Nachdem ich aufgrund dieses Threads (wieder einmal) über die angesprochene Thematik nachgedacht habe (das kommt ja immer wieder mal auf den Tisch, mit ganz unterschiedlichen Meinungen in der vollen Bandbreite zwischen "geht gar nicht, das ist übles Ausnutzen von Benefits" bis hin zu "klar, warum nicht, sollte auch offiziell [technisch] ermöglicht werden"), sind mir zu dem Thema noch ein paar Dinge ein- und aufgefallen.
Zunächst sollte ich vielleicht dazu sagen, dass ich seit längerer Zeit in der Regel mit A3*G einchecke und, sofern die A3-Requali erledigt ist, auf M&M (mit FTL-Status) sammele, wodurch es mir bisher immer problemlos gelungen ist, mich für beide Programme in den entsprechenden Zeiträumen auch parallel zu requalifizieren. Dass ich den FTL überhaupt noch aufrecht erhalte, ist allerdings auch der Strategie von Lufthansa geschuldet, da man mir auf gewissen Strecken nur noch EW anbietet, und ich mit A3 keinerlei Vorteile hätte. Könnte ich wählen, würde ich mich immer für LH/LX/OS Mainline statt EW entscheiden (was ich auf meiner Hauptstrecke DUS-ZRH auch konsequent tue, selbst wenn die Abflugzeigen von EW besser wären).
So, aber zum Thema bzw. meinen Gedanken. Hier im Thread wird ja in erster Linie darüber diskutiert, ob es (technisch) möglich, erwünscht oder gar zulässig sei, die Nutzung der Benefits eines Programms bei gleichzeitigem Sammeln auf einem anderen zu unterbinden. Die Frage, die sich mir hingegen eher stellt, ist, ob es *sinnvoll* ist, das zu unterbinden. Man stelle sich einmal die theoretische Situation vor, dass ich als ehemals treuer Kunde einer anderen *A-Gesellschaft (was in meinem Falle A3 wäre) nun aus welchen Gründen auch immer (Projekte in Griechenland beendet, jetzt neue Projekte in der Schweiz?) meine Flüge statt mit Aegean mit der Lufthansa-Gruppe durchführen möchte. Und da sollte es eigentlich im Sinne von LH sein, dass ich zu deren Kundenbindungsprogramm wechsele. Solange ich dort aber noch keinen Status habe, und man mir die Benefits meines bereits vorhandenen, prinzipiell kompatiblen Status verweigert, macht mir das das Fliegen auf LH deutlich unattraktiver, und ich müsste mir überlegen, ob ich bei der (dummerweise nicht wirklich vorhandenen) Konkurrenz nicht besser aufgehoben wäre, insbesondere wenn diese mir möglicherweise einen Statusmatch anbietet (was LH ja auch offenbar prinzipiell nicht tut). In meinem Falle geht die Situation sogar deutlich über die Theorie hinaus, da ich in diesem Jahr tatsächlich erstmals die realistische Chance habe, den SEN zu erreichen und das auch anzustreben. Da das aber erst Ende Mai der Fall sein wird, hätte ich durchaus gerne meine A3-Benefits in der ersten Jahreshälfte. Wenn man es aus diesem Blickwinkel betrachtet würde ich sagen, dass eine Unterbindungstaktik für LH eigentlich keinen Sinn machen sollte, wenn man mal von der "Ausnutzung" durch Leute wie uns absieht (wobei aber auch das eigentlich kein Grund sein dürfte - immerhin wird LH für die Statusbenefits ja bezahlt, erhält also prinzipiell mehr für einen Statuskunden-Flug einer Drittairline als für den Flug eines M&M-Basismitglieds, und wie will LH einen legitimen Nutzer von einem illegitimen unterscheiden?).
Es sei denn, und das halte ich bei der immer wieder wahrgenommenen Arroganz des LH-Konzerns tatsächlich für eine wahrscheinliche Option, man fühlt sich bei LH so überlegen und unverwundbar, dass man auf solche Überlegungen einfach keine Zeit verschwendet. Und das ist leider spätestens seit dem Untergang von Air Berlin vermutlich sogar berechtigt. Ich meine, wenn man sich nur mal anschaut, wie LH mit ehemaligen AB-Statuskunden umgegangen ist, wird das auch wieder ziemlich deutlich: Anstatt erst mal "hurra" zu schreien und sich darüber zu freuen, dass man mit einer passenden Taktik jetzt hunderttausende Stammkunden von AB nahtlos übernehmen kann (indem man beispielsweise einen Statusmatch über die komplette Laufzeit des AB-Status anbietet), macht man das magere Zugeständnis, dass man AB-Statuskunden für eine sehr begrenzte Zeit anerkennt. Naja, "hurra" wird natürlich trotzdem geschrien, aber eher als Auftakt zu einem hämischen "die haben ja jetzt eh keine andere Wahl mehr".
In diesem Sinne frei nach Alanis Obomsawin: "Wenn das letzte Flugzeug eine Eurowings-Lackierung erhalten hat, der letzte Passagier vergrault und der letzte Lufthansa-Flug gelandet ist, werdet ihr merken, dass man Skytrax-Sterne nicht essen kann"