Check-In war erstmal Warten angesagt. Viele Schalter warten unbesetzt.

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An den Vortagen wurde ich zwar persönlich mit dem üblichen Platinum-Blabla kontaktiert, aber so richtig klappte der Early-Check-in um 12:30 Uhr nicht, eigentlich hatte ich uns sogar für 11:30 angekündigt. Da alles sehr behäbig ablief und die Rezeptionist nicht sonderlich erfahren oder kompetent wirkte, dachte ich, es sei eine gute Idee nach einem Fast-Check-Out zu fragen. Am kommenden Morgen steht nämlich eine frühe Abreise an und ich wollte nix riskieren. Ich setzte das entsprechende Kreuz auf dem gereichten Formular. Die Rezeptionist wusste aber nichts damit anzufangen und meinte, wir müssten auf jeden Fall zum Schalter. Ok. Ich ließ noch den gewünschten Betrag auf der Kreditkarte blocken, wie fast immer in Vietnam mit Pin und Unterschrift. Im Gegenzug erhielt ich einen Beleg, den ich zum Glück gut aufbewahrte (siehe Report des Folgetags). Die per Mail erhaltene Zusage, bei fehlender Early-Check-In Verfügbarkeit Pool oder Gym zu nutzen, uns irgendwo umziehen etc., war nicht hinterlegt. Eine Lounge gab es auch nicht, nur einen verlassenen VIP-Check-In-Bereich ohne Getränke o.ä.. Ich verzichtete darauf, groß nachzufragen und wir genossen erstmal einen Welcome Cocktail im strandnahen Tropicana Beach Club.

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Auf dem Weg dorthin erkundeten wir das schöne Ressort und merkten, dass Golf Buggies sich großer Beliebtheit erfreuen.

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Nach gut einer Stunde war unser Zimmer fertig und wir nahmen ein solches Gefährt zurück zum Haupthaus.

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Wir erhielten ein Deluxe Zimmer im zehnten Stock.

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Zudem einen neuen Welcome-Drink-Voucher. Wahrscheinlich aus Versehen, evtl. auch eine Kompensation für den vermasselten Early-Check-In. Wir fragten nicht groß nach. Das Zimmer war sehr anständig und ein Upgrade um eine Kategorie.

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Minibar inklusive.

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Beim Blick vom Balkon war ich froh, ein Zimmer im Haupthaus und kein Upgrade auf irgendein Apartment inmitten der Villa-Ansammlung erhalten zu haben. Für eine Nacht finde ich ein normales Zimmer deutlich praktischer.

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Nach kurzer Ruhepause machten wir uns auf zum Swiss Village. Hier von oben zu sehen.

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Im Village gibt es unter anderem ein Cardio Gym, eine Gym mit Geräten und Gewichten, ein „Bier-Restaurant Schweizer Art“, eine Disko sowie ein Clubhaus als Basis für diverse sportliche Aktivitäten.

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Das Gym gefiel. Wir spulten ein von +1 geplantes Programm ab.

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Danach mit dem Buggy zurück in Richtung Zimmer. In der Lobby kamen wir an der (Free) Chocolate-Hour vorbei. Wir verzichteten aber.

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Im Zimmer angekommen, kurz frisch gemacht und zu Strand. Mittlerweile war es 16:30 Uhr und wie üblich, verließen viele Westler den Strand und die Asiaten kamen gerade an. Wir ergatterten zwei freie Liegen.

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Am Strand wird Sicherheit großgeschrieben. Mehrere Lifeguards an der Wasserlinie und weitere patrollieren auf Kajaks rund um eine gesicherte Schwimmzone. Wir genossen das seichte, warme Wasser und ich hatte auch einen Blick für die CXR anfliegenden Flugzeuge. Top!

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Als wir genug vom Wasser hatten, liefen wir diesmal zu Fuß hoch zum Haupthaus.

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Wieder frischgemacht, runter in die Lobby und von dort zum Abendessen in den Tropicana Beach Club gelaufen.

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Wir nahmen mit dem zweiten Welcome-Drink-Voucher einen Aperitif und teilten uns als Vorspeise ein vegetarisches Hauptgericht. Lotuswurzeln und Lotussamen mit Pilzen und Tofu. War etwas fad, aber gut.

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Danach hatte +1 nach Nha Trang-Art gebratenen Tintenfisch mit Ananas, Tomate, Paprika und Zwiebel. Auch dieses Gericht fanden wir ebenfalls durchschnittlich.

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Gleiches galt für meinen Wagyu-Burger, der entgegen des geäußerten Wunsches sehr gut durchgebraten war.

