[11MAR2011] Schweres Erdbeben in Japan

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Croth

Erfahrenes Mitglied
21.07.2009
606
28
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Artikel zu den armen 50 Technikern vor Ort und deren Gesundheitsgefahren:

n-tv meinte:
Noch dramatischer beurteilt der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder die Situation. Er glaubt, dass die Strahlenbelastung für die Menschen am Atommeiler so hoch ist, dass viele von ihnen sterben werden. "Die Höhe der Strahlungsdosis, wie sie mit 400 Millisievert pro Stunde angegeben wurde, bedeutet, dass eine Person am Reaktor, sei es ein Feuerwehrmann, Bedienungspersonal oder Katastrophenhelfer, innerhalb von zwölf Stunden eine Dosis bekommt, wo 50 Prozent der so Belasteten innerhalb der nächsten Wochen sterben werden", sagte der Vorstand des Otto Hug Strahleninstituts in München.


Sinnloser Kampf gegen die Katastrophe in Fukushima: "Viele der 50 Arbeiter werden sterben" - n-tv.de
 
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MLang2

Moderator / Newbie-Guide
08.03.2009
8.229
7
MUC
Sorry für OT, aber:

+++ WHO-Sprecher will Gerüchte über radioaktive Wolke unterbinden +++

[10.00 Uhr] Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat erklärt, es gebe derzeit keine konkreten Hinweise darauf, dass sich weltweit signifikante Mengen an Radioaktivität vom havarierten AKW Fukushima ausbreiteten. Ein Sprecher der Organisation in China, Michael O'Leary, bezog sich am Mittwoch auf Gerüchte, wonach eine radioaktive Wolke sich über ganz Asien ausbreiten könne. "Die Regierungen und Behördenvertreter sollten diese Gerüchte unterbinden, weil sie die öffentliche Moral schädigen", forderte O'Leary.

Der Kerl heisst wirklich Michael O'Leary? Kein Wunder, daß der keine anderen Meinungen neben seiner duldet.
 

irgend.jemand

Erfahrenes Mitglied
08.01.2010
455
0
+++ WHO-Sprecher will Gerüchte über radioaktive Wolke unterbinden +++

[10.00 Uhr] Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat erklärt, es gebe derzeit keine konkreten Hinweise darauf, dass sich weltweit signifikante Mengen an Radioaktivität vom havarierten AKW Fukushima ausbreiteten. Ein Sprecher der Organisation in China, Michael O'Leary, bezog sich am Mittwoch auf Gerüchte, wonach eine radioaktive Wolke sich über ganz Asien ausbreiten könne. "Die Regierungen und Behördenvertreter sollten diese Gerüchte unterbinden, weil sie die öffentliche Moral schädigen", forderte O'Leary.

MOL? Bei der WHO?! :eek:
 
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Huey

Erfahrenes Mitglied
06.04.2009
4.484
-1
Vorab eine Erläuterung:

Die Wissenschaft beschreibt zwei Arten der Kommunikation für einen solchen Fall.

1.) die Krisenkommunikation
- Die Bevölkerung wird zu einem frühen Zeitraum über alle vorliegenden Erkenntnisse und getroffenen Maßnahmen zeitnah vollumfänglich informiert.

2.) die Katarophenkommunikation
- das Ereignis ist in der Art so schwerwiegend, dass die Bevölkerung zur Verhinderung von nicht kontrollierbaren Gesellschaftlichen Eigendynamiken, nur mit ausgewählten Informationen, auch zur Beruhigung mit Desinformationen, versorgt wird. (die berühmte Salamitaktik)

Ich mache es kurz: Ich (und einige andere) mögen die Variante 2), die Katastrophenkommunikation, nicht. Da sie a) den einzelnen Menschen durch Vorenthaltung von vorliegenden Informationen, entmündigt. b) Die Annahme, der Nutzen, so zum Beipiel die Verhinderung einer Massenpanik (welche mehr Opfer bedeuten könnte, als das Primärereignis) in der Wissenschaft umstritten ist. c) Man das Vertrauen, für das Danach, nachhaltig schwer beschädigt.

