Ich glaube auch nicht, dass ich mich mit dieser Verdi-Inzenierung identifizieren könnte. Ich glaube es geht Verdi hier sehr viel mehr um sich selbst, als um die, die sie gerne „Kollegen“ nennen.
das ist doch schon seit Jahren so. Ich finde es auch daneben, wenn wie vor einigen Jahren ver.di ein Partyschiff chartert, damit den seit mehreren Tagen streikenden Kita-Erziehern nicht langweilig wird, und die dann den Eltern, die unfreiwillig ihren Sommerurlaub vorziehen mussten, zuwinken.
Ich bin durchaus für ein Streikrecht, in dem Arbeitnehmer ihrem Arbeitgeber den Wert der eigenen Arbeit demonstrieren, in dem sie sie niederlegen. Und der Arbeitgeber für teureres Geld kurzfristig eine Alternative schaffen muss, wenn er seinen Betrieb fortsetzen will. Aber das geht zumindest in erster Instanz ganz hervorragend auch "unsichtbar" für Dritte, in dem man das Vorhaben so plant (Ankündigungs-Vorlauf) und dosiert, dass er auch eine Alternative schaffen kann, und die Arbeitsmittel, Zugänge usw. nicht komplett blockiert.
Das würde dem Arbeitgeber auch weh tun, weil er weniger seiner Leistung produziert/verkauft bekommt und das zu höheren Preisen (für das Ersatz-Personal) und dafür auch noch Planungsaufwand anfällt. Und je länger ihm das weh tut, desto eher wird er den Wert der vielen günstigeren Mitarbeiter zu schätzen wissen.
Aber es würden keine Unbeteiligten darunter leiden müssen. Und wenn der Arbeitskampf vorbei ist, kann man wieder arbeiten. Und muss nicht die Schäden beseitigen und z.B. versuchen, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, die vielleicht in der Zwischenzeit festgestellt haben, dass Mitbewerber auch tolle Produkte haben.
Aber es würden eben auch keine bunten Party-Bilder von ver.di in den Nachrichten veröffentlicht.