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Da unser Dinner allerdings durch Livemusik begleitete wurde, fiel das durchschnittliche Essen nicht so sehr ins Gewicht und wir genossen den Abend sehr. Auch das Publikum im Hotel war äußerst angenehm.

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Danach nahmen wir einen Buggy ins Swiss Village. In der Disko waren wir die einzigen Gäste und nur Getränke von der Karte des benachbarten Bier-Restaurants erhältlich.

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Wir verzichteten, warfen noch einen Blick auf das mit „Alpenbeats“ beschallte Restaurant und beschlossen lieber zurück auf Zimmer zu gehen.

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Hoch zum Haupthaus und am Fuhrpark vorbei.

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Was das für ein Gefährt ist, weiß ich leider nicht.

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Im Zimmer angekommen, leerten wir noch am Morgen gekaufte Dosen mit Tiger Beer auf dem Balkon.
 

sgnflyer

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29.12.2018
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Reise 2: Tag 8 (Teil 1)

Nach nur einer Nacht im Mövenpick Resort Cam Ranh hieß es schon wieder Abschied nehmen. Gerne wären wir noch eine Nacht länger geblieben, aber zu spät. Wahrscheinlich kommen wir in Zukunft wieder. Ein wirklich schönes Resort. Preislich aus unserer Sicht angemessen oder gar attraktiv, viele Resort rufen deutlich mehr auf. Im Restaurant waren die Preise leicht niedriger als meist in Europa, Burger z.B. für knapp 15 Euro. Lokals der Mittelschicht schockieren die Restaurant-Preise in solchen Hotels manchmal, wie z.B. auch die Familie von +1. Mit den Übernachtungspreisen sind sie hingegen fein.

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Wir hatten den Wecker auf 5:00 Uhr gestellt und liefen in der Morgenröte runter zum Meer. Wir wollten den Sonnenaufgang vom Strand und aus dem Wasser heraus beobachten.

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Danach in den Hotel-Flipflops wieder hoch zum Haupthaus. Geduscht, gepackt und runter zum Ausschecken. Das Auschecken dauerte etwas, obwohl in aller Frühe zumindest noch kein Anstehen von Nöten war. Die vom Check-In bekannte Angestellte bestand sogar darauf, von mir den Kreditkarten-Autorisierungsbeleg für die geblockte Summe zurück zu erhalten. Zum Glück hatte ich den Beleg nach kurzem Suchen griffbereit. Ich zahlte noch das Abendessen mit Karte, gab den Pin ein und unterschrieb, nach Aufforderung, den Beleg zusätzlich unter dem Aufdruck, dass aufgrund der Pin-Eingabe keine Unterschrift nötig ist. Das kommt in Vietnam sehr häufig vor. Wir ließen unsere Koffer kurz lagern und gingen zum Frühstück.

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Das Buffet war groß und wir waren zufrieden. Eine schöne Mischung aus dem Üblichen sowie lokalen Angeboten.

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Nach dem Frühstück ließen wir ein Taxi rufen. Am Vorabend hatten wir nach den Transferoptionen gefragt und +1 wurde auf Vietnamesisch geraten, anstelle des Angebots des Hotels besser ein Taxi zu nehmen. Dies sei deutlich günstiger und trotz der etwas abgelegenen Lage des Resorts, wären Taxis innerhalb von 5 bis 10 Minuten verfügbar. Nett. Zumindest aus unserer Perspektive.

Am Flughafen angekommen ging es als statuslose Eco-Gäste zum Vietnam Airlines Check-In. Ruckzuck waren wir an der Reihe und unseren Koffer los. Dabei erblickte ich das für Handgepäck und persönlichen Gegenstand zusammen geltende Gewichtslimit von 12kg. Großzügig. Das würde ich mir manchmal auch bei anderen Airlines wünschen. Gerade wenn ich mit dem Topas unterwegs bin. Weitere Hinweise irritierten mich teilweise.

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Dann ohne Anstehen durch die Security. Innerhalb von 15 Minuten hatten wir es vom Taxi bis ans Gate geschafft. Hätte ich das gewusst, hätten wir den Morgen etwas entspannter angehen können. Nun hatten wir noch eine gute dreiviertel Stunde bis zum Boarding. Im Terminal hielten wir Ausschau nach einem Cam Ranh-Magneten für unsere Magnetwand, wurden aber nicht fündig. Das Angebot beschränkte sich auf Nha Trang-Magneten sowie einige allgemeine Vietnam-Magneten.