Es ist davon auszugehen, das WHO und IAEA umfänglicher als bekannt über die Geschehnisse informiert sind, man aber bei der Umsetzung von Variante 2 (der Katastrophenkommunikation) seitens der japanischen Regierung konform geht. Zu deutsch: Informationen von deren Seite sind ebenfalls IMMER auf deren Nutzen zu hinterfragen.

Japan nach der Katastrophe wie folgt aussieht: Die Insel Honshu auf einer Ost West Achse Höhe Tokio (den Raum wird man unabhängig der wissenschaflichen Bewertungen angesichts der Bevölkerungsdichte halten) in einen Nord und Südteil Teilung erfährt. Der Nordteil Honshu langfristig zu einer Evakuierung geführt wird. Der Südteil Honshu, Hokkaidō, Shikoku und Kyūshū werden nicht betroffen sein und so zum Rückzugsgebiet dienen.
 
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Huey

Erfahrenes Mitglied
06.04.2009
4.484
-1
Man braucht vor allem Equipment. Helden alleine bringen jetzt nichts, zumal Russland keine Erfahrung mit solchen Reaktoren hat.

Wir sind an einem Punkt angekommen, da braucht man kein Equipment mehr. Auch keine Helden. Vielleicht hilft beten! Sämtliche Pläne haben übrigens nie vorgesehen, dass gleich mehr als nur ein Block in einem Atompark betroffen sein wird. Wir sind hier bei 4 angekommen. Du kannst nicht ständig vorne arbeiten, und gleichzeitig haut dir einer von hinten mit einem Knüppel über den Kopp.
 
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Croth

Erfahrenes Mitglied
21.07.2009
606
28
Darauf bezog sich mein erster Satz und der Konjunktiv im zweiten. :)
 
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Huey

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06.04.2009
4.484
-1
Für alle, die noch gerne an Edano und Co. glauben.

Der offizielle Fahrplan sieht wohl vor, beginnend ab Freitag das Informationsvolumen zu öffnen. Bis Freitag ist also die Welt noch in Ordnung. PARTY
 
M

matchcut30

Guest
Für alle, die noch gerne an Edano und Co. glauben.

Der offizielle Fahrplan sieht wohl vor, beginnend ab Freitag das Informationsvolumen zu öffnen. Bis Freitag ist also die Welt noch in Ordnung. PARTY

Und woher stammt diese fragwürdige interessante Information über Fahrpläne und Katastrophenkommunikation?
 

flysurfer

Gründungsmitglied
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06.03.2009
26.001
43
www.vielfliegertreff.de
+++ 15:03 Deutsche sollen Großraum Tokio verlassen +++
Wegen der Atomkatastrophe in Japan rät die Bundesregierung den rund 1000 verbliebenen Deutschen im Großraum Tokio jetzt offiziell, sich in andere Landesteile in Sicherheit zu bringen oder ins Ausland zu reisen. Es handele sich um eine "erhebliche Aktualisierung" der Reisehinweise für Japan, sagt ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Teile der deutschen Botschaft sind nach seinen Worten von Tokio nach Osaka verlegt worden, um den Bundesbürgern konsularisch zu helfen.

15:33 Uhr: +++ EU zu Atom-Hilfe für Japan bereit +++ - n-tv.de
 

Huey

Erfahrenes Mitglied
06.04.2009
4.484
-1
Und woher stammt diese fragwürdige interessante Information über Fahrpläne und Katastrophenkommunikation?

Von dem, der mir auch steckte, dass der Tenno eine Rede an die Nation vorbereitet. Und? hat er in der Zwischenzeit gesprochen?
Komisch, den Bezug zum Tenno findest du hier im Forum mit einem Vorlauf von 6 Stunden :( Mitarbeiter, die innerlich vor Wut glühen, lassen gerne mal Dampf ab und sind nicht immer sehr loyal. Die Variante der Katastrophenkommunikation mag übrigens das Internet nicht, bzw. sieht es auch gar nicht vor. Wir brauchen also doch den großen roten "Internet Notaus Knopf".
 

Maria

Erfahrenes Mitglied
12.08.2009
863
0
VENUSBERG
Vorab eine Erläuterung:

Die Wissenschaft beschreibt zwei Arten der Kommunikation für einen solchen Fall.

1.) die Krisenkommunikation
- Die Bevölkerung wird zu einem frühen Zeitraum über alle vorliegenden Erkenntnisse und getroffenen Maßnahmen zeitnah vollumfänglich informiert.

2.) die Katarophenkommunikation
- das Ereignis ist in der Art so schwerwiegend, dass die Bevölkerung zur Verhinderung von nicht kontrollierbaren Gesellschaftlichen Eigendynamiken, nur mit ausgewählten Informationen, auch zur Beruhigung mit Desinformationen, versorgt wird. (die berühmte Salamitaktik)

Ich mache es kurz: Ich (und einige andere) mögen die Variante 2), die Katastrophenkommunikation, nicht. Da sie a) den einzelnen Menschen durch Vorenthaltung von vorliegenden Informationen, entmündigt. b) Die Annahme, der Nutzen, so zum Beipiel die Verhinderung einer Massenpanik (welche mehr Opfer bedeuten könnte, als das Primärereignis) in der Wissenschaft umstritten ist. c) Man das Vertrauen, für das Danach, nachhaltig schwer beschädigt.

Es ist davon auszugehen, das WHO und IAEA umfänglicher als bekannt über die Geschehnisse informiert sind, man aber bei der Umsetzung von Variante 2 (der Katastrophenkommunikation) seitens der japanischen Regierung konform geht. Zu deutsch: Informationen von deren Seite sind ebenfalls IMMER auf deren Nutzen zu hinterfragen.

Japan nach der Katastrophe wie folgt aussieht: Die Insel Honshu auf einer Ost West Achse Höhe Tokio (den Raum wird man unabhängig der wissenschaflichen Bewertungen angesichts der Bevölkerungsdichte halten) in einen Nord und Südteil Teilung erfährt. Der Nordteil Honshu langfristig zu einer Evakuierung geführt wird. Der Südteil Honshu, Hokkaidō, Shikoku und Kyūshū werden nicht betroffen sein und so zum Rückzugsgebiet dienen.

2.b) meint wohl das mittlerweile unumstrittene Nebenprodukt einer inkonsistenten Desinformation, nämlich mediale Spekulation, die zu noch grösserer Ungewissheit führt und damit Panik erst ermöglicht.

Das Szenario ist schrecklich. War von Anfang an leicht auszumalen, dass die Metropolregion nicht zu evakuieren ist, eben nicht auch mal nur vorsorglich, kurzfristig.

Wie sieht es danach aus? Kinder zur Schule bringen, einkaufen, Gymnastik im Freien, Karaoke. Ist es tatsächlich so, als würde Tschernobyl in Schwerin liegen und man in Berlin ne Currywurst isst?
 

Huey

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06.04.2009
4.484
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Wie sieht es danach aus? Kinder zur Schule bringen, einkaufen, Gymnastik im Freien, Karaoke. Ist es tatsächlich so, als würde Tschernobyl in Schwerin liegen und man in Berlin ne Currywurst isst?
Die onkologische Abteilung der Charite wird erweitert. Im Tiergarten wird den 50 Helden ein Denkmal errichtet. Denn bekanntlich zählen nur gegrillte Atom Opfer. Ich persönlich möchte nicht im Wartezimmer der Charite sitzen, aber das nur am Rande, da verzichte ich lieber auf die Berliner Currywurst :(
 

Neuling

Erfahrenes Mitglied
16.02.2010
307
16
TXL
Du kannst davon ausgehen, das befreundete Regierungen auf diplomatischen Wege auch im Rahmen einer laufenden Katastrophenkommunikation, mit einem andern Volumen und Vorlauf informiert werden. Frankreich arbeitet wohl auch nachts, und hat am schnellsten reagiert.


Diese offiziellen Informationen werden doch nicht mal benötigt. Inzwischen ist doch jedem halbwegs intelligentem Beobachter klar, was in Japan wirklich droht und auch passiert.
 

cockpitvisit

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04.12.2009
5.363
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FRA
Wie sieht es danach aus? Kinder zur Schule bringen, einkaufen, Gymnastik im Freien, Karaoke. Ist es tatsächlich so, als würde Tschernobyl in Schwerin liegen und man in Berlin ne Currywurst isst?

Denke ich ja. Kiev ist näher an Tschernobyl als Berlin an Schwerin, dennoch geht das Leben in Kiev ja weiter.
 