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Das vom CXR 45 Autominuten entfernt liegende Nha Trang hatte ich in 2016 einmal alleine besucht, um während einer dreiwöchigen Dienstreise eines der beiden Wochenende zu überbrücken. Damals war ich über die vielen, alle Vorurteile übertreffenden, russischen Touristen schockiert. Bereits das CXR-Vorfeld war vollgeparkt mit russischen Touri-Fliegern. Diesmal kein einziger zu sehen.

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Ein Blick auf die An- und Abflüge zeigte stattdessen einige Verbindungen nach Seoul und Busan, die mir 2016 nicht aufgefallen waren. Auch im Mövenpick sahen wir viele koreanische Touristen, neben vietnamesischen und Westlern.

Weitere Shops im Sicherheitsbereich boten unter anderem lokale Meeresfrüchte, Nüsse, getrocknete Früchte sowie essbares Vogelnest aus Vogelspeichel an.

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Für uns ging es heute mit der weiter oben abgebildeten A321 nach DAD. Das Boarding starte pünktlich. Es gab Boarding-Gruppen und eine extra Reihe für C und Statusgäste. Alles lief sehr gesittet ab, obgleich die Gruppen nicht durchgesetzt wurden (oder gar nicht erst durchgesetzt werden mussten). Ab dem Boardinggate galt Maskenpflicht, OP- oder Stoffmasken ausreichend.

+1 hatte für uns Notausgangssitze kostenfrei reserviert.

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Leider ohne Fenster. Gedächtnisprotokoll des Briefings: „You are sitting in an emergency exit row. Please don’t open the door. In case of an emergency, please help us open the door“. Was ein solches Briefing bringt, ist mir rätselhaft, mehr als ein in Erinnerungsbringen der Notausgangsposition wahrscheinlich nicht.

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Vor dem allgemeinen Sicherheitsvideo gab es eine Runde Desinfektionstücher. Vor dem Start konnte ich aufgrund des fehlenden Fensters nur durch Verrenkungen etwas den Flughafen und die benachbarten Militäreinrichtungen anschauen. Fotos waren leider nicht möglich. Der Sitz war bequem und ordentlich gepolstert. Zum normalen Sitzabstand kann ich nichts sagen.

Angekündigt wurden 50 Minuten Flugzeit, die Distanz liegt laut Google-Suche bei 464km. Nach dem Abheben wurden Wasserflaschen verteilt.

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Kurz darauf wurde die Reiseflughöhe bereits wieder verlassen und der Anflug auf DAD begonnen. Nach 47 Minuten Flugzeit (Quelle: Flightradar24, habe nicht gestoppt) war der Hüpfer beendet. Ein wenig Rollen und wir verließen den Flieger über ein Gate.

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Auf das Gepäck warteten wir etwas 10 Minuten. So macht Fliegen Spaß, auch in der Eco. Absolut nix zu meckern. Bezahlt hatten wir zusammen um die 100 Euro. Alles ohne Light-Gedöns oder Zuzahlungen.

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Ein Grab gerufen und zum gut kenntlich gemachten Pick-Up-Point gelaufen. DAD ist der einschlägige Flughafen, um zu den beiden bei Touristen beliebten Orte Hoi An (südlich) und Da Nang selbst zu reisen. Für uns ging es heute nach Hoi An. Ca. 45 Minuten Fahrt.

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Hoi an ist eine Stadt mit je nach Quelle, um die 100k Einwohner. Berühmt ist die zum Weltkulturerbe gehörende Altstadt. Genau dort hatten wir ein Hotel gebucht. Zum Buchungszeitpunkt war da MGallery leider nicht verfügbar, für keinen Tag im ganzen Monat wurden Verfügbarkeit angezeigt, wahrscheinlich war es geschlossen und eine Öffnung war noch nicht konkret genug geplant. Wir suchen daher über Buchungsportale eine Bleibe und entschieden und für die Luxury Suite (River View) im La An Central Boutique Hotel. Knapp 100 Euro für zwei Nächte. Bei der Anfahrt fiel mir sofort die Ausrichtung des gesamten Ort auf Touristen auf. Überall Englisch zu lesen. Das Hotel lag in der Altstadt auf einer Insel nahe einer bei Touristen beliebten Brücke.

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Am Check-In wartenden wir bis unser Zimmer verfügbar war und bestellen frische Säfte. Ich nutzte die Zeit für den Report. Um ca.12:30h stand das Zimmer bereit.

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Die auf den Portalen der Luxury Suite zugeordneten Bilder sind leider nur teilweise korrekt, für zwei Nächte aber alles in Ordnung. Das Badezimmer könnte etwas mehr Privatsphäre bieten. Der River View eher ein Witz.