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cockpitvisit

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04.12.2009
5.363
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FRA
Von dem, der mir auch steckte, dass der Tenno eine Rede an die Nation vorbereitet. Und? hat er in der Zwischenzeit gesprochen?

Ist denn Deine Info dass einer der Reaktoren 4-6 zur Stromgewinnung hochgefahren wurde, bestätigt worden? Kam ja von derselben vertrauenswürdigen Quelle.
 
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cockpitvisit

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04.12.2009
5.363
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FRA
+++ Dritter Reaktorkern soll intakt sein +++

Schön wäre es ja, die Rauchwolke wird mit dem verdampfenden Wasser aus dem Abklingbecken erklärt.

Der Ablkingbecken kann u.U. schlimmer sein als der Reaktor - dort lagern dieselben Brennstäbe wie im Reaktor und können sich genauso erhitzen, schmelzen und Radioaktivität freisetzen. Der Reaktor ist zumindest im dicken Betonbehälter - selbst wenn er undicht ist, ist es besser als gar keiner.
 

Croth

Erfahrenes Mitglied
21.07.2009
606
28
In der Meldung steht, dass die Stäbe soweit ausgebrannt wären, dass es zumindest zu keiner Kettenreaktion kommen könne. Wie viel Radioaktivität unter den Umständen von ihnen freigesetzt werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis...

...wie so vieles. Es bleibt nur zu bangen und abzuwarten.
 

flysurfer

Gründungsmitglied
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06.03.2009
26.001
43
www.vielfliegertreff.de
+++ Schutz vor Nachbeben - Tokio schließt Zoo und Parkanlagen +++

Den Zoo verstehe ich ja noch, aber Parkanlagen? Ich gebe zu, ich habe mir nie die Evakuierungstafeln in Tokio ausführlich angesehen, aber sind die Parkanalgen wie bspw. der Shinjuku National Garden keine Evakuierungszone im Erdbebenfall? (ob der genannte Park betroffen ist, weiß ich nicht, er dient nur als Beispiel)

In Parkanlagen würde Fall-out wohl besonders gut liegenbleiben, den Rasen kann man im Gegensatz zu Straßen nicht so einfach reinigen.
 
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Huey

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06.04.2009
4.484
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Ist denn Deine Info dass einer der Reaktoren 4-6 zur Stromgewinnung hochgefahren wurde, bestätigt worden? Kam ja von derselben vertrauenswürdigen Quelle.

berechtigte und interessante Frage:

Zu der Vertrauenwürdigkeit äußere ich mich nicht. Da halte ich es wie die Kirche, glauben oder nicht glauben. In der Region findet eine Netzeinspeisung statt. Ob dieses von 5 oder 6 Fukushima 1, oder doch in Fukushima 2 der Fall ist kann ich nicht sagen. Wie dir ja bei dem Twitterkollegen aufgefallen ist, sterben nicht nur helfer vor Ort, sondern manchmal auch Quellen. Nur soviel: Der Stand der Wartungsarbeiten war wohl an zumindest einem abgeschalteten Reaktor soweit fortgeschritten, dass ein Anfahren möglich war, und erwogen wurde bzw. sogar durchgeführt.

aus grs:
Blöcke 5 und 6
Bei Block 5 wird von der IAEA berichtet, dass am 15.03.2011 um 21 Uhr (13 Uhr MEZ) der Wasserspiegel im BE-Becken auf 201 cm über den Brennelementen abgefallen war. Dies war ein Abfall von 40 cm seit 16 Uhr (8 Uhr MEZ). Es ist geplant, einen verfügbaren Dieselgenerator des Blocks 6 zur Wassereinspeisung zu verwenden.

Dieses widerspricht übrigens einer der definierten Grundregeln. Man verquickt unter keinen Umständen, den Betrieb eines Reaktors, mit dem eines Benachbarten. War schon immer etwas umstritten diese Regelung. Denn es war absehbar, wenn dein Nachbar in Probleme gerät, wirst du ihm helfen. Dumm nur, wenn du dich dabei dann selbst in Gefahr begibst. Könnte übrigens eine Erklärung dafür sein, warum die Geschehnisse in Fukushima so zeitversetzt ablaufen. Dann stellt jedoch unweigerlich wieder die Frage nach den Deppen die vieles Verschlimmbessern. :(
 
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