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sgnflyer

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29.12.2018
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Reise 2: Tag 8 (Teil 2)

Nach kurzer Pause im Hotelzimmer ging es bei sengender Hitze durch die Altstadt.

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+1 hatte zwei Hauptziele Ziele für die Hoi An-Reise ausgemacht: Den lokalen Chicken Rice (Com Ga) sowie eine lokale Nudel-Spezialität (Cao Lau) probieren. Zum Mittagessen ging es in ein kleines Restaurant und wir bestellten den Chicken Rice.

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Serviert wurde der in Hühnerbrühe gekochte Reis mit Fleischstücken sowie etwas Blutpudding und Herzstücken. Ich probierte alles, entschied mich aber, mich vor allem an den Reis und die Fleischstücke zu halten, den Rest reichte ich an +1 weiter. Dazu frischen Guavensaft für mich und einen Kräutersaft für +1 (Rau Ma, laut google Pennywort bzw. Wassernabel). Der Guavensaft war sehr sauer. Rau Ma ist nicht mein Fall, das hatte ich aber schon vor einiger Zeit herausgefunden.

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Anschließend bummelten wir in der Altstadt durch einen Markt und etwas die Geschäfte entlang.

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Viele Souvenirshops, Lederwaren und hin und wieder Galerien mit Drucken lokaler Motive.

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Ähnlich wie in Cam Ranh, fielen uns zunächst wiederum vietnamesische, koreanische und westliche Touristen auf. Einige der ersten beiden Gruppen in vor Ort gekaufter oder vielleicht auch nur geliehener traditioneller, vietnamesischer Kleidung. An vielen Stellen wurde für Fotos und kurze Videos posiert. +1 und mir stachen zudem einige, ihre lokale Kaufkraft rege nutzende, westliche Touristen ins Auge, die +1 mit dem Prädikat „filthy westerner“ belegte. Wir machten in einem Kaffee mit lokalen Produkten eine kurze Pause, auch um etwas Zeit im Schatten zu verbringen. Im ersten Stock erfrischten wir uns an einer kühlen Schokolade mit Kokosmilch sowie einer Kokosmilch mit Eis und Honig. Dazu einen hausgemachten Apfelkuchen. Alles sehr lecker.

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Beim Blick auf die Straße sah ich unter anderem einen der „filthy westerner“ mit nacktem Oberkörper, verfranztem Man-Bun und Zigarette im Mundwinkel vorbei schreiten. Dass solche Outfits bei den das vermeidlich einfache Leben genießenden Vietnamesen keinesfalls hoch angesehen sind, ist vielen dieser Reisenden wahrscheinlich nicht bewusst oder herzlich egal. Zumindest sind diese Reisenden aber gute Kunden in Restaurants mit Spaghetti, Pizza, Fried Rice sowie reichlich Alkohol im Angebot. Wir erkundeten die Altstadt weiter und merkten, dass Hoi An, den meisten Bildern im Internet entsprechend, eher etwas für den Abend zu sein scheint. Auf dem Rückweg zu einer Pause im Hotel gönnten wir uns zwei gezapfte Huda Biere. Eine zu Carlsberg gehörende Marke aus Hue, die mir beim ersten Trip in Saigon aufgefallen war. Hatte ich vorher noch nicht bewusst wahrgenommen. Zugegeben, wir hatten mit der Tiger Tiger Bar ein Etablissement ausgesucht, das bei den oben beschriebenen Reisenden ebenfalls Anklang findet.

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Dann weiter in einen Minimarkt. Die koreanischen Touristen müssen sich nicht vor einem Soju-Mangel fürchten. Auch weitere Produkte waren auf Koreaner ausgerichtet.

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In der Altstadt wurden wir übrigens alle paar Meter aggressiv von Restaurant- und Ladengeschäftsbetreibern angesprochen. Zum Glück nicht am Arm gepackt. Für ein paar Minuten sind die oft wenig kreativen Sprüche ganz amüsant. Hier meine Top 3:

1. „Hello, you want buy something?”
2. „Hello, come looking my shop!”
3. “Hello, massage please!“

Dicht gefolgt von einem schlichten „Hello, please sit down!“ oder einem ortspezifischen „Boat ride, boat ride?“. Mit letzterem wird morgen jemand Erfolg haben. Irgendwann nervt es einfach nur noch. Selbst ignorieren hilft nicht unbedingt. Oft wird dann für +1 dasselbe erneut auf Vietnamesisch abgespult.

Im Hotel ausgeruht, den Sonnenuntergang abgewartet und wieder vor die Tür. Die Wärme war kaum zurückgegangen, aber zumindest die Sonnenbrandgefahr gebannt. In den bunten Lichtern der Boote und Laternen erscheint alles gleich ganz anders.

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Bei Dunkelheit hat Hoi An definitiv etwas romantisches. Das ändert an den vielen Souvenirshops zwar nichts, aber Restaurants und Essensstände wirken viel einladender.

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Für Reiseplanungen würde ich empfehlen, auf jeden Fall eine Nacht in Hoi An vorzusehen und nicht etwa einen Tagestrip aus Da Nang heraus.

In der Kern-Altstadt ist übrigens Motorbike-Verbot, das von älteren Herren mit Trillerpfeife durchgesetzt wird.

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Wir gingen zu einem vom Hotel empfohlenen Restaurant (Van Loc) und probierten das zweite auf +1’s to-do-Liste stehende Gericht (Cao Lau). Gekochte und frittierte Reisnudeln mit Schweinefleisch, Sprossen und Kräutern. Dem Nudelteig wird Asche eines auf Cham Island wachsenden Baums hinzugegeben, was nach meinem Verständnis die Besonderheit ist. Als zweites Gericht bestellten wir gebratenen Reis mit Rindfleisch und Ananas. Beides solide, obgleich oder gerade, da das Restaurant als eines der wenigen keine dickes Tripadvisor Siegel vor der Tür hatte. Die gekochten Nudeln schmeckten herzhaft und sind ziemlich bissfest, die frittierten Nudelteigstücke geben dem Gericht einen gewissen Kick.

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Weiter durch die Gassen und über einen Umweg zu einem Nachtmarkt. Über die Japanische Brücke und einige Meter weiter etwas über die Beziehung zu Nagasaki gelernt.

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Am Nachtmarkt angekommen gab es eine Klebereisetasche mit Erdnuss-Mango-Füllung sowie einen Banana Pancake zum Nachtisch.

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Die Klebereistasche war sehr lecker und nicht all zu süß oder klebrig. Der Pancake war ein mit etwas Butter knusprig gebratener Crêpes mit gesüßter Kondensmilch, Schokosauce und Kokostreifen. Lecker. Nutella hätte es auch gegeben.

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Ansonsten erinnerte mich das Angebot an andere Nachtmärkte, auch außerhalb Vietnams.

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Danach noch ein Bier in der Tiger Tiger Bar. Die flotten Sprüche sorgen bei vielen Gästen für Lacher.

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Zurück zum Hotel und müde ins Bett gefallen.
 

tony_fcb

Erfahrenes Mitglied
04.07.2015
999
85
was hat es mit dem Wildschwein in Ca Na auf sich? ist das eine lokale Delikatesse dort oder ist Wildschwein allgemein in Vietnam verbreitet als Essen?
 

sgnflyer

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29.12.2018
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was hat es mit dem Wildschwein in Ca Na auf sich? ist das eine lokale Delikatesse dort oder ist Wildschwein allgemein in Vietnam verbreitet als Essen?

Danke für die Frage! Hatte vergessen, bei +1 nachzufragen. War nämlich auch über das Wildschwein verwundert. Vor dem Abend in Ca Na hatte ich in Vietnam noch kein einziges Mal Wildschwein gegessen und kann mich auch nicht erinnern, Wildschweingerichte auf Speisekarten wahrgenommen zu haben. Eher Reh.

Laut +1 ist Wildschwein keine lokale Delikatesse in Ca Na. Das wäre neben Fisch und Meeresfrüchten eher Ziege. Dennoch würde das Wildschwein lokal bejagt und bei Erfolg des Jägers, direkt im Dorf verkauft. Wohl eher höherpreisig. +1’s Tante scheint Wildschwein einfach zu mögen. Hinzu kam wahrscheinlich, dass Wildschwein als sicheres Angebot für uns Gäste angesehen wurde. Selbst +1 kann nämlich manche, allzu geschmacksintensive Fischgerichte nicht essen.
 
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xcirrusx

Erfahrenes Mitglied
16.10.2012
3.359
259
KUL (bye bye HAM)
Das MGallery, eigentlich sehr nett wenn man im renovierten Fluegel unterkommt, soll unter Finanzproblemen des Eigentuemers leiden, daher immer noch geschlossen. Ansonsten war frueher (nach der Reno in 2018) die Poolbar auf dem Dach sehr nett, um da einen Sundowner zu trinken.
 
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